Verhaltenstherapie: Prinzip, Ablauf und Wirkung

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Verhaltenstherapie: Prinzip, Ablauf und Wirkung

Bist du aufgrund einer psychischen Erkrankung oder wegen starker seelischer Belastungen in psychotherapeutischer Behandlung? In den meisten Fällen ist es eine Verhaltenstherapie, die dir hilft. Der Psychologe vermittelt dir Methoden, mit denen du deine Probleme besser bewältigst. Die Behandlung erfolgt im Rahmen ausführlicher Gespräche. Im Grunde bekommst du eine Anleitung zur Selbsthilfe.

Was ist Verhaltenstherapie und wie kann sie dir helfen?

Bei der Verhaltenstherapie handelt es sich um das am häufigsten eingesetzte Verfahren in der Psychotherapie. Wie der Name bereits sagt, zielt die Methode auf eine positive Veränderung deines Verhaltens ab. Sie basiert auf der Feststellung, dass diverse Lernvorgänge unser Leben prägen. Negative und positive Erfahrungen mindern oder verstärken bestimmte Verhaltensweisen.

Psychischen Störungen liegt demnach in vielen Fällen das Erlernen falscher Verhaltensweisen zugrunde. Die Verhaltenstherapie sorgt dafür, dass du dazu in der Lage bist, die schlechten Gewohnheiten wieder abzulegen, indem du sie verlernst. Durch das Aneignen neuer Verhaltensweisen und Einstellungen lassen sich zum Beispiel Essstörungen und Ängste überwinden.

Häufige Einsatzgebiete der Verhaltenstherapie

Die psychischen Störungen, die sich mit der Verhaltenstherapie behandeln lassen, sind vielfältiger Natur. Häufig erfolgt die Verhaltenstherapie in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung. Die Methode empfiehlt sich zum Beispiel bei:

  • Depressionen
  • Essstörungen
  • Ängsten
  • Zwangsstörungen
  • Borderline
  • Burnout
  • Suchterkrankungen

Schon gewusst? Zu den häufigsten psychischen Erkrankungen gehört die Depression. Durchschnittlich erkranken daran pro Jahr etwa 15 Prozent der Frauen und 9 Prozent der Männer. Mit zunehmendem Alter steigt die Anfälligkeit. Etwa jede fünfte Frau im Alter von 55 bis 59 Jahren ist davon betroffen. Tendenziell neigt das weibliche Geschlecht eher dazu, eine Depression zu entwickeln.

Die Grundlagen der kognitiven Verhaltenstherapie verstehen

In der Regel wendet der Psychotherapeut die kognitive Verhaltenstherapie an. Sie ist kognitiv, weil sie auf dem in den 1960er Jahren entstandenen Kognitivismus, einer Lerntheorie, basiert. Du bildest die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung aus. Im Fachjargon heißt das „Introspektion“. Mithilfe der Selbstbeobachtung wirkst du fehlerhaften Neigungen im Erinnern, Denken, Wahrnehmen und Urteilen und somit den kognitiven Verzerrungen entgegen.

Im Zentrum der kognitiven Verhaltenstherapie stehen die Kognitionen, die die Gedanken, Überzeugungen, Bewertungen und Einstellungen umfassen. Die Art und Weise deines Denkens bestimmt deine Gefühlswelt und beeinflusst sowohl dein Verhalten als auch deine körperliche Reaktion.

kognitive Verhaltenstherapie

Was ist eine kognitive Verhaltenstherapie? Ein tieferer Einblick

Die kognitive Verhaltenstherapie stellt die aktive Gestaltung der Wahrnehmung in den Vordergrund, denn die subjektive Sicht entscheidet über das Verhalten. Die Therapie kennt folgende Schwerpunkte:

  • Erkennen von Kognitionen
  • Überprüfen von Kognitionen auf ihre Angemessenheit hin
  • Korrektur irrationaler Einstellungen
  • Übertragung der korrigierten Einstellungen in das konkrete Verhalten

Ablauf der kognitiven Verhaltenstherapie

Am Beginn der Therapie steht ein Gespräch, in dem du dem Therapeuten deine Probleme schilderst. Es folgt eine Analyse der Problematik unter Beachtung der Gedanken, Gefühle und körperlichen Befindlichkeiten. In manchen Fällen ist daran auch dein Umfeld beteiligt, beispielsweise deine Familie, Freunde und Arbeitskollegen.

SORKG-Modell für die Problemanalyse

Das SORKG-Modell erleichtert die Suche nach den Ursachen der Problematik. Die Buchstaben stehen für:

  • S: Stimulus, die innere und äußere Reizsituation, die das unerwünschte Verhalten auslöst
  • O: Organismus, die lerngeschichtliche und individuelle Ausgangssituation und die Reaktion auf den Stimulus.
  • R: Reaktion, das Verhalten als Antwort auf den Stimulus und die Verarbeitung im Organismus
  • K: Kontingenz, das zeitliche Aufeinanderfolgen des Verhaltens
  • C: Consequence, die Bestrafung oder Belohnung und infolgedessen die Verstärkung als Konsequenz des Verhaltens

Auf die Problemanalyse folgt das Festsetzen der Therapieziele. Der Therapeut schlägt dir einige Methoden vor, aus denen du die passende aussuchst. Du lernst in der Verhaltenstherapie, welche Verhaltensmuster die Probleme verursachen und entwickelst Wege, diese zu beseitigen. Um die gewünschten Veränderungen zu bewirken, ist das Ergründen der Ursachen, die das Problem auslösten, nicht zwingend notwendig. Eine Heilung ist oft auch ohne Entstehungsanalyse möglich.

Verhaltenstherapie: Wo du professionelle Hilfe findest

Bei psychischen Problemen bietet eine Verhaltenstherapie in der Nähe Vorteile. Generell gibt es in allen größeren Städten Psychotherapeuten. Es ist also problemlos möglich, eine Verhaltenstherapie in Berlin oder eine Verhaltenstherapie in Hamburg zu beginnen. In der Regel kommen die Krankenkassen für die Kosten auf. Die Überweisung gibt es beim Hausarzt.

Verhaltenstherapie: Deine Optionen für Unterstützung

Wie bereits erwähnt, erhältst du vom psychologischen Psychotherapeuten die nötige Unterstützung. Da das Ziel der Verhaltenstherapie darin liegt, dich auf Dauer glücklicher zu machen und Rückfälle zu vermeiden, ist Selbsthilfe sehr wichtig. Du lernst, mithilfe der Methoden und Strategien mit erneut auftretenden Schwierigkeiten umzugehen und die Hürden auch ohne Therapeuten zu meistern. Allerdings ist es oft hilfreich, wenn dir vor allem in der Anfangsphase ein Coach zur Seite steht.

5 Wege, wie Verhaltenstherapie dein Mindset und Glück beeinflussen kann

Die Verhaltenstherapie macht dich im Idealfall zu einem glücklicheren Menschen. Die Methode bietet dir folgende Vorteile:

1. Mehr Lebenszufriedenheit

Eine positive Wesensveränderung bewirkt in den meisten Fällen mehr Erfolg im Privat- und Berufsleben. Wenn du deine schlechten Gewohnheiten ablegst, blockierst du dich nicht mehr länger selbst und schöpfst dein Potenzial voll aus. Die Beseitigung belastender psychischer Störungen verhilft dir zu mehr Glück und Gesundheit.

2. Besseres Selbstvertrauen

Die Verhaltenstherapie zielt darauf ab, dir mehr Selbstbewusstsein zu schenken. Du lernst deine Stärken kennen und arbeitest an deinen Schwächen. Das macht dich stark und zuversichtlich.

3. Selbstreflexion

Die Verhaltenstherapie gibt dir die Chance, dein Handeln zu reflektieren und zu bewerten. Der Therapeut zeigt dir deine Fehler und du lernst, es besser zu machen. Das Erkennen eigener Schwächen gehört zu den wichtigsten Aufgaben dieser Methode. Nur wenn du weißt, was dir fehlt, kannst du diesen Mangel beheben.

4. Kennenlernen anderer Sichtweisen

Du verlässt ausgetretene Pfade und lernst dich von einer völlig neuen Seite kennen. Du weißt, dass du stark genug bist, deine Probleme mithilfe des Therapeuten selbst zu lösen. Dich auf andere Erfahrungen einzulassen, erfordert am Anfang etwas Mut. Doch es lohnt sich.

5. Verbesserung deiner Ausstrahlung

Wenn du an einer Verhaltenstherapie teilnimmst, merken das auch deine Mitmenschen. Du verhältst dich in vielen Situationen angemessener und besitzt eine positive Ausstrahlung. In der Verhaltenstherapie lernst du, Fehler im Umgang mit anderen zu korrigieren, dich besser zu beherrschen und aufeinander zuzugehen.

Die Rolle von Coaching bei der Ergänzung zur Verhaltenstherapie

An und für sich ist die Verhaltenstherapie eine Art von Coaching, weil sie darauf abzielt, dich zur Selbsthilfe anzuregen. Der Psychotherapeut geht jedoch professioneller auf die jeweilige psychische Erkrankung ein und besitzt auch das hierfür nötige Fachwissen. Dennoch ist es gut, zusätzlich einen Coach an der Seite zu haben, der dich beim Einhalten der therapeutischen Vorgaben unterstützt und dir als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Oft ist es der Coach, der seinen Klienten darauf hinweist, dass hinter den persönlichen Problemen eine ernste Symptomatik steckt, die in die Hand eines Fachmanns gehört. Das ist zum Beispiel bei einer schweren Depression oder einem Burnout der Fall. Um überhaupt dazu in der Lage zu sein, mithilfe des Coachings einen positiven Wandel zu erreichen, müssen die psychischen Voraussetzungen stimmen. Die psychische Stabilität ist die Basis, auf der die Arbeit des Coachings aufbaut. Überwältigst du mithilfe der Verhaltenstherapie beispielsweise deine Depression, dann hilft dir der Coach im Anschluss daran, die Zukunft optimistisch zu gestalten und gut durchzustarten.

Verhaltenstherapie in der naehe

Verhaltenstherapie vs. Coaching: Wann ist was sinnvoll?

Die Verhaltenstherapie ist eine von staatlich anerkannten Psychotherapeuten durchgeführte Methode. Für die Tätigkeit als Psychotherapeut benötigst du eine Approbation und somit eine spezielle Berufszulassung. Zu den Behandlungsfeldern gehören psychische Störungen und psychosomatische Erkrankungen, beispielsweise Depressionen, Essstörungen, Phobien und Zwänge. Häufig erfolgt die Überweisung zum Psychotherapeuten durch einen Psychiater. Es handelt sich somit um eine medizinisch induzierte Maßnahme.

Ein Coach bietet dir ebenfalls Unterstützung zur Selbsthilfe. Er zeigt dir Wege, deine persönlichen Stärken voll auszuschöpfen und ein glücklicheres Leben zu führen. Um als Coach tätig zu sein, brauchst du kein psychologisches Studium. Beim Coaching liegt der Fokus auf deinem persönlichen Potenzial und den Möglichkeiten, dein Leben positiv zu beeinflussen. Es hilft dir in schwierigen Lebenslagen, kann aber aufgrund des fehlenden medizinischen Hintergrunds keine Psychotherapie ersetzen.

Fazit: Bei schwerwiegenden und ausgeprägten psychischen Problemen wendest du dich besser an einen Psychiater oder einen psychologischen Psychotherapeuten. Das Coaching ist eine gute Methode, um die Erfolge der Verhaltenstherapie im Nachgang zu festigen.

Schlussfolgerung: Dein Weg zu einem besseren Ich durch Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie deckt Fehler in deinem Handeln auf, die im schlimmsten Fall zu schweren psychischen Belastungen führen und deine gesamte Lebensführung beeinträchtigen. Mithilfe des Therapeuten lernst du, schlechte Gewohnheiten abzulegen. Ein Coach steht hierbei unterstützend zur Seite und berät dich auch nach der erfolgreich abgeschlossenen Therapie.

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