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Gleichberechtigung Mann und Frau: immer noch keine Selbstverständlichkeit

Lesezeit von 6 Minuten
Gleichberechtigung Mann und Frau: immer noch keine Selbstverständlichkeit

Das Thema „Gleichberechtigung Mann und Frau“ ist omnipräsent. Ständig wird in den Medien darüber diskutiert, in welchen Bereichen es noch hapert und welche Verbesserungsmöglichkeiten es gibt. Aber wieso sind Frauen selbst in Zeiten vermeintlich vollständiger Emanzipation überhaupt noch benachteiligt? Der nachfolgende Artikel soll den Ursachen auf den Grund gehen.

Gleichberechtigung Mann und Frau: Was bedeutet das?

Laut Gleichstellungsindex des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen herrscht in der EU noch keine vollkommene Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Deutschland erreicht im Jahre 2019 hierbei einen Indexwert von 67,4 Punkten, was im Ländervergleich einem leicht überdurchschnittlichen Ergebnis entspricht.

Bevor wir die möglichen Ursachen erörtert, ist zunächst einmal die Frage zu klären, was eine Gleichberechtigung von Mann und Frau konkret bedeutet. Laut Definition des bereits erwähnten Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen bedeutet Gleichberechtigung, dass Männer und Frauen – sowie auch Jungen und Mädchen – dieselben Rechte, Pflichten und Chancen haben.

Dies gilt sowohl in rechtlicher, beruflicher als auch persönlicher Hinsicht. In diesem Zusammenhang fällt häufig der Begriff der Chancengleichheit, welcher auch im Grundgesetz verankert ist.

Gleichberechtigung Mann und Frau: Wo liegen die Probleme?

Entsprechend dem Grundgesetz dürfte es also bei uns gar keine Geschlechterdiskriminierung geben. Dass dies in der Praxis nicht so ist, beweisen zahllose Beispiele aus Medien und Wirtschaft. Vielleicht hast du als Frau ebenfalls Bekanntschaft mit Geringschätzung oder gar Sexismus gemacht?

Im Rahmen einer Studie von Ipsos in Kooperation mit dem „Global Institute for Women’s Leadership“ und dem „International Women’s Day“ wurden 18.000 Personen in 27 Ländern befragt, in welchen Bereichen es ihrer Meinung nach noch an der Gleichberechtigung mangelt. In Deutschland wurden folgende Punkte am häufigsten genannt:

  1. Ungleiche Entlohnung von Männern und Frauen bei identischer Tätigkeit (32 %)
  2. Sexuelle Belästigung (17 %)
  3. Sexuelle Gewalt (15 %)
  4. Zu wenig Frauen in Führungspositionen (12 %)
  5. Mangelnde Vereinbarkeit von Karriere und Kindererziehung (11 %)
  6. Mediale Sexualisierung von Frauen und Mädchen (11 %)

Gleichberechtigung Mann und Frau: Ein langer Prozess

All die genannten Probleme haben ihren Ursprung in nicht allzu ferner Vergangenheit. Noch vor weniger als hundert Jahren ist es selbst hierzulande eine Selbstverständlichkeit gewesen, dass der Mann das Geld verdient und die Frau sich um den Haushalt und die Kinder kümmert. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs findet langsam ein Umdenken statt. Dieser Prozess dauert bis heute an.

Geschichtlich betrachtet gibt es die modernen Rollenbilder also noch gar nicht allzu lange. Die Frage, warum Frauen und Männer nicht vollständig gleichberechtigt sind, könnte im Kern mit der jahrhundertelangen Bevorzugung von Männern zusammenhängen. Manche Kulturen haben dieses Rollenbild noch immer verinnerlicht.

Die neuen familiären Strukturen, dass sich auch Väter der Kindererziehung widmen und Frauen Karriere machen können, werden in den letzten Jahren zwar vermehrt umgesetzt, dennoch sind es meist die Mütter, die zugunsten der Kindererziehung berufliche Einschränkungen hinnehmen. Aus diesem Grunde ist es nicht verwunderlich, dass noch immer (zu) wenig Frauen in Führungspositionen anzutreffen sind.

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Die größten Hindernisse für die Gleichstellung der Geschlechter

Das größte Hindernis für die Gleichstellung der Geschlechter haben wir bereits kurz angesprochen: Hierzulande spielt die noch nicht optimale Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine zentrale Rolle. Noch immer stehen viele Frauen vor der Wahl, ob sie lieber Kinder haben oder Karriere machen möchten. Für Männer stellt sich diese Frage in der Regel nicht.

Es gibt zwar die Möglichkeit, auch als Vater in Elternzeit zu gehen oder nur Teilzeit in den Beruf zurückzukehren. Tatsächlich sind die Quoten in den letzten zehn Jahren gestiegen, allerdings auf einem sehr geringen Niveau.

Überwiegend sind es noch immer Frauen, die Teilzeit oder in Minijobs arbeiten. In Europa beträgt der durchschnittliche Nettoverdienst von Frauen nur 62 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens von Männern. Darüber hinaus werden Männer häufig von ihren oftmals ebenfalls männlichen Vorgesetzten bevorzugt und intensiver gefördert, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit eines beruflichen Aufstiegs erhöht.

Feminismus: Ein Begriff mit bitterem Beigeschmack

Hinzu kommt, dass dem Begriff Feminismus ein eher negatives Stigma anhaftet, weshalb sich manche Frauen schlichtweg nicht trauen, ihre Rechte deutlicher einzufordern. Nur drei von zehn deutschen Frauen würden sich Umfragen zufolge als Feministinnen bezeichnen. Unter der männlichen Bevölkerung kann sich weniger als jeder fünfte mit dem Begriff identifizieren.

Gleichberechtigung Mann und Frau: Wie stehe ich persönlich dazu?

Hast du dich schon einmal gefragt, was das Thema „Gleichberechtigung Mann und Frau“ für dich ganz persönlich bedeutet? Welches Bild hast du als Frau / Mann von dem jeweiligen Geschlecht verinnerlicht? Verhältst du dich selbst so, wie es deinen eigenen Überzeugungen entspricht oder gibt es Diskrepanzen?

Einen wesentlichen Anteil daran, wie du die Geschlechterrollen beurteilst, haben deine eigenen Eltern. Sofern diese dir ein gleichberechtigtes Bild vermittelt haben, wirst du auch als Erwachsener die Gleichstellung als Selbstverständlichkeit ansehen und keine Scheu haben, als Frau für deine Rechte einzutreten.

Ist dein Vater jedoch sehr dominant und deine Mutter eher unterwürfig gewesen, kann es durchaus sein, dass dich dieses Rollenbild negativ geprägt hat. Dies schlägt sich oftmals in Beruf und Partnerschaft nieder. Auch die gesellschaftlichen Erwartungen zum Thema Gleichberechtigung setzen dich möglicherweise unter Druck. Letzteres gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.

Gleichberechtigung Mann und Frau: Coaching für mehr Selbstsicherheit

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist sowohl in beruflichen als auch in privaten Belangen ein wichtiges Thema. Wie zuvor erwähnt, gibt es diverse gesellschaftliche Normen, die dich unter Druck setzen können: Schließlich möchte kein Mann als frauenfeindlich und keine Frau als unemanzipiert gelten.

Um herauszufinden, welche negativen Glaubenssätze dich diesbezüglich beeinflussen, kann ein professionelles Coaching sehr hilfreich sein. Hierbei werden deine inneren Blockaden beleuchtet und mithilfe geeigneter Methoden korrigiert. Wie genau das Coaching aussehen kann, ist individuell verschieden und hängt ganz von deiner persönlichen Thematik ab.

Das Thema „Gleichberechtigung Mann und Frau“ ist vor allem in Beziehungsfragen von elementarer Bedeutung. Für die Harmonie innerhalb der Partnerschaft sollten beide Partner ihre Wünsche und Erwartungen formulieren können und einen wertschätzenden Umgang miteinander pflegen. Hier kann ein Beziehungscoaching helfen. Der Coach wird euch dabei unterstützen, eure Kommunikation zu verbessern.

Gleichberechtigung Mann und Frau: Warum ist das so wichtig?

Jeder Mensch sollte unabhängig vom Geschlecht dieselben Chancen auf Selbstverwirklichung haben. Ein Großteil der Bevölkerung würde dieser Aussage wohl zustimmen. Eine Gesellschaft, in der zwischen Frauen und Männer Gleichberechtigung herrscht, ist nicht nur friedlicher und lebenswerter, sondern auch wirtschaftlich erfolgreicher.

Dass die Benachteiligung von Frauen die Wirtschaftskraft schwächt, wird im globalen Vergleich deutlich: Obwohl Frauen mit rund 50 % die Hälfte der Menschen im erwerbstätigen Alter ausmachen, erwirtschaften sie nur 37 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Würden Frauen in allen Ländern gleichberechtigt sein, was Beruf und Bildung anbetrifft, würde dies zu weltweitem Wohlstand beitragen.

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Gleichberechtigung Mann und Frau: 5 Beispiele

Auch wenn das Ziel noch nicht erreicht ist, gibt es dennoch Fortschritte im Bereich Gleichberechtigung Mann und Frau. Im Grundgesetz ist die Chancengleichheit sowie das Diskriminierungsverbot glücklicherweise längst verankert. Nachfolgend möchten wir 5 Beispiele aus dem Alltag nennen:

Gleichberechtigung Mann und Frau: Die Fortschritte

  1. Zahlreiche Unternehmen haben eine Frauenquote eingeführt, welche sich auch auf die Chefetage bezieht.
  2. Männer haben gleichermaßen die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen, während die Partnerin arbeiten geht.
  3. Stellenanzeigen sind hierzulande grundsätzlich für m/w/d ausgeschrieben.
  4. Die Anerkennung frauenspezifischer Bedürfnisse und Interessen findet Beachtung in Politik und Gesellschaft (z. B. Stillpausen während der Arbeitszeit).
  5. Frauen haben grundsätzlich denselben uneingeschränkten Zugang zu Bildung und Beruf sowie zu allen Macht- und Entscheidungspositionen.

So können wir uns für mehr Gleichstellung der Geschlechter einsetzen

Das Thema „Gleichberechtigung Mann und Frau“ wird häufig diskutiert. Doch was können wir tun, um die Situation von Frauen nachhaltig zu verbessern? Entscheidend sind folgende fünf Faktoren:

  1. Ausbau der Kinderbetreuung
  2. Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  3. Bessere Verdienst- und Karrierechancen für Frauen
  4. Abbau von Geschlechterklischees in Alltag und Beruf
  5. Förderung von Finanzkenntnissen und Altersvorsorge

Hier ist vor allem die Politik gefordert. Aber auch du selbst kannst zumindest in deinem unmittelbaren Umfeld dafür sorgen, Geschlechterdiskriminierung abzubauen, indem du Männer und Frauen in allen Bereichen gleichwertig behandelst. Stehe als Frau beruflich und privat für deine Rechte ein. Bist du als Mann in einer Führungsposition tätig, kannst du gezielt weibliche Mitarbeiter beruflich fördern.

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