Sarah Tschernigow spricht auf der Bühne über gesunde Ernährung und wie sie ihre Essstörung überwunden hat

Sarah Tschernigow: „So kannst du deine Essstörung besiegen!”

Vielleicht hast du schon mal den Satz gehört: „Du darfst dich mehr um deine Ernährung kümmern?” Sicherlich. Aber, bist du etwa auch der Überzeugung, dass du dafür keine Zeit hast? „Das ist ein Dilemma”, findet Sarah Tschernigow. „Denn wir müssen ja jeden Tag essen – haben dafür aber keine Zeit.” Bei ihrem Auftritt bei der Rednernacht in der Volksbühne am Rudolfplatz teilte die Speakerin eine sehr persönliche Erfahrung zu ihrem Herzensthema – der Ernährung. Denn Sarah brauchte lange, um ihre Essstörung zu besiegen. Erfahre jetzt mehr. 

„Welche Priorität legst du auf das Thema Ernährung?”

Sarah zitiert einen englischen Schriftsteller, der einst sagte: „Es ist nicht die Zeit, die heute schneller vergeht, als früher. Nur wir laufen eiliger an ihr vorbei.” – „Diese Weisheit veröffentlichte er vor 80 Jahren – also weit vor Instagram. Doch worum geht es wirklich? Geht es nicht vielmehr darum, wo wir unsere Prioritäten setzen?”, fragt sie das Publikum. 

Jeder einzelne von uns ist eine gigantische Rechenmaschine. Auch der, mit der Fünf in Mathe. Immer dann, wenn ich sage, ich habe keine Zeit für etwas, heißt das eigentlich: ,Etwas anderes ist mir gerade wichtiger’. Niemand von uns muss montags zur Arbeit gehen. Niemand von uns muss den Burger mit Pommes essen. ABER: Wo wir gerade beim Thema Ernährung sind – es dauert auch nicht länger, einen Salat zu bestellen.” 

Ausreden über Ausreden, wenn es um die richtige Ernährung geht

Bevor du dich entscheidest, was du heute isst, beginnt bei dir wahrscheinlich ein richtiges Gedankenkarussell: „Einmal ist keinmal”, „Das ist mir zu gesund”, „Besser später als nie”, „Mag ich nicht”, „Ich habe eh schon alle Diäten durch!” – und heute ist Cheat Day! Oder Wochenende, Weihnachten, ich habe frei. Das habe ich mir verdient… Ausreden gibt es genügend, damit du dich gerade nicht um deine Ernährung kümmerst.

Sarah Tschernigow: „Ich mache gesunde Ernährung einfach!”

Gibt es in deinem Umfeld möglicherweise Menschen, die immer alles richtig kompliziert machen müssen? „Ich habe vor einiger Zeit die Marke ,No time to eat’ ins Leben gerufen. Denn ich durfte feststellen, dass wir alle keine Zeit für Ernährung haben. Und ich mache gesunde Ernährung einfach”, erklärt Sarah Tschernigow, die selbst an einer Essstörung litt.

„Es ist doch die Frage, ob es im Zeitalter von Google und YouTube um Wissen geht oder vielmehr um Entscheidungen. Es ist richtig: Unsere Zeit ist begrenzt. Das vergessen wir im Alltag oft. Da sehen wir nur die Uhr mit den Ziffern von eins bis zwölf. Der Zeiger dreht und dreht sich. Aber unser Leben ist nicht so. Es gleicht vielmehr einer Sanduhr. Jedes Korn Lebenszeit, das unten durchgesickert ist, ist weg!”

Wertvoller Ernährungstipp 

Zeit ist das wertvollste Gut – heißt es. „Ich behaupte, dass unsere Energie unser wertvollstes Gut ist. Hast du dich schon mal gefragt, welche Energie du haben möchtest? Die von einem Porsche oder einem Fiat Panda? Wenn du dich für einen Porsche entscheidest, womit tankst du ihn? Nimmst du hochwertigen Treibstoff oder Cola Light? Es geht doch in Wahrheit um Entscheidungen. Ich werde sehr oft gefragt, was mein bester Ernährungstipp ist, wenn ich keine Zeit habe?” 

„Dann antworte ich: Wie möchtest du dich eigentlich fühlen den ganzen Tag? Nicht im Sinne von: „Was muss ich noch alles erledigen?” Sarah Tschernigow findet, dass die Deutschen insbesondere sehr viel Zeit haben, wenn es darum geht, ihren Urlaub im Detail zu planen: Wann wird eingecheckt? Wo sollten wir die Liegen reservieren? Wann gibt es wo etwas zu essen? „Dieselben Menschen haben angeblich keine Zeit, sich zu überlegen, wie sie sich den Rest des Jahres gut fühlen könnten”, bedauert sie. „Die meisten stellen sich nicht die Frage: ,Was möchte ich in meinem Leben?” 

Sarah Tschernigow: „Wir leben in einer ,Ich-muss-Gesellschaft’!”

Sarah Tschernigow hat eine Erfahrung gesammelt: „Die meisten Menschen denken den ganzen Tag: ,Ich muss!’  – gefolgt von: ,Und was könnten andere darüber denken, was ich mache?’ Willkommen in der ,Ich-muss-Gesellschaft’! Habt ihr euch das Wort mal angeschaut? Wisst ihr was das heißt?

  • M= Mache
  • U= Unfreiwillig
  • S= Selbstlose
  • S= Sachen

Ich mache unfreiwillig selbstlose Sachen! Wir müssen nicht auf unsere Ernährung achten. Wir müssen den Zucker nicht reduzieren. Aber, ein kurzer Perspektivwechsel: Vielleicht möchten wir es – weil wir uns den ganzen Tag gut fühlen möchten!”

Wenn aus einem „Ich muss abnehmen” eine Essstörung wird

Sarah Tschernigow kennt eine wahre Geschichte von einem „Ich-muss-Menschen”. Eine junge Frau, Ende 20. Sarah gibt ihr den Decknamen „Steffi”. „Bei ihr im Kopf drehte sich immer alles darum, was sie in ihrem Leben erledigen muss. Eines morgens steht Steffi vor dem Spiegel und denkt sich: ,Ich muss abnehmen.’ Da sie eine absolute Macherin ist, entscheidet sich Steffi für ein Programm zum Abnehmen. 

Schnell werden die ersten Maßnahmen umgesetzt. Sie steigert sich in ihr Ziel richtig rein. Erst wurde sie belächelt, dann bewundert. Und nichts motiviert uns mehr, als Erfolg und Anerkennung. Doch nach etwa drei bis vier Monaten kippt Steffis Vorhaben: Sie fühlt sich müde und erschöpft. Viel lieber würde sie mal wieder mit ihren Freunden ins Kino, statt zwanghaft Sport zu machen. 

Eines abends kommt sie völlig ausgelaugt nach Hause. Allein sitzt sie in ihrer Wohnung. Und das Herz ist so schwer wie die Sporttasche. Sie spürt Leere – und füllt diese mit Schokolade. Dabei bleibt es nicht… Sie rutscht in eine Essstörung – alleine kann sie diese nicht besiegen. Und trotzdem fragt sie sich nicht zu dem Zeitpunkt: ,Was möchte ich eigentlich?’ Denn dann würde die innere Stimme im Kopf auch leiser werden – die einem immer wieder eintrichtert: ,Du bist nicht gut genug. Du hast keine Disziplin und bist nicht liebenswert.’”

Sarah Tschernigow: „Ich entschied mich, meine Essstörung zu besiegen!”

„Ich habe euch gesagt, dass Steffi heute hier ist. Sie steht vor euch und heißt Sarah. Ich war Ewigkeiten getrieben von einem permanenten: ,Ich muss’. Durch Coachings begriff ich dann, dass ich gar nichts muss. Außer maximal glücklich zu sein! Glücklichsein ist eine Entscheidung. Und die Essstörung zu besiegen. Meine Entscheidung. Jeder von uns ist doch gerade die Summe aus vielen kleinen und großen Entscheidungen in seinem Leben. Und übrigens: Dinge nicht zu tun, ist auch eine Entscheidung! Und du kannst sie jeden Tag neu treffen. Du musst vor nichts Angst haben!”, motiviert Sarah.

„Was möchtest du eigentlich?”

Erinnere dich daran: Wir alle sind geniale Rechenmaschinen. Auch du, mit der Fünf in Mathe. Und wir wägen die ganze Zeit unsere Vorteile ab. „Um Entscheidungen zu treffen, mit denen wir uns auch gut fühlen, dürfen wir uns alle einen großen Schritt entfernen von: ,Ich muss’”, weiß Sarah aus Erfahrung. „Stelle dir stattdessen regelmäßig die Frage: ,Was möchte ich eigentlich?’”

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