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Firmengründung: Dein Schritt in die Selbstständigkeit

Lesezeit von 9 Minuten
Firmengründung: Dein Schritt in die Selbstständigkeit

Der Traum vom eigenen Unternehmen – diesen hegen unzählige Menschen auf der ganzen Welt. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2019 sage und schreibe 550.000 neue Firmen angemeldet. Möchtest auch du bald ein Teil dieser Zahl sein? Dann lies unbedingt weiter! Wir zeigen dir, was du bei der Firmengründung beachten solltest und was dich auf deiner Reise zum eigenen Unternehmen erwartet.

Warum sollte man ein Unternehmen gründen?

Es gibt unzählige Gründe, warum es sich lohnt, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Wolltest du schon immer dein eigener Chef sein? Wolltest du schon immer nach deinen Vorstellungen arbeiten? Möchtest du deinen Traum verwirklichen und deine eigenen Fußstapfen auf der Erde hinterlassen? Dann ist eine Unternehmensgründung genau das Richtige für dich.

Einer Sache solltest du dir allerdings im Vorfeld bewusst sein: Der Erfolg kommt nicht von allein. Du wirst sehr viel Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit an den Tag legen müssen. Du selbst bist dafür verantwortlich, dass deine Firma genug Geld abwirft, sodass du davon leben kannst.

Läuft etwas schief, liegt es bei dir, das Problem aus der Welt schaffen. Du stehst an der Unternehmensspitze, weshalb es niemanden gibt, den du dafür verantwortlich machen kannst. Bist du dir all dieser Dinge bewusst und bereit, Zeit, Nerven und Herzblut zu investieren? 

Was kostet eine Firmengründung?

Welche Kosten bei einer Firmengründung auf dich zukommen, kann ganz unterschiedlich sein. Entscheidend ist vor allem die Art des Unternehmens, für die du dich entscheidest. Machst du dich beispielsweise als Freelancer selbstständig, ist das völlig kostenlos für dich. Meldest du ein Gewerbe an, kostet dich das je nach Wohnort rund 50 Euro.

Entscheidest du dich hingegen dafür, eine Kapital-, Kommanditgesellschaft oder ähnliches zu gründen, dann erwarten dich deutlich höhere Kosten. In diesem Fall musst du beispielsweise zusätzlich Gesellschaftsverträge erstellen lassen, die wiederum notariell beurkundet werden müssen. Das ist natürlich nicht kostenlos. Wie viel dich die Dienste der Notarin oder des Notars kosten, hängt ganz von der Komplexität deines Unternehmens ab.

Nicht zu vergessen sind Schutzrechte, die du möglicherweise beim Marken- oder Patentamt anmelden möchtest.

eigene firma gruenden

Wer kann ein Unternehmen gründen?

Grundsätzlich können alle Bürgerinnen und Bürger mit deutscher Staatsbürgerschaft hierzulande eine Firmengründung vornehmen. Dank der Niederlassungs- und Gewerbefreiheit können aber auch andere EU-Bürgerinnen und –Bürger in Deutschland eine Firmengründung vollziehen. Personen, die aus einem Nicht-EU-Land stammen, benötigen hingegen eine befristete Aufenthaltsgenehmigung oder eine unbefristete Niederlassungserlaubnis.

Erfüllst du die fachlichen Voraussetzungen für eine Firmengründung?

Wenn du eine Firma gründen möchtest, musst du dich natürlich in der Branche, in der du tätig sein willst, auskennen. Andernfalls bleibt der Erfolg aus. Es kann aber auch sein, dass du ohne spezielle Kenntnisnachweise gar nicht erst die Chance hast, dich selbstständig zu machen. Das ist zum Beispiel im Handwerk nicht selten der Fall sein. Informiere dich also im Vorfeld unbedingt darüber, ob du beispielsweise einen Meisterbrief vorlegen musst oder andere Zulassungsnachweise benötigst.

Unabhängig von diesen Anforderungen solltest du natürlich gewisse Grundkenntnisse, was betriebswirtschaftliche und kaufmännische Angelegenheiten betrifft, mitbringen – das versteht sich von selbst. Diese benötigst du, um deine Bücher korrekt zu führen und den Überblick über Einnahmen, Ausgaben, Gewinn und Co. nicht zu verlieren.

Welche Rechtsform sollte ich bei der Firmengründung wählen?

Eine der wohl wichtigsten Fragen, die du dir am Anfang stellen musst, ist die der Rechtsform. Davon gibt es unglaublich viele, was die Entscheidung nicht gerade leichter gestaltet. Die gängigsten 5 stellen wir dir deshalb im Folgenden vor.

1. Einzelunternehmen

Du möchtest eine One-(Wo)man-Show liefern? Dann ist ein Einzelunternehmen die perfekte Wahl. Hierbei handelt es sich um die einfachste Rechtsform, denn sie ist mit dem geringsten Aufwand verbunden. Hierfür musst du dich nicht einmal ins Handelsregister eintragen lassen, solange dein Business nur unter deinem Klarnamen bzw. deiner Berufsbezeichnung läuft.

2. GbR: Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Möchtest du einen oder mehrere Geschäftspartner mit ins Boot holen, bietet sich eine GbR an. Hierbei handelt es sich um die einfachste Rechtsform für Personengesellschaften. Du bist nicht verpflichtet, dich ins Handelsregister eintragen zu lassen und auch die Formalitäten fallen vergleichsweise gering aus.

Wichtig zu wissen ist allerdings, dass deine Geschäftspartner/innen und du hier nicht nur mit dem Gesellschafts-, sondern auch dem Privatvermögen haften.

3. GmbH: Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Eine GmbH ist eine Kapitalgesellschaft. Anders als bei der GbR haftest du hier nicht mit deinem Privat-, sondern ausschließlich mit dem Gesellschaftsvermögen. Damit du eine GmbH gründen darfst, benötigst du allerdings eine Kapitaleinlage von mindestens 25.000 Euro. Außerdem musst du dich im Rahmen der Firmengründung in das Handelsregister eintragen lassen und zudem doppelt buchführen.

4. eG: Eingetragene Genossenschaft

Schließt du dich mit mindestens zwei weiteren Personen zusammen, könnt ihr eine eG gründen. Ihr findet euch in einer Kapitalgesellschaft zusammen und erreicht so gemeinsam Ziele, die ihr allein nicht umsetzen konntet.

Zu diesem Zweck arbeitet ihr eine Satzung aus, die genau festlegt, inwiefern ihr als Genossenschaft haftet, wie die rechtlich verbindliche Generalversammlung abläuft und natürlich auch, wie hoch die Genossenschaftseinlage ausfällt. Ihr müsst euch zudem ins Genossenschaftsregister eintragen lassen und einen Jahresabschluss erstellen, den der Genossenschaftsverband überprüft.

5. AG: Aktiengesellschaft

Entscheidest du dich bei der Firmengründung für eine AG, besitzen alle Gesellschafter/innen Anteile in Form von Aktien. Hier erwartet dich ein ähnlich hoher bürokratischer Aufwand wie bei der eG. Allerdings arbeitest du hier nicht mit einer Satzung, sondern einem Gesellschaftsvertrag. Außerdem benötigst du mindestens 50.000 Euro Grundkapital.

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Wo muss eine Firmengründung angemeldet werden?

Wo du dich nach der Firmengründung überall anmelden musst, hängt ganz davon ab, für welche Unternehmensart du dich entschieden hast. Wirst du beispielsweise als Freiberufler tätig, sendest du lediglich ein formloses Schreiben an dein zuständiges Finanzamt. Im Anschluss wirst du aufgefordert, einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung auszufüllen und bekommst schließlich deine Steuernummer zugeteilt. Das war es auch schon.

Bist du kein Freiberufler, bist du dazu verpflichtet, dich beim Gewerbeamt anzumelden. Auch eine Mitgliedschaft in der IHK wird dann vorausgesetzt. Das Gewerbeamt sendet deine Anmeldung deshalb direkt weiter und du musst dich um nichts mehr kümmern.

Alle Kaufleute müssen sich außerdem ins Handelsregister eintragen lassen. Darum kümmert sich ein/e Notar/in. Beschäftigst du Mitarbeitende, ist zudem eine Meldung bei der Berufsgenossenschaft Pflicht. Gründest du hingegen einen Handwerksbetrieb, dann vergiss nicht, dich schriftlich bei der entsprechenden Handwerkskammer zu melden.

Deine Sozialversicherungen

Natürlich musst du dich als selbstständig tätige Person auch selbst um deine Sozialversicherungen kümmern. Du bist verpflichtet, deine Krankenkasse über deine Tätigkeit zu informieren und hast zusätzlich die Möglichkeit, freiwillig in die Deutsche Rentenversicherung einzuzahlen. In einigen Fällen musst du das sogar, beispielsweise wenn du als scheinselbstständig eingestuft wirst, oder zur

Gruppe der Künstler und Publizisten gehörst.

Trifft Letzteres auf dich zu, meldest du dich bei der Künstlersozialkasse an, denn dann unterliegst du dort einer Sozialversicherungspflicht. Sie übernimmt, genau wie es ein Arbeitgeber tun würde, die Hälfte deiner Sozialversicherungsbeiträge.

Welche Förderungen gibt es bei der Firmengründung?

Der Staat bietet dir verschiedene Möglichkeiten zur finanziellen Förderung, wenn du dich für eine Firmengründung entscheidest.

  1. ERP-Gründerkredit: „Enterprise-Ressource-Planning“, Kredit mit sehr niedrigen Zinsen
  2. Gründungszuschuss als Startup-Förderung: Zuschuss vom Arbeitsamt für alle, die eine Firmengründung aus der Arbeitslosigkeit mit ALG1 heraus anstreben
  3. Einstiegsgeld: Zuschuss vom Arbeitsamt für Empfänger von ALG2, die eine Firma gründen möchten
  4. Förderprogramm Invest: Erwerbs- und Exitzuschuss zur Förderung junger und innovativer Unternehmen
  5. Beratungsförderung für Gründer: Fördergelder für Beratungsleistungen bezüglich Finanzierung, Marketing und mehr
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8 Schritte, um ein Unternehmen zu gründen

Ein erfolgreiches Unternehmen gründest du nicht einfach so von heute auf morgen aus einer Laune heraus, so viel steht fest. Wenn du es wirklich ernst meinst und eine Firmengründung anstrebst, die dir eine langfristige Zukunft verspricht, solltest du die folgenden 8 Schritte befolgen.

1. Geschäftsidee finden und prüfen

Ganz am Anfang steht die Idee, klar. Auf welcher Grundlage sollst du sonst auch eine Firma gründen? Also gehe in dich und überlege ganz genau, was dir Spaß macht, was dir liegt und womit du dich fortan tagtäglich beschäftigen möchtest. Die Geschäftsidee bildet die Grundlage für deinen Erfolg und auch dein persönliches Glück. Denn Hand aufs Herz: Wenn du schon eine Firma gründest, dann solltest du auch für die Idee, die dahintersteckt, brennen.

Im Rahmen einer Marktanalyse verschaffst du dir anschließend einen Überblick über die Konkurrenz und wirfst auch einen genauen Blick auf die Zielgruppe. Auf diese Weise prüfst du, ob du mit deiner Geschäftsidee überhaupt eine Chance am Markt hast und dich behaupten kannst. Alle Informationen, die du hierfür benötigst, stellen dir die Branchenverbände oder die Industrie- bzw. Handwerkskammern zur Verfügung.

2. Planung und Vorbereitung

Gut geplant ist halb gewonnen. Also stelle dir direkt zu Beginn wichtige Fragen wie:

  • Brauchst du Genehmigungen für deine Firmengründung?
  • Wo musst du dich anmelden?
  • Welche Versicherungen benötigst du?

Erstelle dir einen detaillierten Plan, wann du dich um welche Angelegenheit kümmern musst. So versäumst du keine wichtigen Fristen, die dir einen Strich durch die Rechnung machen könnten.

3. Rahmenbedingungen für Firmengründung: Haupt- oder nebenberuflich?

Zahlreiche Neugründer entscheiden sich erst einmal für eine nebenberufliche Gründung. Auf diese Weise beziehen sie weiterhin ihr festes Gehalt aus ihrem Anstellungsverhältnis und können ihr Unternehmen ganz ohne finanziellen Druck aufbauen. Gerade in der Anfangszeit fallen die Ausgaben oft hoch aus und können noch nicht durch die Einnahmen gedeckt werden. Erhältst du in dieser Zeit noch ein festes Gehalt, stellt das eine enorme Erleichterung dar.

Allerdings bedeutet das auch, dass du deutlich weniger Zeit in dein eigenes Unternehmen investieren kannst.

4. Businessplan & Finanzierung klären

Apropos Finanzen: Wie ist es eigentlich um deine Rücklagen bestellt? Welche Förderungsmöglichkeiten kannst du vielleicht in Anspruch nehmen? Du musst deine Finanzen stets ganz genau im Auge behalten, denn sonst kann der Traum von der Firmengründung schnell ausgeträumt sein.

Die Erstellung eines Businessplans hilft dir dabei, herauszufinden, welches Kapital du zu welchem Zeitpunkt benötigst und wie viel du vermutlich einnehmen wirst. Er legt außerdem dein Geschäftsmodell dar, beinhaltet eine Wettbewerbsanalyse und zeigt auf, wie dein Unternehmen in der Branche heraussticht. Damit bietet der Businessplan eine wichtige Grundlage, mit der du auf mögliche Geldgeber zugehen kannst.

5. Markennamen

Fast genauso wichtig wie dein Businessplan ist dein Markenname. Darunter wird dein Unternehmen für alle Zeit bekannt sein. Deshalb sollte er einerseits natürlich dazu passen, andererseits aber auch eingängig sein und einen hohen Wiedererkennungswert aufweisen.

Bevor du dich festlegst, wirf unbedingt einen Blick ins Handelsregister und prüfe, welche Namen schon vergeben sind. Informiere dich auch, ob es bereits Unternehmen mit einem ähnlichen Markennamen gibt. Andernfalls ist die Verwechslungsgefahr groß und im Zweifelsfall landen Interessenten, die eigentlich nach deiner Firma gesucht haben, bei der Konkurrenz.

Hast du dich für einen Namen entschieden, dann melde ihn beim Deutschen Patent- und Markenamt an und sichere dir gleich die dazugehörige Domain.

6. Anträge, Genehmigungen etc. prüfen

Bevor es richtig losgehen kann, brauchst du unter Umständen erst einmal ein paar Genehmigungen und Zulassungen. Prüfe, ob du eine Tätigkeit ausübst, die einer Erlaubnispflicht unterliegt. Welche dazugehören, definiert die Gewerbeordnung. Teil der Liste sind beispielsweise das Betreiben von Spielhallen oder Tätigkeiten im Reisegewerbe.

Übst du einen erlaubnisfreien Job aus, kannst du dich ganz einfach und ohne Umwege beim Gewerbeamt anmelden.

7. Firmengründung: Rechtsform finden

Wir haben dir bereits einige Rechtsformen vorgestellt, zwischen denen du wählen kannst. Wichtig bei der Wahl ist erst einmal, ob du allein tätig sein wirst, oder im Team. Entscheidend ist auch, wie viel Startkapital dir zur Verfügung steht und ob du dich für eine beschränkte Haftung entscheidest oder nicht.

8. Positionierung

Herzlichen Glückwunsch, du hast deine Firmengründung abgeschlossen! Jetzt gilt es, Gewinne zu erzielen und sich erfolgreich am Markt zu etablieren. Also bleibe stets auf dem Laufenden, was die Bedürfnisse und Wünsche deiner Zielgruppe betrifft, betreibe fleißig Kundenakquise und platziere deine Produkte oder Dienstleistungen mit einem stimmigen Marketingkonzept auf dem Markt.

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