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Mit einem Soziogramm arrangierst du dein Team optimal

Lesezeit von 7 Minuten
Mit einem Soziogramm arrangierst du dein Team optimal

Zwischenmenschliche Beziehungen können schnell ziemlich komplex werden. Je größer die Gruppe ist, desto unübersichtlicher werden die Verbindungen untereinander oftmals. Ein Soziogramm ist ein wertvolles Hilfsmittel, um den Durchblick zu behalten, denn es stellt alle Beziehungen grafisch dar.

Einfach erklärt zeigt es, wie die Mitglieder einer Gruppe zueinander stehen. Damit lassen sich Sympathien, kleine Konflikte oder sogar ausgeprägte Antipathien ganz leicht aufzeigen. Die Strukturen innerhalb der Gruppe werden dank des Soziogramms messbar und bilden eine wertvolle Grundlage, um die sozialen Verhaltensweisen zu bessern. Auch versteckte Konflikte, die vorher vielleicht noch gar nicht als solche wahrgenommen wurden, kannst du mit dessen Hilfe auflösen.

Deshalb solltest du unbedingt anfangen, mit Soziogrammen zu arbeiten

In der Gruppe gehen die Beziehungen zwischen den einzelnen Mitgliedern schnell unter. Umso wichtiger ist es, Möglichkeiten zu finden, wie du immer im Bilde bleiben kannst. Das liefert dir nicht nur wertvolle Erkenntnisse darüber, wo eventuell dicke Luft herrscht, die das Arbeitsklima negativ beeinflusst. Soziogramme zeigen dir auch, welche Teammitglieder besonders gut miteinander auskommen und in Zukunft vielleicht häufiger zusammenarbeiten sollten. Kurz und knapp gesagt, legen Soziogramme das Gruppenverhalten offen.

Welche Personen treiben sich vielleicht sogar gegenseitig voran oder wer kann von wem noch etwas lernen? All diese Erkenntnisse liefern dir Soziogramme. Damit kannst du also nicht nur Probleme, die die Effektivität des Teams womöglich ausbremsen, aus der Welt schaffen, sondern auch genau die Personen enger zusammen arbeiten lassen, die die Produktivität in dieser Kombination optimal vorantreiben.

Ein Einblick in die Geschichte der Soziometrie: So entstand das heute bekannte Soziogramm

Lass uns gemeinsam eine kleine Zeitreise antreten und den Anfängen der Soziometrie auf den Grund gehen. Wir reisen in den Beginn des 20. Jahrhunderts. Wir befinden uns jetzt in Österreich und stehen an der Seite von Jacob Levy Moreno. Der Psychiater, der übrigens auch ein Schüler von Sigmund Freud war, war in einer Flüchtlingskolonie tätig und beobachtete dort zwischenmenschliche Konflikte verschiedenster Art aus nächster Nähe. Ihm kam der Gedanke, es müsste doch eine Möglichkeit geben, wie man all diese Beziehungen organisieren könnte, um Konfliktsituationen zu umgehen.

Wir reisen weiter in das Jahr 1925 und treffen Moreno in den Vereinigten Staaten wieder. Hier hat er sich niedergelassen, um die theoretische Grundlage für seine Idee der Beziehungs-Organisation zu schaffen. Auch andere Forscher waren angetan von Morenos Gedankengängen und unterstützen ihn dabei, die Soziometrie ins Leben zu rufen.

Von einer kleinen Idee zur empirischen Sozialforschung

Lass uns weiter in Raum und Zeit reisen. Wir finden Moreno jetzt in New York, genauer gesagt im Sing-Sing Gefängnis. Hier setzte er seinen soziometrischen Ansatz zum ersten Mal großangelegt in die Praxis um. Die Vielfalt der zwischenmenschlichen Beziehungen im Gefängnis ging weit über die hinaus, die Moreno in der Flüchtlingskolonie beobachtet hatte. Das ermöglichte es ihm, das große Ganze in einem völlig anderen Ausmaß zu betrachten.

Genau diese Erfahrung war es, die die Grundlage für die Soziogramme, mit denen er die Sympathien und Antipathien innerhalb einer Gruppe visualisierte und untersuchte, bildete. Moreno veröffentlichte seine Soziogramme in der Wissenschaftlergemeinschaft in Nordamerika und stieß auf Anklang. Die Resonanz war sehr positiv und die Soziometrie wurde nach und nach als effektive Methode zur psychologischen Analyse von zwischenmenschlichen Beziehungen anerkannt. Moreno fuhr also einen vollen Erfolg ein. Und der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt.

Wo kannst du Soziogramme sinnvoll einsetzen?

Soziogramme werden besonders gern bei Kindern angewendet. Sie konnten sich bisher in Schulklassen und sogar im Kindergarten etablieren. ErzieherInnen und LehrerInnen benutzen sie gern, um über Konflikte unter den Kindern im Bilde zu sein und auch positive Interaktionen zu visualisieren. Mit dem Wissen darüber, was die Soziogramme ihnen bieten, können sie besser auf die Kinder und die Gruppe im Ganzen eingehen – als auch Einfluss auf die Gruppendynamik nehmen. Aber natürlich sind Soziogramme nicht nur ein tolles Hilfsmittel im Umgang mit Kindern.

Auch für dein Team im Unternehmen ist es durchaus sinnvoll, regelmäßig auf die grafische Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen zurückzugreifen. Damit kannst du die Gruppendynamik und die der einzelnen Teammitglieder genau visualisieren und analysieren. Das hilft dir, die Kommunikation deutlich zu verbessern. Soziogramme bilden außerdem eine wertvolle Grundlage für die Unternehmensentwicklung und Coachings im Team sowie mit einzelnen Mitarbeitern.

Dazu befragst du jedes Mitglied deines Teams zu seinen Beziehungen zu seinen Kollegen und Vorgesetzten. Auch das Verhältnis zu Stammkunden kann relevant sein, wenn ihr im Unternehmen einen besonders engen Kontakt zu Klienten pflegt. Anders als beispielsweise beim Organigramm, liegt der Fokus hier nicht auf der hierarchischen Struktur in der Gruppe. Die gesamte Aufmerksamkeit gilt den Beziehungen zwischen den Mitgliedern des Teams.

Das Soziogramm als Momentaufnahme

Wir alle entwickeln uns in unserer Persönlichkeit weiter. Dementsprechend unterliegen auch unsere zwischenmenschlichen Beziehungen einem Wandel. Ein Soziogramm kann immer nur die aktuelle Situation darstellen. Es ist quasi mehr oder weniger eine Momentaufnahme und genau als solches sollst du es auch immer wieder betrachten. Einige Beziehungen können morgen schon ganz anders aussehen.

Berücksichtigst du also immer noch Konflikte, die schon längst aufgelöst sind, hältst du dich unnötig lange an Problemen auf, die gar nicht mehr gegeben sind? Andersherum kann es natürlich auch sein, dass du dich auf die hervorragende Zusammenarbeit zweier Teammitglieder verlässt, obwohl sich beide mittlerweile in zwei völlig unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. 

Du merkst es schon – Soziogramme bringen dich nur weiter, wenn du und dein Team sie regelmäßig erstellen. Nur dann liefern sie dir auf lange Zeit aussagekräftige Ergebnisse, mit deren Hilfe du die Gruppendynamik in die richtige Richtung bewegen kannst.

Soziogramm

Wie erstellt man ein Soziogramm?

Das war jetzt alles ganz schön viel Theorie, nicht wahr? Keine Sorge, wir reden nicht mehr weiter um den heißen Brei herum, sondern machen uns jetzt endlich ans Eingemachte. Wie funktioniert das denn nun mit dem Soziogramm? Wir zeigen es dir! Ein Soziogramm erstellst du in drei Schritten:

  1. Definiere die Teilnehmer.
  2. Stelle relevante Fragen.
  3. Werte die Ergebnisse aus.

Zuerst überlegst du also, wer im Soziogramm berücksichtigt werden soll. Ist es die gesamte Gruppe, sind es nur einzelne Mitglieder oder sollen sogar Personen, die nicht direkt Teil des Teams sind, aber Einfluss darauf nehmen, in der Grafik zu sehen sein? Du bist dir nicht sicher? Dann überlege erst einmal, was genau du mit dem Soziogramm erreichen willst. Davon hängt ab, wen du am besten darin aufnimmst.

Wähle den Personenkreis zielorientiert aus

Möchtest du nur Gruppenprozesse dokumentieren und dich auf das beschränken, was innerhalb dieses Kreises passiert, ergibt es wenig Sinn, auch Außenstehende zu involvieren. Hier sind alle Mitglieder der Gruppe gefragt, damit du Konflikte, Grüppchenbildungen im Team oder besonders effektive Allianzen erkennen kannst. Teamübergreifende Projekte gehören zum Alltag in deinem Unternehmen? Dann dehne das Soziogramm auf weitere Personen aus. Alle Involvierten, egal aus welchem Team sie eigentlich stammen, sollten dann Teil der grafischen Darstellung werden.

Bei teamübergreifenden Projekten ist die Soziometrie sogar ein besonders hilfreiches Mittel. Innerhalb kleinerer Teams, die sehr häufig zusammenarbeiten, herrscht meistens ein gutes Arbeitsklima, denn die Gruppe kennt sich gut und ist eingespielt. Werden aber Personen aus verschiedenen Teams neu zusammengewürfelt, ist das nicht immer der Fall.

Vor allem in Sachen Kommunikation hapert es manchmal, sodass mögliche Konfliktpunkte und Antipathien oft versteckt bleiben. Mit Soziogrammen werden sie alle aufgedeckt, analysiert und bestenfalls aus der Welt geschafft. Das bringt die gesamte Gruppe nach vorn.

Welche Fragestellungen sind sinnvoll?

Du hast nun alle Personen, die im Soziogramm aufgenommen werden sollen, definiert. Jetzt geht es darum, die Beziehungen zwischen ihnen offenzulegen. Das gelingt am besten, wenn du gezielte Fragen stellst. Das können zum Beispiel folgende sein:

  • Wem vertraust du dich an, wenn du ein Problem hast, das die Arbeit betrifft?
  • Wem vertraust du dich an, wenn du private Probleme hast?
  • Mit wem arbeitest du am liebsten zusammen?
  • Wer lässt dich zu Höchstleistungen auflaufen?
  • Auf wen kannst du dich immer verlassen, wenn sich die anderen gegen dich stellen?

Diese und ähnliche Fragen helfen dir dabei, herauszufinden, wer besonders gut miteinander klarkommt und wer gemeinsam die besten Leistungen erbringt. Aber wichtig ist auch, welche zwischenmenschlichen Beziehungen verbesserungswürdig sind. Mögliche Fragen sind hier:

  • Wer verströmt in deinen Augen negative Energie?
  • Wer hindert dich an deiner Arbeit?
  • Wer stellt sich deiner beruflichen Weiterentwicklung in den Weg?
  • Mit wem kommst du einfach nie auf einen grünen Zweig?
  • Auf wen würdest du gern im Team verzichten?
  • Wer sorgt immer wieder für Streitereien?
  • Wer ist nicht vertrauenswürdig?
  • Auf wen kannst du dich einfach nie verlassen?

Formuliere deine Fragen klar und deutlich und passe sie gern auch auf ein bestimmtes Projekt an, an dem dein Team und du gerade arbeitet.

Beziehungen grafisch darstellen

All deine Fragen stellst du den Teammitgliedern einzeln. Nebenbei erfasst ihr die Antworten grafisch und erarbeitet gemeinsam das Soziogramm. Hierfür zeichnest du einen Kreis in die Mitte und versiehst ihn mit dem Namen deines aktuellen Gesprächspartners. Er ist das Zentrum des Soziogramms. Um ihn herum platzierst du alle anderen Namen, die er nennt und stellst die Beziehung zwischen ihnen und der Person, die du gerade befragst, dar.

Ein gutes Verhältnis kannst du zum Beispiel mit einer dicken Verbindungslinie markieren, Streitereien mit blitzähnlichen Pfeilen und Freundschaften mit einem Doppelpfeil, der in zwei Richtungen zeigt. Bei der Symbolik sind dir keinerlei Grenzen gesetzt. Wähle einfach aus, was dir persönlich am sinnvollsten erscheint. Du kannst auch mit einer kleinen Legende arbeiten, in der du noch einmal genau aufführst, welches Symbol wofür steht.

So wertest du deine Soziogramme aus

Hast du alle Beteiligten befragt und deren Beziehungen untereinander im Soziogramm festgehalten, ist es Zeit für die Auswertung. Beruhen die Angaben auf Gegenseitigkeit oder bewertet eine Person seine Beziehung zu einem gewissen Teammitglied ganz anders, als er oder sie es tut? Woher können derart unterschiedliche Wahrnehmungen kommen? Gibt es Teammitglieder, die besonders beliebt sind, sich mit fast allen gut verstehen und sich als toller Gesprächspartner in verschiedensten Angelegenheiten herauskristallisieren?

Mit wem gibt es immer wieder Konflikte und warum ist das so? Sieht die betroffene Person das genauso oder schätzt sie die Situation ganz anders ein? All diese Erkenntnisse bieten dir eine tolle Grundlage, um die Arbeit im Team zu verbessern. Sie zeigt dir auch, in welche Richtung sich das Team gerade entwickelt und gibt dir die Möglichkeit, frühzeitig einzugreifen, wenn du eigentlich eine ganze andere einschlagen möchtest.

Wenn du ehrlich bist, weißt du gar nicht so genau, wo die Reise eigentlich hingehen soll und wohin du dich gemeinsam mit deinem Team entwickeln möchtest? Dann ist unsere Visions Challenge genau das Richtige für dich. In sieben Tagen gehen wir den großen Zielen und Träumen in deinem Leben auf die Spur. Was treibt dich tief in deinem Inneren an und warum tust du überhaupt genau das, was du tust? Gemeinsam finden wir deine Vision!

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Geprüft von Dr. med. Stefan Frädrich

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