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Blended Learning: Das Beste verschiedener Lernformen vereint

Lesezeit von 8 Minuten
Blended Learning: Das Beste verschiedener Lernformen vereint

In der heutigen Zeit macht die Digitalisierung vor nichts mehr Halt. In nahezu jedem Bereich unseres Lebens hat sie Einzug gefunden und das ist eine tolle Sache! Sie erleichtert unser Leben in vielerlei Hinsicht ungemein. Nur ein Klick und unser Einkauf wird uns vor die Tür geliefert. Nur ein kurzes Tippen und schon sind all unsere Fragen beantwortet. Aber nicht immer können oder wollen wir auf den menschlichen Kontakt verzichten. Es gibt Dinge, die funktionieren von Angesicht zu Angesicht einfach besser. So hat jede Seite ihre Vorteile, die man super miteinander vereinen kann. Heraus kommen hybride Formen wie z. B. beim Blended Learning. Was genau es damit auf sich hat, liest du hier.

Was ist Blended Learning?

Beim Blended Learning kommen verschiedene Lernformen zusammen. Das klassische Präsenzlernen in Form von Workshops, Seminaren und Co. trifft auf digitale Phasen des Selbstlernens, die online gesteuert werden. Diese Lernformen werden so miteinander kombiniert, dass ein großes Ganzes herauskommt, das sämtliche Vorteile vereint und die Nachteile der jeweils anderen ausgleicht. Das zeigt sich z. B. bei der persönlichen Betreuung. Bei rein digitalen Lernformen kommt diese oft etwas zu kurz.

Genau da steigt das Präsenzlernen ein und gleicht diesen Nachteil wieder aus. Natürlich kannst du auch online Fragen stellen, wenn du etwas nicht verstanden hast und E-Mails schreiben oder einen Chat nutzen. Aber in den richtigen Anwesenheitsphasen kannst du viel leichter mit der ganzen Gruppe ins Gespräch kommen, Unklarheiten aus dem Weg räumen und spannende Diskussionen ankurbeln.

Aber Achtung: Blended Learning kombiniert nicht zwingend Online-Phasen mit Phasen der Zusammenkunft zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Präsenz kann in diesem Kontext auch bedeuten, dass sich die Gruppe virtuell trifft, z. B. in Live-Webinaren oder Gruppenkonferenzen per Videochat. Im Grunde bedeutet Präsenz nur Anwesenheit, weshalb theoretisch alle Lernveranstaltungen, an denen alle synchron teilnehmen, Teil dieser Phase im Blended Learning sein können.

blended learning

Worin unterscheiden sich Blended Learning und e-learning?

Blended Learning und e-learning sind doch das Gleiche, denkst du? Nein, nicht ganz. Beim e-learning geht es schlichtweg um das Lernen mithilfe von elektronischen Medien verschiedenster Art. Das kann das Internet selbst sein, aber auch Lernforen und –chats oder spezielle Online-Portale. Nicht zu vergessen sind natürlich auch Online-Seminare und Lehrvideos sind möglich.

Beim e-learning handeln die Lernenden also größtenteils selbstständig. Das hat viele Vorteile, z. B. die volle Flexibilität, was Uhrzeit und Ort betrifft. Egal wie spät es ist oder wo du gerade bist, du entscheidest, wann und wo du lernen möchtest. Auch dein Lerntempo bestimmst du ganz allein. Deshalb ist das e-learning vor allem in der Erwachsenenbildung sehr beliebt.

Abstriche musst du aber oft bei der persönlichen Betreuung machen. Sie ist zwar vorhanden aber natürlich nicht mit dem direkten Kontakt von Angesicht zu Angesicht vergleichbar. Dadurch, dass du völlig frei entscheiden kannst, wann und wo du lernst, lässt du dich unter Umständen auch eher dazu verleiten, Aufgaben aufzuschieben.

Zusammenfassen ist das e-learning also ein Teil des Blended Learnings. Das macht es schwer die beiden Formen konkret voneinander abzugrenzen, denn sie gehen fließend ineinander über.

Diese Vorteile bietet dir Blended Learning

Der wohl größte Vorteil von Blended Learning liegt ganz klar auf der Hand: Es vereint das Beste von verschiedenen Lernformen. Alle Pro’s, die sich daraus ableiten, stellen wir dir jetzt vor.

Passend für jeden Lerntyp

Jeder Mensch lernt anders am besten. Du bist der visuelle Typ, der sich die Dinge mithilfe von Abbildungen und Grafiken am sichersten einprägt? Oder hilft es dir, einfach zuzuhören und dich genau auf die Stimme und die Art, wie jemand etwas sagt, zu konzentrieren? Vielleicht lernst du aber auch am besten, wenn du ganz in Ruhe einen Text liest, den du immer wieder durchgehen und bei dem du jederzeit an eine bestimmte Stelle zurückspringen kannst.

Egal, welcher Lerntyp du bist, im Blended Learning kannst du dich auf die Methoden konzentrieren, die dir am meisten nützen. Du erzielst also maximale Erfolge. In den Phasen des Selbstlernens kannst du dir auch aussuchen, wie du mit Theorie und Praxis umgehst.

Möchtest du erst einmal alle Fakten durchgehen und die Übungen ganz ans Ende schieben? Oder verstehst du die Sachverhalte besser, wenn du dich den dazugehörigen Übungen direkt widmest, bevor du zum nächsten Thema übergehst? Ganz egal, hier entscheidest du!

Du bestimmst, was dir guttut

Wir haben es gerade schon angesprochen: Du entscheidest, wie du lernst. Das Blended Learning bietet dir ein hohes Maß an Selbstbestimmung. Damit kannst du dir die Lernbedingungen schaffen, die optimal für dich sind. Bist du eine richtige Nachteule, wird es dir vielleicht schwerfallen, dich schon am Morgen auf Lerninhalte zu konzentrieren. Im Blended Learning ist das überhaupt nicht schlimm, denn du entscheidest, wann du lernst.

Gelingt dir das spät am Abend oder sogar in der Nacht am besten, weil du dann endlich deine Ruhe hast, dann verlege deine Lerneinheiten einfach. Sogar deinen optimalen Lernort kannst du dir aussuchen, wenn die Präsenzphasen auch online stattfinden. Egal, ob du einen penibel aufgeräumten Schreibtisch brauchst, am besten draußen an der frischen Luft lernst oder dich gemütlich auf die Couch lümmeln möchtest – du hast die freie Wahl. Selbst wenn du gerade unterwegs bist und beispielsweise eine lange Zugfahrt sinnvoll nutzen möchtest, dann kannst du ganz flexibel deine Lernmaterialien auspacken.

Alle Lernenden auf dem gleichen Level

Sicher kennst du es noch aus Schulzeiten: Es gibt immer ein paar SchülerInnen, die alles sofort verstehen und den anderen voraus sind. Und dann gibt es die, die ständig hinterherhängen, weil sie etwas mehr Zeit brauchen, um all die Informationen zu verinnerlichen. Geht es mit dem Lernstoff dann trotzdem immer weiter, ist die Motivation schnell dahin. Im Blended Learning passiert dir das nicht.

In den selbstständigen Phasen kannst du dir die Zeit nehmen, die du brauchst, um alle Inhalte zu verinnerlichen und lernst in deinem ganz eigenen Tempo. Ist das alles hingegen viel zu einfach für dich, dann kannst du gewisse Dinge einfach nur kurz überfliegen und die gewonnene Zeit sinnvoller investieren. In den Präsenzphasen ist dann jeder auf dem gleichen Stand, niemand ist über- oder unterfordert und die gesamte Gruppe bleibt motiviert.

Über die Nachteile von Blended Learning

Das Feedback zu Blended Learning ist im Allgemeinen sehr positiv. Aber das bedeutet nicht, dass es überhaupt keine Nachteile gibt. Also schauen wir uns auch diese einmal genauer an, damit du schon im Vorfeld weißt, worauf du besonders achten solltest.

Besonders hohe Anforderungen an die Lehrenden

Gar nicht so selten wird kritisiert, dass besonders viel von den Lehrenden, die Blended Learning betreiben, erwartet wird. Das liegt allein schon daran, dass sie Materialien in den unterschiedlichsten Formen zur Verfügung stellen, um Präsenz- und Selbstlernphasen optimal zu gestalten.

Gerade das Vorbereiten und Erstellen von Online-Elementen ist sehr aufwändig. Natürlich soll alles perfekt sein, damit die Gruppe optimal lernen kann, wenn gerade keine Präsenzphase stattfindet. Das stellt die Lehrenden vor eine Herausforderung.

Hohes Maß an Selbstmanagement

Was für die einen ein Vorteil ist, kann für die anderen ein Nachteil sein. Natürlich ist es toll, wenn man sich die selbstständigen Lernphasen so einteilen kann, wie man möchte und so perfekt in den Alltag einbauen kann. Aber mit dieser Freiheit geht auch viel Verantwortung einher.

Es liegt an dir, dich aufzuraffen, um deine Materialien durchzugehen und fleißig zu lernen. Niemand wird dir fest vorgeben, wann du was zu tun hast. Gehörst du zu den Personen, die Aufgaben gern aufschieben und alles auf den letzten Drücker erledigen, wirst du unter Umständen Probleme bekommen. Es liegt ganz allein in deiner Verantwortung, dass du bei den Präsenzphasen auf dem gleichen Stand bist wie der Rest der Gruppe.

Technische Hürden

Blended Learning lebt von Technik. Damit du all die digitalen Lernmaterialien auch nutzen kannst, muss diese natürlich reibungslos funktionieren. Die gute Sache ist, dass du nur grundlegende digitale Kenntnisse brauchst und kein Profi sein musst, um Blended Learning für dich zu nutzen. Was also viel wichtiger ist, ist, dass eine Plattform mit gutem Support genutzt wird. Gibt es ein technisches Problem, das nicht bei dir liegt, wird dir im Idealfall sehr schnell geholfen, damit du weiter fleißig sein kannst.

blended learning definition

Eingeschränkte Kontrollmöglichkeiten

Beim Lernen ist es unglaublich wichtig, Feedback zu bekommen und zwar bevor man sich etwas völlig falsch eingeprägt hat. Befindest du dich gerade in einer Selbstlernphase im Blended Learning, ist das schwierig. In den meisten Fällen gibt es natürlich Lösungsblätter für die Aufgaben, die du selbstständig erledigst. Aber das beugt Verständnisproblemen nicht unbedingt vor.

Es kommt durchaus vor, dass man felsenfest davon überzeugt ist, etwas richtig verstanden zu haben, aber am Ende hat man doch etwas überlesen oder überhört, was alles verändert. Doch solche Situationen lösen sich meistens erst im offenen Gespräch, das beim Blended Learning nicht immer möglich ist. Vor allem, wenn du eine neue Sprache lernen möchtest, könntest du Schwierigkeiten bekommen.

Dann werden dir zwar meist Audios zur Verfügung gestellt, mit denen du überprüfen kannst, ob du etwas richtig ausgesprochen hast oder nicht. Trotzdem hört eine Lehrkraft oder ein/e MuttersprachlerIn Fehler deutlicher als du. Kleine Unstimmigkeiten nimmst du selbst vielleicht gar nicht wahr, aber darauf kann dich in Phasen des Selbstlernens niemand hinweisen.

So ist ein Blended Learning Kurs aufgebaut

Im Idealfall orientiert sich ein Blended Learning Kurs an den Bedürfnissen der Teilnehmenden. Dazu beginnt er bestenfalls erst einmal mit einer Kick-Off-Veranstaltung, bei der sich alle kennenlernen. Im Vordergrund stehen hier noch nicht unbedingt Inhalte, sondern vielmehr die Gruppenbildung. Auch Organisatorisches wird abgeklärt, damit der Kurs später reibungslos ablaufen kann und auch während der selbstständigen Phasen keine Probleme auftreten. Natürlich darf auch eine Einführung in die Nutzung der Online-Plattform nicht fehlen.

Dann kann es richtig losgehen. Die genaue Aufteilung in Präsenz- und Selbstlernphasen ist ganz individuell und oft auch abhängig davon, welchem Thema sich der Kurs widmet. Auch, welche Medien herangezogen werden, ist nirgendwo festgelegt. Das können Skripte, Präsentationen, Videos, Audios und mehr sein. Wichtig ist, dass es immer eine Möglichkeit des Austauschs in der Gruppe gibt, z. B. in Form eines virtuellen Klassenzimmers oder eines Gruppenchats.

Das Ende bildet nicht selten eine Abschlussveranstaltung, in der alle Lehrenden und Lernenden noch einmal zusammenkommen, über ihr neues Wissen diskutieren und den Kurs und dessen Ablauf reflektieren.

Blended Learning im Unternehmen einsetzen

Im Berufsleben bietet sich Blended Learning besonders gut an, denn im stressigen Alltag ist es gar nicht so leicht, das Besuchen einer Lehranstalt zu festen Zeiten unterzubringen. Dank des Blended Learnings kannst du zumindest die Selbstlernphasen dann absolvieren, wann es am besten in deinen Zeitplan passt. Sind die Präsenzphasen nicht an einen Ort gebunden, musst du dafür auch nicht extra Urlaub einreichen und umherreisen.

Vielleicht gelingt es dir, deine Arbeitszeiten zumindest für diese Tage an deine Blended-Learning-Termine anzupassen und beispielsweise morgens zu lernen und erst ab dem Nachmittag zu arbeiten. Das kommt natürlich auch den Unternehmen zugute, denn Weiterbildungen müssen nicht gleich zur Geschäftsreise werden. Das spart Fahrtzeit und –geld.

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