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Was ist intrinsische Motivation und wie lässt sie sich fördern?

Lesezeit von 8 Minuten
Was ist intrinsische Motivation und wie lässt sie sich fördern?

Für alles, was du im Leben bewerkstelligst, benötigst du Motivation. Aber wusstest du, dass es zwei verschiedene Arten der Motivation gibt? Der Begriff ist grundsätzlich positiv besetzt, obwohl es durchaus negative Motivatoren gibt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Antrieb, etwas zu erledigen nicht von dir selbst stammt, sondern von außen erzwungen wird.

Was ist intrinsische Motivation?

Als intrinsische Motivation wird die Art von Motivation bezeichnet, die aus deinem tiefsten Inneren entspringt. Sie geht konform mit deinen ganz persönlichen Wünschen, Lebenszielen und Überzeugungen.

Intrinsisch motivierte Handlungen erfüllen nicht zwingend einen bestimmten Zweck. Du übst die jeweilige Tätigkeit einfach nur aus, weil es dir Spaß macht und nicht, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Intrinsisch ist ein lateinischer Begriff und bedeutet übersetzt so viel w „inwendig, hineinwärts". Anhand dieser Übersetzung erschließt sich die Bedeutung. Kennzeichnend für intrinsische Motivation ist es, bei einer Tätigkeit wahre Freude zu empfinden. Du bist unabhängig von der Bestätigung oder Belohnung Dritter. Du machst etwas, das deinen eigenen Wünschen entspricht.

Beispiele für intrinsische Motivation

Es gibt zahlreiche Beispiele für (mögliche) intrinsische Motivation:

  • Das leidenschaftliche Ausüben von Hobbys.
  • Übernahme eines Ehrenamts.
  • Das Ausüben einer beruflichen Tätigkeit, die dir Spaß macht.
  • Eine Sportart ausüben, die dich begeistert.
  • Gewichtsabnahme aus eigenem Antrieb.
  • Aufräumen, weil du es gerne ordentlich magst.
  • Aneignung von Wissen über ein Thema, das dich interessiert.

Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen, dies sind jedoch die prägnantesten Beispiele. Abgesehen von der leidenschaftlichen Ausübung eines Hobbys, können sämtliche andere Beispiele auch durch äußere Anreize motiviert sein. Manche Menschen üben z. B. ein Ehrenamt aus, um bewundert und anerkannt zu werden oder nehmen Gewicht ab, um den Partner zu beeindrucken.

Ebenso kann all dies jedoch aus innerer Überzeugung geschehen. Für Außenstehende ist es nicht immer zu erkennen, ob es sich um intrinsische Motivation handelt oder nicht. Letztendlich ist entscheidend, dass du selbst in der Lage bist, deine Motive für bestimmte Handlungen zu hinterfragen.

intrinsische motivation

Intrinsische und extrinsische Motivation: Was ist der Unterschied?

Die extrinsische Motivation stellt das Gegenteil der intrinsischen Motivation dar. Handelst du extrinsisch, dann wirst du von äußeren Einflüssen geleitet. Du führst die Tätigkeit nicht aus, weil es dir Freude oder Erfüllung verschafft, sondern um eine Belohnung zu erhalten oder negativen Konsequenzen zu entgehen.

Wir merken uns:

Intrinsische Motivation:

  • entspringt der inneren Überzeugung
  • selbstbestimmt
  • geht mit Freude und Erfüllung einher
  • Es ist kein bestimmtes Ziel nötig.

Extrinsische Motivation

  • entspringt äußerem Druck (Erwartungshaltung Dritter, Ängste)
  • fremdbestimmt
  • Du empfindest keine Freude.
  • Es soll ein bestimmtes Ziel erreicht werden.

Die Merkmale der extrinsischen Motivation klingen erst einmal sehr negativ. Dennoch ist die extrinsische Motivation nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Manchmal ist sie auch unabdinglich, um wichtige, aber unangenehme Aufgaben zu erledigen (z. B. die Steuererklärung machen oder den Haushalt auf Vordermann bringen).

Wenn du nur noch den Tätigkeiten nachgehen würdest, die dir von Herzen Spaß machen, würde der Alltag sehr schnell im Chaos versinken. Ein gewisser Hauch extrinsische Motivation ist demzufolge sogar positiv.

Interne Befriedigung und extrinsische Verstärkung

Intrinsische und extrinsische Motivation müssen sich nicht gegenseitig ausschließen. Oftmals existieren sie sogar bei ein und derselben Aufgabenstellung nebeneinander. Gehen wir davon aus, dass du einer beruflichen Tätigkeit nachgehst, die dich innerlich erfüllt. Dennoch möchtest du angemessen bezahlt werden, um nicht in finanzielle Schieflage zu geraten.

Das Streben nach Beförderung oder Gehaltserhöhung in einem Job, den du magst, wäre die extrinsische Verstärkung zur vorhandenen intrinsischen Motivation. Weitere Beispiele für extrinsische Verstärker sind z. B. Belohnungen (finanzieller oder materieller Art) sowie das Gefühl von Anerkennung und Gruppenzugehörigkeit.

Sind wir häufiger intrinsisch oder extrinsisch motiviert?

Wenn wir uns aktuelle Studien zum Thema Motivation ansehen, geht daraus deutlich hervor, dass wir meistens aus extrinsischen Gründen handeln. Dies belegt z. B. die fachliche Publikation zur Motivationstheorie der Ludwig-Maximilians-Universität München sehr deutlich.

Unsere moderne Gesellschaft gilt als besonders leistungsorientiert. Bereits als Kinder bekommen wir mahnend mit auf den Weg, dass wir nur erfolgreich sein können, wenn wir die Erwartungen unseres Umfelds erfüllen. Wir lernen, ungeliebte Aufgaben zu erfüllen, um einer Strafe zu entgehen und / oder eine Belohnung zu erhalten:

„Wenn du eine Eins in Mathe schreibst, bekommst du zehn Euro." (Erwartung von Belohnung)

„Wenn du deine Hausaufgaben nicht machst, darfst du nicht fernsehen." (Angst vor Strafe)

Vielleicht kommt dir das aus deiner Kindheit bekannt vor? Bei Erwachsenen verstärkt sich das erlernte Verhaltensmuster weiter. Wie bereits erklärt, ist ein gewisses Maß an extrinsischer Motivation durchaus hilfreich. Verdrängt die extrinsische Motivation die intrinsische Motivation jedoch komplett, leiden Produktivität und Leistungsfähigkeit. Dies geht aus folgender Studie hervor: Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik .

Wie entsteht intrinsische Motivation?

Intrinsische Motivation entsteht auf der Grundlage positiver Gefühle. Vor allem Stolz spielt eine wesentliche Rolle. Wer sein Leben selbstbestimmt führt und auf das Erreichte stolz ist, muss nicht von außen belohnt oder bestätigt werden.

Weitere Faktoren für die Entstehung intrinsischer Motivation sind Freude, positive Herausforderungen, Wissbegierde (das jeweilige Thema interessiert dich) und Sinnhaftigkeit.

Leidet die intrinsische Motivation durch äußere Faktoren?

Vor einigen Jahren stellten Motivationsforscher die These auf, dass extrinsische Verstärker wie z. B. die Erwartung von Belohnung die intrinsische Motivation stark negativ beeinträchtigen oder sie sogar gänzlich verdrängen. Diese Behauptung gilt mittlerweile als widerlegt: Der Einfluss von Anreizsystemen auf die intrinsische Motivation.

Heute geht man davon aus, dass beide Motivationsformen nebeneinander bestehen können. Wir sind demzufolge nur sehr selten ausschließlich extrinsisch und intrinsisch motiviert. Hierfür muss jedoch folgende Voraussetzung erfüllt sein: Der extrinsische Verstärker (Belohnung oder negative Konsequenz) weist einen direkten Bezug zum Leistungskriterium auf.

Ist dies nicht der Fall, kann die extrinsische Motivation die intrinsische Motivation tatsächlich boykottieren. Wer allein für die Erledigung einer bestimmten Aufgabe belohnt wird (ohne Beachtung des Leistungskriteriums) verliert seine intrinsische Motivation. Die Ausübung der Tätigkeit geschieht dann nur auf Basis der erwarteten Belohnung.

Tipps zur Förderung der intrinsischen Motivation

6 Tipps zur Förderung der intrinsischen Motivation

Intrinsische Motivation lässt sich nicht erzwingen. Wäre das möglich, würdest du jede Aufgabe intrinsisch angehen, da sich dies zweifelsfrei angenehmer anfühlt. Es gibt jedoch Möglichkeiten, deine intrinsische Motivation zu fördern.

Folgende Tipps können dir helfen:

1. Belebe deine Neugierde

Selbst an einer drögen Aufgabe lassen sich interessante Aspekte finden. Kinder beherrschen diese Fähigkeit von Natur aus. Sie stellen zu allen möglichen Dingen die kreativsten Fragen, sodass selbst langweilige Aufgaben spannend werden. Hiervon kannst du dir als Erwachsener eine Scheibe abschneiden. Versuche, öfter mal deine Arbeitsroutine zu unterbrechen und Aufgaben auf völlig neue Weise zu erledigen.

2. Teile dir große Aufgaben in kleine Teilschritte ein

Ungeliebte Aufgaben wirken noch abschreckender, je umfangreicher sie wirken. Von daher kann es Sinn machen, dir Teilziele zu setzen. Hiermit erstickst du das Gefühl von lähmender Überforderung im Keim.

Beispiel: Du musst deine Papiere sortieren. Der Gedanke, wie viele Stunden das in Anspruch nehmen wird, demotiviert dich. Um die Aufgabe übersichtlicher zu gestalten, teilst du sie in Teilschritte ein. Montag sortierst du deine Bankunterlagen, Dienstag deine ärztlichen Unterlagen, Mittwoch die Geschäftspost usw.

Weiteres Plus dieser Methode: Nach jeder erledigten Teilaufgabe stellt sich ein Erfolgsgefühl ein, das dich anspornt, weiterzumachen.

3. Was macht dir an der Tätigkeit Spaß?

Intrinsisch motiviert ist jemand, der eine Aufgabe nur um der Aufgabe willen ausführt. Frage dich also: Was macht dir an der jeweiligen Tätigkeit Spaß? Irgendein Aspekt lässt sich immer finden. Falls nicht, solltest du für zusätzlichen Spaß sorgen: Höre z. B. deine Lieblingsmusik beim Hausputz.

4. Bewahre deine gute Laune

Wenn du bereits mürrisch an die Aufgabe herangehst, wird sich keine intrinsische Motivation einstellen. Versuche daher, positiv gestimmt zu bleiben, auch wenn du eine lästige Tätigkeit ausführen musst. Hierzu ist es nötig, an der inneren Einstellung zu arbeiten. Dies gelingt dir z. B. mithilfe eines professionellen Coachings.

5. Suche dir Verbündete

Gemeinsam mit anderen auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten, kann die intrinsische Motivation steigern. Dies liegt ganz einfach daran, dass die Zusammenarbeit an einer ungeliebten Aufgabe mehr Spaß macht, als wenn du dich allein damit plagen müsstest. Wie du weißt, sind Spaß und Freude die Hauptmerkmale der intrinsischen Motivation.

6. Rede dir „Freiwilligkeit" ein

Intrinsisch motiviert ist nur jemand, der eine Aufgabe ohne Zwang von außen erledigt. Verwandle den Gedanken „ich muss" in „ich will/darf/kann". Gibt es etwas, das du dir wünschst und das durch die Erledigung der Aufgabe erreicht werden kann? Simples Beispiel: Du räumst nicht auf, weil du es musst, sondern weil du es schön sauber haben möchtest.

Intrinsische Motivation im täglichen Leben

Die intrinsische Motivation kann in nahezu jedem Lebensbereich eine Rolle spielen. Je mehr intrinsische Motivation du in dein Leben integrieren kannst, umso glücklicher wirst du dich fühlen.

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Intrinsische Motivation in der Kindererziehung

Insbesondere in der Kindererziehung dominiert häufig die extrinsische Motivation. Viele Eltern nutzen das Prinzip von Strafe und Belohnung, um ihre Kinder dazu zu bringen, ungeliebte Dinge zu tun (aufräumen, Hausaufgaben erledigen). Die Kinder kommen den Anforderungen nach, weil sie sich davon etwas versprechen oder um einer Strafe zu entgehen. Sie handeln nicht aus eigenem inneren Antrieb.

Dabei könnten Kinder viel produktiver und erfolgreicher sein, wenn die Eltern den Fokus auf intrinsische Motivation legen würden. Lass deinem Kind altersgerecht öfter die Wahl, z. B. bezüglich der Reihenfolge der Hausaufgaben. Wer mitreden darf, empfindet schneller intrinsische Motivation.

Versuche, ungeliebte Aufgaben für dein Kind auf spielerische Weise zu gestalten, sodass es Spaß hat. Warum sollte man das lästige Aufräumen nicht als Spiel betrachten? Gebe deinen Kindern altersgerecht positive Rückmeldungen, wenn sie etwas besonders gut gemacht haben, statt ihnen Geld oder Süßigkeiten zu schenken.

Auf diese Weise lernen Kinder, stolz auf sich zu sein. Dieser innere Stolz führt zu intrinsischer Motivation. Die Erwartungshaltung, für unangenehme Dinge entschädigt zu werden, entfällt.

Intrinsische Motivation bei der Arbeit

Arbeitnehmer sind deutlich leistungsfähiger, wenn sie intrinsisch motiviert sind. Um dies zu erreichen, solltest dich auf der Arbeit einbringen. Teile deine Ideen mit und versuche, diese umzusetzen. Wer ein Gefühl von Selbstverwirklichung im Job erlangt, ist intrinsisch motiviert.

Vergegenwärtige dir immer wieder, warum du dich für deinen Beruf entschieden hast: Was macht dir daran Spaß? Was findest du an deinem Beruf so interessant? Zu berücksichtigen sind hierbei auch ein entspanntes Arbeitsklima und freundliche Kollegen. So erlangst du deine Motivation zurück, auch wenn es im Job gerade mal nicht rund läuft.

Solltest du keinen einzigen positiven oder interessanten Aspekt an deiner Tätigkeit finden können, wäre es möglicherweise ratsam, über eine berufliche Veränderung nachzudenken.

Intrinsische Motivation beim Lernen

Sicher hast du festgestellt, dass du leichter lernen kannst, wenn dich der Lehrstoff persönlich interessiert. Die intrinsische Motivation ist in diesem Fall von Anfang an vorhanden. Dies bestätigt eine Untersuchung der Universität Potsdam.

Interessiert dich der Lehrstoff hingegen nicht, ist es ein wenig schwieriger, die intrinsische Motivation herauszukitzeln. Hierbei helfen unsere oben aufgezählten Tipps: Erleichtere dir das Lernen von „trockenem Stoff", indem du es auflockerst, z. B. mit deiner Lieblingsmusik oder lustigen Eselsbrücken.

Lass dich auf das zu lernende Thema ein, ohne es von vornherein abzulehnen. Rechnungswesen ist langweilig? Das muss nicht sein! Es ist alles eine Ansichts- und Gestaltungsfrage.

Deine intrinsische Motivation mit der Greator Visions Challenge fördern

Die Greator Visions Challenge dauert sieben Tage, in denen du lernst, deine Wünsche und Ziele klar zu definieren. Nur wenn du Letzteres kennst, kannst du intrinsische Motivation entwickeln. Eine Woche lang erhältst du täglich Videos. Jeden Tag wird ein anderer Themenschwerpunkt auf dem Weg zu deiner persönlichen Vision behandelt.

Zuerst lernst du, Blockaden und Glaubenssätze aus der Vergangenheit loszulassen. Dann erfährst du, wie du Selbstbewusstsein und Mut schöpfen kannst. Ziel der Greator Visions Challenge ist es, dich auf dem Weg zu deinen persönlichen Lebenszielen anzuleiten. Zusätzlich zu den Videocoachings erhältst du ein 24-seitiges „Visionbook” mit Übungen für dein Wunschleben sowie 4 Meditationen.

Wenn du neugierig geworden bist, erfährst du hier mehr:

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