Angstzustände: So gewinnst du deine Lebensqualität zurück

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Angstzustände: So gewinnst du deine Lebensqualität zurück

Eine Prüfung jagt dir Angst ein, in schwierigen Situationen reagierst du extrem schreckhaft – woher kommen diese ständigen Angstzustände? Du bist doch früher nicht so gewesen. Sind deine Angstgefühle noch normal? Langsam glaubst du, dass die Nervosität und Furcht pathologisch sind.

Wie detallierte Informationen zu Angststörungen belegen, leiden bis zu 14 % der Deutschen unter Angsterkrankungen. Das Problem ist: Je mehr du dich an die Angst gewöhnst, desto mehr Macht hat sie über dich. Womöglich wird eine krankhafte Angststörung daraus. Was tun gegen diese Angstzustände? Hier erfährst du mehr über die Hintergründe und geeigneten Gegenmaßnahmen.

Was sind Angstzustände?

Bei Angst handelt es sich um ein natürliches Gefühl. Die Angst vor Spinnen oder großen Tieren ist beispielsweise ein Zeichen für Gefahr, sozusagen ein Warnsignal. Ursprünglich sollten solche Ängste die Menschen vor Bedrohungen schützen. Flüchten oder Kämpfen, diese beiden Möglichkeiten standen zur Auswahl. Auch heute noch soll begründete Angst uns die nötige Kraft geben, um den Gegenangriff zu starten oder wegzulaufen.

Heftige Angstzustände sind jedoch etwas anderes. Du fühlst dich in die Enge getrieben. Meistens erkennst du gar nicht, woher diese Angst kommt. Die körperlichen und psychischen Symptome der Angstzustände steigern sich in eine Panikattacke. Wer unter solchen Angststörungen leidet, ist sich dieser Übersteigerung der Gefühle nicht bewusst. Darum gehören übertriebene Angstzustände in die Kategorie der Angsterkrankungen.

Überall erwartest du Gefahren

Das Problem besteht unter anderem in der stark beeinträchtigten Lebensqualität. Je schlimmer die Zustände sind, desto schwerer fällt es dir, den Alltag zu bewältigen. Überall erwartest du Gefahren. Auf der Straße könnte dich ein Auto überfahren. Ein Hund könnte dich beißen, die Kollegen dich mobben. In jedem Moment ergreift dich die Angst. Du spürst sie direkt in dir, das muss doch ein böses Zeichen sein. Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern und Atemnot ergreifen dich. Typische Angstzustände zeigen sich in plötzlichen Anfällen. Manchmal wird dir richtig übel für Angst. In anderen Situationen erstarrst du oder fällst sogar in Ohnmacht.

Oft hängen diese Zustände mit bestimmten Angststörungen zusammen. Vielleicht hast du Angst vor weiten Plätzen, Menschenansammlungen, Tieren oder kniffligen Situationen. Generalisierte Angststörung, soziale oder spezifische Phobie: Ohne eine Behandlung wirst du deine Angstzustände nicht mehr los. Vor allem bei extremen Panikattacken brauchst du also professionelle Hilfe.

angstzustände symptome

Wie merkt man, dass man Angstzustände hat? – Anzeichen und Symptome

Ist deine Angst noch im normalen Bereich oder sind das schon krankhaft übertriebene Angstzustände? Du bist vor einer Präsentation nervös, doch das ist noch lange keine Angststörung. Die Furcht vor großen Hunden ist ebenfalls begründet und deshalb ebenfalls nicht behandlungsbedürftig. Ab wann sprechen die Experten von Angstzuständen oder Angststörungen? Wenn du weißt, was Angstzustände sind und wie sie üblicherweise auftreten, erkennst du die Anzeichen besser.

Typische Warnsignale bei Angstzuständen:

  • Du denkst ständig über deine Angstgefühle nach und lässt dich davon einengen.
  • Deine Ängste machen dich depressiv und senken deine Lebensqualität.
  • Du nimmst immer häufiger Beruhigungstabletten, Alkohol oder Drogen, um das Angstgefühl loszuwerden.
  • Deine Partnerschaft leidet unter deinen Angstzuständen.
  • Wegen deiner Angststörungen kannst du dich nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren.

Dazu kommen die folgenden Symptome für Angstzustände:

  • Herzrasen,
  • Schweißausbrüche,
  • unregelmäßiger, schneller Atem, im Extremfall Hyperventilieren,
  • Übelkeit,
  • Schwindelgefühle,
  • Benommenheit,
  • Kopfschmerzen,
  • Magenbeschwerden.

Typische Verhaltensweisen bei Angststörungen und Angstzuständen

Menschen mit einer Phobie verfallen oft unbewusst in eine Vermeidungstaktik. Wenn du zum Beispiel Angst vor Höhen hast, gehst du schwindelerregenden Situationen aus dem Weg. Du schaust in den oberen Stockwerken nicht aus dem Fenster. Du hast Angst davor, dich zu blamieren? Diese Furcht bringt dich dazu, unauffällig zu bleiben. Lieber hältst du dich im Hintergrund und versuchst krampfhaft, Fehler zu vermeiden.

Durch die Vermeidung kommst du nicht in Bedrängnis. Angstschweiß und andere nervöse Reaktionen sind kein Thema mehr. Doch du schränkst dein Leben immer mehr ein, wenn du den Angstgefühlen nachgibst. Das Hauptproblem besteht nun in der Angst vor der Angst selbst. Diese wächst immer weiter an und wird zum riesigen Hindernis. Darum solltest du dich deiner Angst stellen. Nur so kämpfst du dich aus dem Teufelskreis heraus.

Angstzustände: die 6 häufigsten Ursachen

Die Autos rasen an dir vorbei – überall siehst du grimmige Gesichter – die Spinne an der Wand löst Angst bei dir aus. In eigentlich normalen Situationen gerätst du in Panik, aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung. Woher kommen die Angstzustände?

Die Ursachen liegen oft in der Vergangenheit. Vielleicht hast du das ängstliche Verhalten schon in deiner Kindheit antrainiert. Eine übervorsichtige Erziehung oder Vernachlässigung können die Ängstlichkeit steigern. Auch traumatisierende Erlebnisse, soziale Probleme und genetische Faktoren können ängstliche Gefühle verursachen oder verschlimmern. Dazu kommen manchmal zusätzliche Erkrankungen, die deine Angstzustände noch verstärken.

Wenn du nach den Gründen für deine Ängste suchst, kommst du oft zu den folgenden typischen Ursachen:

  1. Körperliche Probleme: Negative Krankheitsdiagnosen sind eine große Bedrohung. Du fürchtest dich nicht nur vor schlechter Gesundheit, sondern auch vor schwerwiegenden Erkrankungen. Krebs ist lebensbedrohlich und auch andere Krankheiten und Schmerzen belasten dich stark. Vor allem Schmerzpatienten leiden oft unter Angstzuständen. Diese negativen Gefühle verstärken oft noch die Schmerzempfindlichkeit.
  2. Medikamente: Manche Medikamente haben eine verstärkende Wirkung bei Angstgefühlen. Das ist unter anderem bei Arzneimitteln gegen psychische Erkrankungen möglich. Auch Antibiotika und andere Mittel können schwerwiegende Nebenwirkungen auf deine Psyche haben.
  3. Zu viel Alkohol und Drogen beeinflussen deine Wahrnehmung. Sie können depressive Stimmungen und Ängste verursachen. Menschen, die ohnehin schon unter einer Phobie leiden, werden womöglich süchtig nach Alkohol und Drogen. Damit erhöht sich das Risiko von körperlichen und seelischen Erkrankungen.
  4. Häufig entstehen die Angstzustände durch unterschwellige Probleme und hängen mit psychischen Erkrankungen zusammen. So entstehen gemischte Angststörungen, bei denen die Angst mit einer Depression einhergeht.
  5. Extremer Stress verstärkt die seelische Belastung und kann Panikanfälle auslösen. Manchmal kommen zwanghafte Handlungen hinzu, die vor der Angst schützen sollen. Wenn die Angstgefühle nach der Stress-Phase anhalten, solltest du sie ernst nehmen und mit einem Arzt reden.
  6. Eine schwierige Kindheit, ein traumatisches Erlebnis – aus nicht verarbeiteten Erfahrungen kann eine posttraumatische Belastungsstörung entstehen. Diese ist oft mit krankhaften Angstzuständen und depressiven Stimmungen verbunden.

Häufige Angststörungen

Zu den häufigsten Angsterkrankungen gehören soziale Phobien. Ein Sozialphobiker fürchtet sich vor anderen Menschen und zieht sich stark zurück. Teilweise bezieht sich die Angst nur auf große Menschenansammlungen. In diesem Fall setzen die Betroffenen oft auf Vermeidung: Sie gehen nur zu kleinen Treffen und arbeiten bevorzugt alleine.

Bei den spezifischen Phobien findest du Flugangst, Angst vor der Dunkelheit, vor großen Höhen oder vor Prüfungen. Manchmal verstecken sich andere Probleme und Ängste hinter diesen Phobien. Eine generalisierte Angststörung befasst sich mit den üblichen Alltagssorgen und der Zukunft. Hier sind die Ängste deutlich übersteigert. Die innere Anspannung führt zu Konzentrationsspannung, Muskelverspannungen und Schlafproblemen.

Zu den weiteren Formen der Angstzustände gehören psychische Erkrankungen, die übertriebene Ängste mit Depressionen verbinden. Hier ist der Übergang von den Angstgefühlen zu den depressiven Stimmungen fließend.

5 Dinge, die bei Angstzuständen und Unruhe helfen

Was tun bei Angstzuständen? Brauchst du eine Therapie oder kannst du dich alleine aus diesem Sog befreien? Zu einer Psychotherapie gehört eine umfassende Diagnose, die sich mit deiner Krankengeschichte befasst. Wann haben die Angstzustände angefangen? Wie heftig äußern sich die Ängste und wie sehr belasten sie dich? Der Arzt untersucht dich auch auf körperliche Beschwerden, denn manchmal verursacht eine physische Erkrankung die Angstgefühle. Zudem prüft er, ob eventuell psychische Probleme vorliegen.

Bei der Bewältigung von Angststörungen sind diese Methoden besonders hilfreich:

  • Eine individuelle Psychotherapie mit Ursachenforschung und gezielter Behandlung,
  • eine Hypnotherapie, um die festgefahrenen Glaubenssätze zu überwinden,
  • geeignete Medikamente, um mit der vermeintlich bedrohlichen Situation angstfrei umgehen zu können,
  • Entspannungstechniken, um die Angstsymptome zu reduzieren,
  • Exposition als Lösungsansatz, um die Angst zu bewältigen.

Mit gezielter Entspannung gelingt es dir, dich auch in beängstigenden Situationen nicht von der Furcht leiten zu lassen. So lernst du, dich von den unnötigen, übertriebenen Ängsten freizustrampeln. Auch die Psychotherapeuten zeigen dir, wie solche Übungen funktionieren.

Bei der Expositionstherapie stellst du dich den Dingen, vor denen du Angst hast. Du fürchtest dich vor Spinnen? Dann beobachtest du ein Terrarium mit den achtbeinigen Tieren. Du hast Angst vorm Fliegen? Beschäftige dich mit dem Thema, und du wirst feststellen, wie sicher moderne Flugzeuge sind.

Beruhigende Medikamente

In bestimmten Fällen können beruhigende Medikamente nützlich sein. Diese darfst du aber nur unter strenger ärztlicher Aufsicht einnehmen. Sonst besteht die Gefahr, dass du abhängig wirst.

Was hilft noch gegen Angstzustände und innere Unruhe? Stress dich nicht zu sehr, verzichte auf Koffein und Alkohol. Beim Sport wirst du deine innere Nervosität los und gewinnst gleichzeitig an Selbstbewusstsein: Dies ist ein starker Partner bei deinem Kampf gegen die Angst. Auch die Teilnahme bei einer Selbsthilfegruppe kann sinnvoll sein. Hier erfährst du, wie andere mit ihren Angstgefühlen umgehen. Du bist nicht allein, das stellst du bei diesem Austausch mit anderen ängstlichen Menschen schnell fest. Gemeinsam seid ihr stärker und könnt eure Ängste besser überwinden.

Angstzustände – so kannst du sie bekämpfen

Immer diese Angst, dass dich andere Menschen mobben oder angreifen – dazu die Furcht vor der Dunkelheit und vor anderen Dingen. Wann hört das endlich auf? Zuerst einmal musst du deine Angstzustände als solche erkennen. Akzeptiere die Angstgefühle: Sie haben sicherlich ihren Grund. Hab keine Hemmungen, darüber zu reden. Lass dir helfen – von deinen Freunden oder von einem Profi. Dein Hausarzt empfiehlt dir einen Psychotherapeuten oder gibt dir die Adresse einer Selbsthilfegruppe. Auch einige kirchlichen Gemeinden bieten Unterstützung an.

Wie ängstlich bist du und seit wann hast du diese Angstzustände? Der Persönlichkeitstest von Greator zeigt dir deine Stärken, aber auch deine Schwachstellen und Ängste. Mach dir klar, dass die Angstsymptome einen natürlichen Grund haben. Dann verstehst du dich selbst besser und bekommst deine Angstgefühle allmählich in den Griff.

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Geprüft von Dr. med. Stefan Frädrich

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