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Trennungsschmerzen: Warum tun sie mir so weh?

Lesezeit von 9 Minuten
Trennungsschmerzen: Warum tun sie mir so weh?

Trennungsschmerzen bleiben niemandem erspart. Nahezu jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens die Erfahrung einer Trennung. In Deutschland betrug die Scheidungsquote im Jahr 2019 rund 35,8 Prozent. Im Jahr 2005 waren es sogar 51,92%.

Trennungsschmerzen zu überwinden braucht vor allem eines: Zeit. Es handelt sich um eine seelische Wunde, die erst einmal verheilen darf. Dennoch kannst du aktiv dazu beitragen, den Schmerz schneller zu überwinden. Oder dass du zumindest Tag für Tag das Gefühl hast, besser durchatmen zu können. 

Trennungsschmerzen: Warum tut es so weh?

Die Trennung von einem geliebten Menschen zählt zu den einschneidendsten Erfahrungen im Leben. Bestimmt erinnerst du dich noch lebhaft an deinen allerersten Liebeskummer und / oder deine erste Trennung. Möglicherweise befindest du dich aber auch jetzt erstmals in der Situation. So oder so: Der Schmerz wird sich nicht vermeiden lassen. Um ihn zu überwinden, musst du ihn durchleben.

Aber warum leiden wir bei einer Trennung eigentlich dermaßen? Dies hängt mit mehrerlei Faktoren zusammen. Wenn ein geliebter Mensch uns verlässt, gerät das gesamte Weltbild ins Wanken. Eine Trennung bedeutet so viel mehr als den bloßen Verlust einer Partnerschaft. All die Träume und Zukunftspläne, die wir an die jeweilige Beziehung geknüpft haben, lösen sich plötzlich in Rauch auf.

Und auch unser Bild von einer Beziehung – je nachdem, wie du es von deinen Eltern vorgelebt bekommen hast – gerät ins Wanken. Oder du kannst dich schwer von der Vorstellung und dem Wunsch lösen, mit dieser Person nicht mehr deine Zukunft verbringen zu können.

Doch nicht nur die Zukunft ist plötzlich unsicher: Auch dein Alltag verändert sich. Menschen neigen dazu, sich an Gewohnheiten und Routinen zu klammern. Dies gibt uns Sicherheit. Die Wirtschaftspsychologische Gesellschaft hat zu diesem Thema einen interessanten Beitrag veröffentlicht.

Veränderungen stürzen unsere Seele ins Chaos

Der Wunsch nach Routine erstreckt sich auf alle Lebensbereiche, auch auf die Partnerschaft. Nach einer Trennung sind die gewohnten Abläufe gestört. Dies kann zu Unsicherheit und tiefer Verzweiflung führen. Du fühlst dich wortwörtlich so, als sei dein (seelisches) Überleben bedroht.

Allein die Furcht vor diesem Gefühl ist oftmals so immens, dass viele Menschen lieber in einer nicht mehr funktionierenden Partnerschaft verharren, als sich zu trennen. Es macht übrigens keinen Unterschied, ob dein Partner sich von dir getrennt hat oder ob du die Trennung veranlasst hast: Der Schmerz ist meist derselbe.

Allerdings hat derjenige, der die Entscheidung getroffen hat, einen kleinen Vorteil. Durch das aktive Handeln fühlt man sich weniger als Opfer. Der Partner, der von der Trennung überrascht wurde, hat meist länger zu kämpfen. Nicht zuletzt, weil der Gedanke an eine Trennung oftmals nicht über Nacht reift. In der Regel ist es ja doch ein schleichender Prozess. Vielleicht kennst du das – du hast schon Monate vorher die ersten Anzeichen wahrgenommen, sie aber noch nicht richtig zugelassen, Dennoch bleibt in dir das Gefühl, das dir sagt: „Hier stimmt was nicht, es hat sich etwas verändert.”

Phasen der Trennung

Trennungsschmerzen sind vergleichbar mit der Trauer, die man nach dem Tode eines geliebten Menschen empfindet. Sicherlich hast du schon einmal etwas von den 5 Trauerphasen nach Elisabeth Kübler-Ross gehört. Diese lassen sich auch auf das Ende einer Beziehung anwenden.

Phase 1: Leugnen

In der ersten Phase nach der Trennung willst du nicht wahrhaben, was geschehen ist. Du klammerst dich verzweifelt an den Gedanken, dass es sich um ein großes Missverständnis handelt. Die Tatsache, dass dein Partner / deine Partnerin nie mehr zurückkehren wird, verleugnest du vor dir selbst. Hierbei handelt es sich um einen reflexartigen Schutzmechanismus deiner Seele, um den Schmerz fernzuhalten.

Die Verleugnungsphase kann auf zweierlei Weise zum Ausdruck kommen. Wie du dich verhältst, hängt von deiner persönlichen Mentalität ab. Manche Menschen verfallen in blinden Aktionismus und versuchen, den Partner zurückzuerobern. Die Tatsache, dass derjenige nicht mehr mit dir zusammen sein möchte, wird dabei ignoriert.

Es kann allerdings auch das Gegenteil eintreten: Manche Personen geben vor, dass ihnen die Trennung überhaupt nichts ausmacht. Dies ist allerdings auch nur ein Schutzmechanismus, um die Trennungsschmerzen nicht zuzulassen. Es wird vehement verleugnet, dass es einen schmerzhaften Verlust gegeben hat.

Phase 2: Wut

Die Phase der Verleugnung ist vorüber. Du hast den Tatsachen ins Auge geblickt. Nun flammt die Wut in deiner Seele auf. Du bist wütend auf deinen Partner, der dir das angetan hat. Möglicherweise bist du aber auch wütend auf dich selbst oder auf deine Mitmenschen, die mit gut gemeinten Ratschlägen alles noch schlimmer machen.

Wut ist ein wesentlicher Bestandteil des Verarbeitungsprozesses. Also unterdrücke sie nicht! Erlaube es dir, laut zu schreien oder in ein Kissen zu schlagen. Auch Sport kann als Ventil dienen. Wut hilft dir, aus der Erstarrung zu erwachen.

Phase 3: Verhandeln

Was wäre gewesen, wenn ...? Diese Fragestellung ist typisch für die Verhandlungsphase. Du versuchst, Antworten zu finden, warum das alles passieren konnte. Du spielst verschiedene Szenarien in deinem Kopf durch: Was wäre gewesen, wenn du dich in bestimmten Situationen anders verhalten hättest?

Du haderst noch sehr mit der Trennung und versuchst Wege zu finden, um die Trennungsschmerzen zu lindern. Manche Menschen neigen nun zu unbedachten Handlungen. Nicht wenige stürzen sich beispielsweise in eine neue Beziehung, obwohl sie noch nicht bereit dafür sind. Manche wechseln auch das Umfeld (Freundeskreis, Jobwechsel, Umzug).

Der Wunsch, irgendwie einen Ausweg zu finden, ist immens. Faule Kompromisse oder Fluchtversuche führen jedoch nicht ans Ziel. Sobald du dies erkennst, beginnt die vierte Trauerphase: die Depression.

Phase 4: Depression

Alle Versuche, die Trennungsschmerzen abzuwenden, waren vergebens. Du erkennst mit aller Deutlichkeit, dass deine Beziehung zu Ende ist und es keine Möglichkeit gibt, daran etwas zu ändern. Diese Erkenntnis löst tiefe Traurigkeit aus. Vielleicht stellst du sogar den Sinn des Lebens infrage. Ein Leben ohne deinen Partner scheint unvorstellbar. Du wirst von Zweifeln und Zukunftsängsten geplagt. Möglicherweise spielen auch Versagens- und Schuldgefühle eine Rolle.

Die zweifellos schmerzhafte Phase der Depression muss durchlebt werden, um schließlich wieder nach vorne blicken zu können. Wer versucht, diese Phase zu überspringen, verharrt umso länger in tiefer Traurigkeit. Lass deinen Schmerz zu, nimm ihn wahr und akzeptiere ihn. Nach dem Verlust eines geliebten Menschen darf getrauert werden.

Phase 5: Akzeptanz

Mit dem Begriff Akzeptanz tun sich viele Menschen schwer. Fälschlicherweise wird akzeptieren oftmals mit resignieren gleichgesetzt. Dies bedeutet es jedoch keinesfalls. Das Ende einer Partnerschaft zu akzeptieren heißt vielmehr, die Vergangenheit loszulassen und inneren Frieden mit der Trennung zu schließen. Es wird nie mehr so sein, wie es einmal war – und ab diesem Zeitpunkt vermagst du damit umzugehen. 

 Denn hinter jeder Trennung mag sich auch ein wundervoller Neuanfang verbergen. Für dich. Dass du dich womöglich jetzt an erster Stelle stellst. Und es kann auch die Chance sein, endlich die perfekte Partnerschaft ins Leben zu ziehen, die du dir immer gewünscht hast.

Du kämpfst nicht länger gegen die Tatsachen an oder verschwendest deine Kraft, um den Partner zurückzugewinnen. Stattdessen widmest du dich nun vermehrt deinen eigenen Bedürfnissen. So langsam öffnest du dich neuen Lebensthemen. Manche Menschen genießen nun ihr Singledasein. Andere sind allmählich wieder bereit für eine neue Partnerschaft.

Wie lange dauert der Schmerz nach einer Trennung?

Der Trauerprozess verläuft in den seltensten Fällen linear. Es kommt häufig vor, dass die Trauerphasen sich überschneiden oder dass du nach einer Zeit der subjektiven Besserung wieder in die vorausgegangene Trauerphase zurückfällst. Dies ist vollkommen normal. Eine Zeitangabe, welche Phase wie lange dauert, lässt sich aus diesem Grunde nicht machen.

Ein altes Sprichwort besagt, dass einmal alle Feste vorbeigehen müssen, ehe die Trennungsschmerzen nachlassen. Das erste Weihnachten ohne den Partner, der Geburtstag, euer Jahres- bzw. Hochzeitstag, die Urlaubszeit etc.

Demzufolge dauert die akute Trauerzeit durchschnittlich ein Jahr. Im Einzelfall kann die Zeitspanne jedoch auch länger oder kürzer sein. Das Ende einer langjährigen Ehe zu verkraften dauert meist länger, als mit dem Urlaubsflirt oder einer kurzen Affäre abzuschließen. Und erst Recht, wenn noch Kinder im Spiel sind.

5 Tipps, wie du dich von einer Trennung erholen kannst

So hart es auch klingen mag, aber du musst durch die Trennungsschmerzen hindurch, um sie zu überwinden. Folgende 5 Tipps können dir dabei helfen, den Trauerprozess erträglicher zu machen.

1. Suche dir ein Ventil

Nach einer Trennung kochen die Emotionen hoch. Wie wir bereits erörtert haben, ist es äußerst kontraproduktiv, deine Gefühle zu unterdrücken. Dies führt nur dazu, dass sie irgendwann unkontrolliert ausbrechen. Kurzschlussreaktionen richten oftmals großen Schaden an. Um dies zu vermeiden, solltest du dir ein Ventil suchen, um deine Gefühle auszudrücken.

Anbei einige Beispiele:

Schreiben: Kurzgeschichten, Gedichte, Tagebuch – ganz wie du möchtest. Wenn du deine Emotionen auf Papier bannst, verlieren sie ihre Macht. Eine bewährte Methode ist es außerdem, einen Brief an den Expartner zu schreiben und diesen anschließend symbolisch zu verbrennen.

Kochen und Backen: ein eher unbekanntes Ventil. Es gibt aber einige Menschen, die sich am Herd bestens abreagieren können. Teig kneten und Plätzchen auf dem Backblech anordnen, hat durchaus etwas sehr Meditatives. Deine aufgewühlten Gedanken kommen zur Ruhe.

Sport: Das bekannteste Ventil schlechthin. Sich körperlich abzureagieren, wirkt sehr befreiend.

2. Vertraue dich jemandem an

Du musst den Schmerz nicht alleine durchmachen. Vertraue dich jemandem an, z. B. deiner besten Freundin, deiner Schwester oder deiner Mutter. Manchmal hilft es schon, mit jemandem zu reden, der dich versteht und dir zuhört. Auch aufmunternde Worte von lieben Menschen sind Balsam für die Seele.

3. Räume alles weg, was dich an deinen Expartner erinnert

Dieser Tipp ist besonders wichtig, wenn die Trennung noch frisch ist. Der Anblick sämtlicher Dinge, die dich an die (glücklichen) Zeiten mit deinem Expartner erinnern, reißen deine Wunden immer wieder aufs Neue auf. So bekommst du keinen emotionalen Abstand.

Die Devise lautet daher: Weg damit! Packe alle Fotos, Geschenke & Co. in eine Kiste und verstaue diese im Keller oder auf dem Dachboden. Vermeide es außerdem, Orte zu besuchen, an denen du mit deinem Expartner gewesen bist. Selbiges gilt für gemeinsame Lieblingsfilme und Lieblingsmusik.

4. Nimm dir Zeit für dich selbst

Neben den quälenden Trennungsschmerzen löst das Ende einer Beziehung oftmals Selbstzweifel aus. Lag es an mir? Bin ich nicht gut genug? Stopp! Löse dich von dieser emotionalen Selbstzerfleischung. Beginne stattdessen mit liebevoller Selbstfürsorge. Gerade wenn die Seele leidet, solltest du dir Gutes tun.

Und wenn diese Gedanken doch immer wieder aufkommen, dann hinterfrage sie ehrlich! Ist das wirklich wahr? Seit wann glaubst du das? Gab es womöglich schon eine Situation in deiner frühen Kindheit, wo du von deinen ähnliches zu hören bekommen hast. Der Ursprung für diesen Gedanken kann wirklich weit zurückliegen – und wird dir nun wieder vor die Füße geworfen, um bewusst hinzugucken. Jetzt darfst du dich neu entscheiden: Möchtest du den alten Gedanken weiter glauben oder ist es Zeit für einen neuen, positiven Glaubenssatz?!

Trennungen gehören zum Leben dazu. Dass sich ein Mensch von dir getrennt hat, stellt deinen Selbstwert nicht infrage. Nimm dir Zeit für Dinge, die dir guttun. Dies beginnt bereits mit Kleinigkeiten. Bereite dir dein Lieblingsessen zu, lese ein gutes Buch oder nimm ein ausgiebiges Schaumbad.

5. Sei geduldig

Es wird gute und schlechte Tage geben: Das ist ganz normal. Sei also nicht zornig auf dich, wenn du nach einer guten Phase mal wieder durchhängst und um die zerbrochene Beziehung weinst. Der Trauerprozess ist mit Hochs und Tiefs verbunden. Es braucht nun einmal seine Zeit, bis die Seele heilt. Setze dich nicht unter Druck! Damit bewirkst du das Gegenteil. Es ist okay, einen schlechten Tag zu haben.

Es ist Zeit, auf sich selbst aufzupassen

Um Trennungsschmerzen zu überwinden, spielt die Bereitschaft zur persönlichen Weiterentwicklung eine entscheidende Rolle. Wer ewig auf der Stelle verharrt, wird den Schmerz nicht loswerden. Ersetze deine Traurigkeit durch Produktivität. Setze dich mit deinen Persönlichkeitsstrukturen auseinander und ergründe, warum in der Vergangenheit manches anders gelaufen ist, als du es dir gewünscht hast.

Auch unsere Greator Coach Ausbildung zielt darauf ab, dass du für dich innere Klarheit und Ruhe findest. Du wolltest schon immer mehr vom Leben? Wir zeigen dir, wie du es bekommst. In jeder Woche, über 9 Monate, erwarten dich Videos, Workbooks und Meditationen. 

Im ersten Schritt bearbeitest und löst du zunächst deine Themen. Das ist die Basis für die Arbeit als Coach. Sprich: Im ersten Teil der Ausbildung – im Greator Coaching Practitioner – liegt der Fokus auf dir. Denn um ein guter Coach zu werden, darfst du erst auf deine eigenen Themen schauen.

Dann, im zweiten Schritt, lernst du die Anwendung der wichtigsten Coaching-Tools kennen – alles vereint in der Methode der liegenden Acht. Durch das Verbinden von Rückschau und Vision, erlernst du das ganzheitliche und umfangreiche Repertoire an Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten, die du als professioneller Coach brauchst. Du wirst die Haltung eines Coaches einnehmen und dabei deine eigenen Themen weiter ergründen und deine Entwicklung fördern. Du bist neugierig geworden? Dann melde dich jetzt hier zur Greator Coach-Ausbildung an!

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