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Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte heute?

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Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte heute?

Es ist ja nicht unbedingt so, dass die Welt einfacher wird. Sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte spüren eine zunehmende Komplexität. Und manchem Chef und mancher Chefin schwant: Mit den klassischen Leadership-Methoden lässt sich so manche Herausforderung nicht mehr beantworten. Darum ist es Zeit für Führungskräfte, sich einmal zu besinnen: Welche Kompetenzen sind heute wirklich wichtig?

»Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung!«, erscheint auf dem großen Monitor im Wartezimmer – dazu das Foto einer jungen Frau im weißen Kittel und ihr Name. »Willkommen in unserem Team als Zahnmedizinische Fachangestellte!« Die Frau von dem Foto kommt rein und ruft dich auf. Und du denkst: Wie sehr würdigen wir eigentlich bei uns im Unternehmen gute Leute?

Die erwähnte Zahnarztpraxis gibt es wirklich. Und sie ist beliebt. Warum? Aus mehreren Gründen: Einmal sind die drei Zahnärztinnen fachlich top – das erlebst du selbst und es zeigt sich in den Bewertungen. Und dann mögen die Patienten auch die Art der Chefin, mit ihrem Personal umzugehen. Ob am Empfangstresen oder im Behandlungszimmer, es herrscht ein durchweg höflicher und freundlicher Stil.

Wertschätzung kommt von innen

Ein Arbeitsplatz, an dem man sich wohlfühlen kann, ist eine der besten Voraussetzungen dafür, dass die Mitarbeiter motiviert sind. Wer Mitarbeiter außerdem noch wertschätzt und auch mal vor anderen würdigt, macht schon mal sehr viel richtig. Es heißt, die Menschen im Team nach vorne zu stellen und sich selbst als Führungskraft in den Hintergrund zu rücken.

Zugleich scheinen manche Unternehmen unter »wohlfühlen« etwas anderes zu verstehen als die meisten Arbeitnehmer. Kennst du das, wenn Chefs die äußeren Bedingungen in eine Wohlfühlwolke hüllen, die inneren aber nicht? Also: Da steht plötzlich ein Tischfußball, die Kleiderordnung wird lockerer und es gibt kostenlose Getränke für alle. Aber eine wirklich ehrliche Freundlichkeit und Menschlichkeit fehlt immer noch. Kennst du das?

Das ist etwas, was Führungskräfte von der Zahnarztpraxis lernen können: Wertschätzung kommt von innen. Sie zeigt sich dann auch mal an Gratisgetränken, sicher. Aber es ist ein Irrtum zu glauben, dass du als Führungskraft nur Gratisgetränke bereitstellen musst und die Mitarbeiter sich dadurch automatisch gewertschätzt und gewürdigt fühlen. Sie denken dann nur: Ah, jetzt gibt es Gratisgetränke. Hat der Chef ein schlechtes Gewissen?

Empathie als Basis für jeden menschlichen Umgang

Die grundlegende Kompetenz dafür, Mitarbeiter so zu würdigen, wie es die Zahnarztpraxis tut, ist Empathie. Das griechische Fremdwort sagt so viel wie »Mitgefühl« oder »Einfühlungsvermögen«. Es geht dabei nicht in allererster Linie darum, andere zu trösten, wenn es ihnen schlecht geht, sondern eher um die Fähigkeit, die Perspektive anderer Menschen einzunehmen. Und damit die Welt – und den Arbeitsplatz – mit ihren Augen zu sehen.

Erlebt ein Mitarbeiter beispielsweise einen Trauerfall in der Familie, bezeugt ein empathischer Chef nicht nur sein Mitgefühl, sondern bietet auch Hilfe an. »Ich verstehe Ihre Situation, ich kann das nachempfinden. Bitte sagen Sie mir, wenn ich etwas für Sie tun kann. Wenn es Ihnen lieber ist, ein paar Tage zu Hause zu bleiben, dann dürfen Sie das natürlich.«

Wahre Empathie zeigt sich oft eher in der konkreten Hilfe als nur in einer möglicherweise emotional geschauspielerten Anteilnahme.

Die richtigen Motivatoren finden

Aufbauend auf der Empathie geht es dann darum, die richtigen Motivatoren zu finden. Die Literatur ist voller Modelle dazu: extrinsische gegen intrinsische Motivation (also Motivation von außen oder von innen), positive gegen negative Motivation (also »hin zu« oder »weg von«) – alle diese Modelle sind zutreffend und sinnvoll. Und doch ist jede Führungskraft gefordert, herauszufinden, womit konkret sie wen motivieren kann. Hier geht es nicht um Extrawürste, sondern um Menschenkenntnis: Gute Chefs wissen, dass der eine sich durch ein Lob vor der Gruppe motivieren lässt, die andere vielleicht eher durch eine besonders anspruchsvolle Aufgabe.

Konflikte vermeiden und lösen

Dann ist der Umgang mit Konflikten wesentlich. Kein Team oder Unternehmen dürfte ohne Konflikte auskommen. Darum gehört Konfliktmanagement zu den elementaren Skills jeder Führungskraft. Allerdings sind Konflikte wie Zahnschmerzen: Wer sie hat, hat vorher seine Hausaufgaben vermutlich nicht gemacht. Gutes Konfliktmanagement bedeutet nämlich auch, Konflikte zu vermeiden.

Und das geht – indem du durch deine Empathie weißt, welche Bedürfnisse und Sichtweisen die Menschen in deinem Team haben, und indem du darauf eingehst. Sicher musst du keine abstrusen Sonderwünsche dulden. In einem professionellen Businessumfeld ist es in aller Regel möglich, verschiedene Interessen unter einen Hut zu bringen.

Tritt aber ein Konflikt zutage, geht es um die Vermittlung zwischen den Positionen – und hier zeigt sich schon, dass klassische Führungsqualitäten mitunter nicht mehr genügen. Eher ist hier Coaching-Know-how gefragt, also das Moderieren aus einer externen Sicht und die Fähigkeit, die Streithähne selbst den Konflikt lösen zu lassen.

Loslassen, loslassen, loslassen

Und das ist die hohe Kunst. Sich einen Konflikt nicht zu eigen machen und auch keinen der beiden Standpunkte. Es mag sein, dass du eine klare Meinung zu dem Konflikt hast, aber es geht immer auch darum, das Team zusammenzuhalten. Urteilst du wie ein Gericht zugunsten der einen oder anderen Seite, schwelt der Konflikt möglicherweise unterschwellig weiter. Also bedeutet Coaching-Know-how hier zum Beispiel, den Konflikt loszulassen und auf beide Parteien so einzuwirken, dass sie den Konflikt im Sinne der Sache beilegen.

Loslassen ist ohnehin ein wichtiger Aspekt. Wenn eine Aufgabe delegiert ist – oder noch besser die Verantwortung für ein Ergebnis –, lässt du als Führungskraft einfach los und vertraust deinem Mitarbeiter, dass er richtig entscheidet und handelt. Sicher trägst du als Chefin oder Chef am Ende die Verantwortung für das Gelingen deiner Team-Projekte. Das heißt aber nicht, dass du alles selber machst. Und jetzt schließt sich der Kreis: Wenn du wirklich empathisch bist und die Menschen um dich herum verstehst – wobei dir Coaching-Wissen hilft –, dann triffst du auch eher die richtigen Entscheidungen beim Delegieren.

Fazit: Lerne Menschen kennen!

Lass uns ein Fazit ziehen: Leadership bedeutet heute vor allem, auf Menschen einzugehen. Das ist wichtig, damit ein Team erfolgreich arbeiten kann, und auch überhaupt dafür, dass ein Unternehmen gute Leute anzieht. Nötig dazu ist es, die Menschen zu kennen, also sie zu verstehen. Vor allem in komplexeren Berufen suchen Arbeitnehmer heute zum Beispiel vor allem Sinn – beziehungsweise: inspirierende Arbeitsplätze. Das gilt es zu akzeptieren. Gute Führungskräfte öffnen sich daher auch für Coaching-Kompetenzen, mit denen sie gute Leute binden können. Die Basis für alles ist Empathie – kurz: verstehen, wie andere ticken.

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