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Zukunftsangst: So überwindest du deine Angst vor dem Unbekannten

Lesezeit von 7 Minuten
Zukunftsangst: So überwindest du deine Angst vor dem Unbekannten

Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Diese Zukunftsangst verunsichert viele Menschen. Die sogenannte Zukunftsangst unterscheidet sich jedoch ganz wesentlich von den Verunsicherungen und Ängsten, die normalerweise zum Leben dazugehören.

Häufig führen unrealistische Einschätzungen dazu, dass Situationen als gefährlich beurteilt werden. Wenn wir voreilig Rückschlüsse ziehen, handeln wir nicht rational. Die Angst vor der Zukunft ist eine der stärksten Ängste überhaupt, sie kann viele Lebensbereiche betreffen und dich in deinem Leben erheblich einschränken.

Zwischen der Zukunftsangst und anderen psychischen Problemen wie der Depression oder der generalisierten Angststörung bestehen enge Zusammenhänge. Mit Ängsten umzugehen, ist nicht einfach. Es kann daher eine große Herausforderung sein, die Zukunftsangst zu überwinden. Dennoch lohnt es sich zu kämpfen, um ein eigenes, selbst bestimmtes Leben zu führen und optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Was ist Zukunftsangst?

Die Bezeichnung Zukunftsangst beschreibt ein Phänomen, das seinen Ursprung in unseren Gedanken hat. Wenn Ängste unseren Alltag bestimmen und übertriebene Befürchtungen über das, was in naher Zukunft passieren könnte, keine rationale Sicht mehr zulassen, handelt es sich um Zukunftsangst. Die Angst vor zukünftigen Ereignissen oder schwierigen Situationen kann sich als Angst vor:

  • Ungewissheit
  • Veränderungen
  • falschen Entscheidungen
  • dem Worst-Case-Szenario

bemerkbar machen. Oft ist nicht einmal ein besonderer Auslöser oder ein konkreter Grund notwendig, damit Angstgefühle in uns hochsteigen, uns die Luft zum Atmen nehmen oder uns verstummen lassen.

Meist ist es die eigene Fantasie, die dafür verantwortlich ist, dass wir Angst vor der Zukunft entwickeln. Hast du Angst, dass du deinen Job verlierst, obwohl du beruflich eigentlich erfolgreich bist? Du fürchtest dich vor Armut, auch wenn dein Bankkonto ein sattes Plus aufweist? Beim Zeitungslesen konzentrierst du dich ausschließlich auf negative Nachrichten, Umweltkatastrophen und Kriege?

Eigene negative Einstellung

Zukunftsangst ist oft die Folge der eigenen negativen Einstellung, die keine positiven Gedanken erlaubt und uns vorgaukelt, dass alles schieflaufen könnte. Malst du dir die Zukunft in den dunkelsten Farben aus? Hast du Angst davor, demnächst schwer krank zu werden, obwohl du regelmäßig Sport machst und eigentlich gesund und fit bist? Mit diesem Problem bist du nicht allein.

In einer vom Kölner Rheingold-Institut durchgeführten repräsentativen und tiefenpsychologischen Untersuchung kam man zum Ergebnis, dass rund zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland ängstlich in die Zukunft blicken. Demnach können sich die meisten Menschen in diesem Land kaum noch eine lebenswerte Zukunft vorstellen.

Die Zukunftsangst ist aber keine moderne Form der Angst, sondern zählt zu den in der Psychologie als irrationale Ängste bezeichneten Angstformen.

Die Unterschiede zwischen Angst und Furcht

Die Begriffe Angst und Furcht werden im täglichen Sprachgebrauch oft synchron verwendet. Dadurch kommt es zu einer Vermischung von zwei unterschiedlichen Synonymen, die sich durch einige spezifische Merkmale voneinander unterscheiden.

Während Furcht eine fassbare und beschreibbare Bedrohung darstellt, handelt es sich bei Angst eher um die Sorge vor etwas Unbestimmtem. Wenn du einem bellenden Hund begegnest und befürchtest, gebissen zu werden, handelt es sich um Furcht. Grübelst du darüber, ob dein Partner/Partnerin dich noch attraktiv findet oder möglicherweise die Beziehung beenden will, hast du Angst vor der Zukunft. Ängste können sich auf unterschiedlichste Bereiche beziehen, wie beispielsweise:

  • Krankheiten, Unfälle, Katastrophen
  • Arbeitslosigkeit, Existenzverlust
  • Gewalt, Krieg, Terror
  • Verlust von Zuwendung, Trennung, Scheidung

Allen Ängsten gemeinsam ist, dass diese durch negative Gefühle und Gedanken ausgelöst oder verstärkt werden. Kann Zukunftsangst Depression auslösen oder eine Depression Zukunftsangst? Grundsätzlich ist beides möglich.

zukunftsangst depression

Symptome der Zukunftsangst erkennen

Zukunftsangst ist nicht an ein bestimmtes Lebensalter gebunden. Diese Form der Angst kann schon in der Kindheit oder während der Pubertät auftreten. Besonders oft kommt Zukunftsangst in besonderen Lebensphasen, beim Auszug aus dem Elternhaus, bei der Eheschließung und der Gründung eines eigenen Haushalts oder bei der Geburt eines Kindes vor. Auch eine schwierige finanzielle Situation, Jobverlust, Trennung oder Scheidung vom geliebten Partner*in können Zukunftsangst Symptome auslösen. Um ihre Zukunft sorgen sich häufig auch ältere Menschen und Rentner.

Die Zukunftsangst kann sich durch körperliche und psychische Symptome bemerkbar machen. Fühlst du dich häufig nervös, benommen oder schwindelig, ohne dass ein gesundheitlicher Grund vorliegt, signalisiert dir dein Körper möglicherweise Zukunftsangst. Wenn dein Herz rast und du kurzatmig bist, kann es sich um eine körperliche Reaktion auf Angstzustände handeln. Weitere Symptome, die auf verborgene Ängste hinweisen können, sind:

  • Magenschmerzen
  • Muskelverspannungen
  • Erschöpfungszustände
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schlaflosigkeit
  • Panikattacken

Zwischen Zukunftsangst und Depression besteht ein enger Zusammenhang. Depressive Verstimmungen lassen keine positiven Gefühle zu. Meist beginnt es mit einigen negativen Gedanken, die Stimmung ist gedrückt und es fehlt die Motivation, etwas zu unternehmen. Sich steigernde Ängste lösen eine Abwärtsspirale aus, die nur noch pessimistische Zukunftsperspektiven gelten lässt und Zukunftsangst begünstigt.

Ursachen der Zukunftsangst

Welche Ursachen verbergen sich hinter der Zukunftsangst? Warum haben manche Menschen große Angst vor dem Ungewissen, während andere Pläne schmieden und optimistisch in die Zukunft blicken? Die Zukunftsangst soll einen evolutionären Hintergrund haben. Grundsätzlich kann das Unbekannte für jeden von uns eine mögliche Bedrohung sein. Die Aufgabe des Körpers besteht somit darin, uns auf die potenziellen Gefahren vorzubereiten, indem Energien gebündelt werden. Diese Reaktion spüren wir als Angst.

Negative Zukunftsgedanken können unterschiedlichste Gründe haben. Die wichtigsten
Zukunftsangst Ursachen sind:

  • geringes Selbstvertrauen,
  • übermäßiger Stress,
  • Traumata,
  • unbehandelte Depressionen.

Wenn du zu wenig Selbstvertrauen hast, wird es dir schwerfallen, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen und selbstständig zu meistern. Mangelndes Selbstwertgefühl begünstigt negative Gedankenmuster, sodass Zukunftsangst entstehen kann. Oft sind Menschen mit geringem Selbstvertrauen davon überzeugt, dass die Zukunft nur Negatives, aber nichts Positives für sie bereithält. Der für Depressionen typische Tunnelblick bewirkt, dass nur negative Aspekte ins Augenmerk gelangen, während positive Ereignisse hingegen nicht bemerkt werden.

Zukunftsangst kann durch verschiedene Einflüsse verstärkt werden. So kann es durch die Einseitigkeit der Berichterstattung in den Medien dazu kommen, dass wir uns ausschließlich mit belastenden Themen wie Arbeitslosigkeit, Finanzkrisen, Krankheiten und Kriegen beschäftigen und nichts anderes mehr wahrnehmen. Wenn wir die Aufmerksamkeit ausschließlich auf negative Dinge lenken, wird die Zukunftsangst für uns zur Realität. Wir steigern uns in unsere Ängste hinein, ohne uns bewusst zu werden, dass wir dadurch in einen gefährlichen Kreislauf geraten.

Bestimmen Zukunftsängste dein Leben?

Zukunftsängste können grundsätzlich jederzeit auftreten. Besonders häufig ist die Zukunftsangst nach einer Trennung. Sorgen und Ängste können dazu führen, dass du nicht weißt, wie du ohne deinen Partner oder deine Partnerin weiterleben sollst.

Der Schulabschluss und das Ende des Studiums sind entscheidende Phasen im Leben. Wenn jedoch nicht geklärt ist, wie sich die berufliche Zukunft entwickelt, entsteht eine unsichere und sehr belastende Situation, die Zukunftsängste begünstigt. Ähnlich verhält es sich bei Jobverlust und Arbeitslosigkeit. Die Befürchtung, nie wieder einen Arbeitsplatz zu finden und der Verlust des sozialen Status können Angst vor der Zukunft auslösen.

Im Grunde hat Angst zwei wichtige Funktionen. Sie soll uns bei Gefahren warnen und zugleich unsere Kräfte aktivieren, damit wir uns vor einer realen Gefahr schützen können. Bei Zukunftsangst handelt es sich jedoch um eine unspezifische Angst vor dem Unbekannten, die über ein hilfreiches Maß hinausgeht und unsere Lebensqualität beeinträchtigen kann.

Anzeichen für krankhafte Zukunftsangst

Krankhafte Zukunftsangst erkennst du an folgenden Anzeichen:

  • Mehr als drei Viertel des Tages denkst du über deine Ängste vor der Zukunft nach.
  • Du leidest an Schlafproblemen, weil du zu viel grübelst.
  • Deine Ängste hindern dich daran, die Gegenwart zu genießen.
  • Du fühlst dich depressiv.

Wie gehe ich mit Zukunftsängsten um?

Um Zukunftsängste zu überwinden, ist es wichtig, sich mit den Angstursachen zu beschäftigen. Daher sollte Zukunftsangst immer ernst genommen und nicht geleugnet werden. Nur wenn die Gründe, die übermäßige Angst vor der Zukunft ausgelöst haben, bekannt sind, kann an ihrer Überwindung gearbeitet werden. Unterschätzen sollte man die Zukunftsangst allerdings nicht, denn starke Ängste können das Leben erheblich einschränken. Willst du Zukunftsangst besiegen, musst du lernen, dich aus der Negativspirale zu befreien.

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Wie überwinde ich Zukunftsangst?

Ähnlich wie bei anderen Angststörungen gibt es auch bei der Zukunftsangst wirksame Möglichkeiten, um die Angst zu überwinden. Eine Phobie vor der Zukunft belastet das tägliche Leben und kann weitere Probleme begünstigen. Wenn deine Zukunftsangst auf einer Generalisierten Angststörung (GAS) beruht, sind dein Hausarzt*in, ein Facharzt*in für Psychiatrie oder ein Psycholog*in die ersten Ansprechpartner. Generalisierte Ängste sind gut behandelbar und meist hilft eine Verhaltenstherapie, mit der Angst umzugehen und das Leben wieder angstfrei zu genießen.

Angstzustände, die sich durch körperliche Symptome wie Herzrasen äußern, können auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente oder eine Überfunktion der Schilddrüse ausgelöst werden. Damit die möglichen Gründe, die einer Zukunftsangst zugrunde liegen, gefunden werden können, müssen organische Ursachen ausgeschlossen werden.

5 Tipps, die gegen Zukunftsangst helfen

Hast du Angst vor der Zukunft? Beschäftigen dich Zukunftsängste, sodass du nicht einschlafen kannst, weil du dir rund um die Uhr Sorgen machst? Diese fünf Tipps sollen dir helfen, Zukunftsängste zu überwinden.

1. Schaffe Klarheit

Nimm dir etwas Zeit für eine innere Bestandsaufnahme und überlege, was dir Angst bereitet. Schreibe die einzelnen Punkte auf ein Blatt Papier. Erstelle eine Checkliste und lege fest, wie du deine Angst Schritt für Schritt überwinden willst. Du kannst auch ein Tagebuch führen, in dem du deine Fortschritte bei der Überwindung der Zukunftsangst festhältst. Dokumentiere deine Erfolge und es wird dir zukünftig leichter fallen, mit diffusen Ängsten umzugehen.

2. Werde aktiv

Werde aktiv, sobald du Ängste verspürst. Sport, Bewegung oder ein anderes Hobby lenken von negativen Gedanken ab und verhindern das Grübeln. Wenn du deiner Angst keine Gelegenheit gibst, dich zu demotivieren, verschwinden Angstgefühle nach einiger Zeit von selbst.

3. Stärke dein Selbstvertrauen

Ein starkes Selbstvertrauen ist der beste Schutz vor irrationalen Ängsten. Besinne dich auf deine eigenen Stärken. Denke an das, was du bisher erreicht und welche Probleme du in deinem Leben schon erfolgreich gemeistert hast. Vertraue deiner inneren Kraft und mache dir bewusst, dass die Zukunft schöne Dinge für dich bereithält.

4. Betrachte deine Zukunftsangst aus einer anderen Perspektive

Menschen mit Zukunftsangst sehen alles schwarz. Betrachte deine Sorgen einmal aus einer anderen Perspektive. Wie realistisch ist das Worst-Case-Szenario? Tatsächlich sind die meisten Probleme lösbar und negative Ereignisse treffen eher selten ein.

5. Meditiere und konzentriere dich auf positive Gedanken

Entspannungsverfahren wie Yoga oder Meditation können dir helfen, negative Zukunftsgedanken zu vermeiden und dich auf positive Wahrnehmungen zu konzentrieren. Zukunftsängste beginnen im Kopf. Höre auf, ständig zu grübeln und vertraue auf deine Fähigkeiten. Positives Denken hilft, deine Zukunftsangst zu überwinden. Das kann vor Depressionen schützen und die Lebenserwartung erhöhen.

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