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Angst: Lerne sie anzunehmen und schließe Freundschaft mit ihr

Lesezeit von 8 Minuten
Angst: Lerne sie anzunehmen und schließe Freundschaft mit ihr

Angst ist ein Gefühl, das in verschiedenen Situationen auftritt. Unter Umständen begleiten sie uns ein Leben lang. Manchmal sind Angstgefühle unbegründet und rational nicht erklärbar. Aber sie ist da! Sie zeigt sich. Du kannst sie spüren. Dabei ist die Angst äußerst wandlungsfähig und zeigt sich auf völlig unterschiedliche Weise.

Bei einer Angststörung treten neben psychischen Missempfindungen auch körperliche Symptome wie Herzklopfen, Schwäche und Magenprobleme auf. Kann man lernen, mit der Angst umzugehen? Die bessere Option ist, aktiv zu werden, um übermäßige Ängste so schnell wie möglich wieder loszuwerden.

Damit deine Angst immer kleiner wird, ist es wichtig, die Gründe, die zu deinem ängstlichen Verhalten geführt haben, zu erkennen. Mit wirksamen Maßnahmen wie Coaching überwindest du selbst starke Ängste!

angst definition

Was ist Angst?

Hilfe, ich habe Angst! Kommt dir diese Aussage bekannt vor? Jeder Mensch hat Ängste. Eigentlich handelt es sich dabei um eine normale Reaktion auf eine Gefahr. Die Angst entsteht im Gehirn, wenn eine Situation als bedrohlich wahrgenommen wird.

In der offiziellen Angst Definition wird sie als Grundgefühl beschrieben. Sie soll helfen, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen, um sich davor zu schützen und in Sicherheit zu bringen. Doch reicht diese Angst Erklärung aus, um die Symptome zu erklären? Für das Überleben ist die Angst jedenfalls von entscheidender Bedeutung. Wenn du Angst hast, mobilisiert dein Körper alle Reserven, um einen Kampf oder die Flucht zu ermöglichen.

Was passiert im Organismus, wenn du Angst hast? Zuerst wird eine mögliche Gefahr von deinen Sinnesorganen wahrgenommen. Nachdem die Bedrohung erkannt ist, wird diese Wahrnehmung an das Gehirn weitergeleitet. Aufgrund von bereits in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen interpretiert die Großhirnrinde die Gefahrenlage und ordnet sie entsprechend ein.

Der natürliche Abwehrmechanismus wird aktiviert, indem die Amygdala im Gehirn ein Signal an die Nebennieren schickt. Es werden vermehrt Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet. Dein Körper macht sich bereit für Flucht oder Kampf.

Allgemeine und rationale Angst

Während die Angst in Gefahrensituationen nützlich und hilfreich ist, können ausgeprägte Angstgefühle auch auf eine psychische Erkrankung hindeuten. Warum hat Angst Bedeutung für dich? Es wird zwischen allgemeiner, rationaler (auf einem realen Ereignis beruhend) und diffuser Angst unterschieden.

Realitätsbezogene Angst führt dazu, dass du beim Autofahren rechtzeitig auf die Bremsen trittst, um einen Unfall zu vermeiden. Eine Angststörung hingegen erkennst du daran, dass die Ängste irrational und übermäßig stark ausgeprägt sind. Solche Ängste, zu denen beispielsweise die Angst vor dem Fliegen, vor Insekten, vor engen oder geschlossenen Räumen zählt, werden als Phobien bezeichnet.

Wissenschaftlich ist eine Vielzahl von Ängsten bekannt. Die verschiedenen Ängste unterscheiden sich durch ihre Ursachen, Symptome und Schweregrade voneinander. Meistens sind Angstsymptome gut beherrschbar. Ängstliche Gefühle halten nur kurze Zeit an. Es gibt effiziente Maßnahmen, die dir helfen, Angstgefühle zu minimieren. Bei Angststörungen ist oft professionelle Unterstützung nötig.

Ursachen und Symptome

Die Angst entsteht scheinbar aus dem Nichts. Du fürchtest dich, ohne zu wissen, warum. Ängstliche Gefühle nehmen dir die Luft zum Atmen. Dir wird schwindlig. Du fühlst dich schwach.

Die beste Möglichkeit, herauszufinden, woher die Ängste wirklich kommen, ist, Ursachenforschung zu betreiben. Wann hast du die Angst zum ersten Mal gespürt? Wie hat es sich angefühlt?

Häufige Ursachen von Ängsten sind:

  • Überforderung
  • Ungünstige Erziehungsstile
  • Psychische oder körperliche Erkrankungen
  • Belastende Lebensereignisse
  • Genetische Veranlagung
  • Hypersensibilität
  • Unbewältigte Traumata aus der Kindheit

Zu wenig emotionale Nähe, Mangel an Geborgenheit oder finanzielle Probleme können die Entstehung von Ängsten begünstigen. Oft sind familiäre Ereignisse wie Trennung oder Scheidung sowie der Tod eines nahen Angehörigen die Auslöser für Angstgefühle.

Bei chronischen körperlichen oder seelischen Erkrankungen besteht ein erhöhtes Risiko für Angststörungen. Angstgefühle machen sich durch unterschiedlichste Symptome bemerkbar. Da diese Anzeichen auch bei anderen gesundheitlichen Problemen auftreten können, werden sie häufig nicht als Angststörung Symptome erkannt.

Typische Merkmale für Angst sind:

  • Herzklopfen
  • Zittern
  • Schweißausbruch
  • Schwindel
  • Atembeschwerden
  • Innere Unruhe
  • Magenprobleme ohne körperliche Ursache

Starke Angstgefühle können außerdem Symptome, wie:

  • Beklemmungsgefühle
  • Bewusstseinsstörungen
  • Ohnmachtsanfall
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall

auslösen. Häufig sind allgemeine Ängste sogar mit Schmerzen verbunden. Damit aus Angstgefühlen eine Angststörung entsteht, müssen jedoch einige Faktoren zusammenkommen.

angst symptome

Die 5 Arten von Ängsten

Wie viele Arten von Ängsten existieren, ist nicht genau bekannt. Die wichtigsten Formen krankhafter Angst sind die generalisierte Angststörung, Panikstörung, Zwangsstörungen sowie Phobien und die posttraumatische Belastungsstörung.

1. Generalisierte Angststörung

Die generalisierte Angststörung wird durch das Auftreten starker Ängste in nachweislich nicht bedrohlichen Situationen geprägt. Betroffene fürchten sich vor alltäglichen Situationen und sogar vor Dingen, die von anderen als völlig normal empfunden werden. Angstgefühle werden als sehr real erlebt.

2. Panikstörung

Bei einer Panikstörung treten Angstanfälle urplötzlich auf. Ein Auslöser ist nicht immer feststellbar. Im Grunde kann jeder „Trigger“ zu einer Panikattacke führen. Menschen, die an einer Panikstörung leiden, vermeiden oft die Öffentlichkeit. Sie ziehen sich in ihr Zuhause zurück, weil sie sich nur dort sicher fühlen. Meist dauern Panikanfälle, die als extrem bedrohlich empfunden werden, nur wenige Minuten.

3. Zwangsstörungen

Wenn das Leben vom Kontrollzwang bestimmt wird, liegt vorwiegend eine Zwangsstörung vor. Normale Tätigkeiten wie Händewaschen, Putzen oder Ordnung halten bekommen plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Bei einem Waschzwang werden die Hände wesentlich häufiger als nötig gewaschen. Obwohl Betroffene selbst das Zwanghafte ihrer Handlungen erkennen, sind sie nicht in der Lage, damit aufzuhören. Die früher als Zwangsneurose bezeichnete Zwangsstörung gilt mittlerweile als häufigste psychische Erkrankung.

4. Phobien

Phobien sind übermäßige Ängste ohne rationalen Hintergrund. Es gibt eine Vielzahl an Phobien. Die bekanntesten sind die Agoraphobie (Angst vor großen Plätzen und Menschenansammlungen), Zahnarzt-Phobie, soziale Phobie (Angst vor zwischenmenschlichen Kontakten), Aviophobie (Angst vorm Fliegen), Arachnophobie (Angst vor Spinnen) und Klaustrophobie (Angst vor engen und geschlossenen Räumen). Bei einer Phobie sind die Ängste auf bestimmte Objekte und Situationen beschränkt. Durch das Vermeidungsverhalten kann die Lebensqualität bei einer Phobie erheblich eingeschränkt sein.

5. Posttraumatische Belastungsstörung

Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine seelische Erkrankung. Sie tritt meist als Folge eines nicht bewältigten, belastenden Ereignisses wie eines Unfalls, bei Krieg oder Katastrophe auf. Einschneidende Erfahrungen wie eine Vergewaltigung, häusliche Gewalt sowie anderen Extrem-Situationen können ebenfalls eine posttraumatische Belastungsstörung auslösen. Dabei wird das Grauen in Gedanken und Träumen immer wieder durchlebt.

Was sind typische Ängste?

Angst kann sich auf verschiedene Weise äußern. Ängste können stark oder gering ausgeprägt sein. Obwohl Angstgefühle völlig unterschiedliche Ursachen haben, gibt es einige typische Ängste. Dazu zählt zum Beispiel die Angst vor Veränderung, im Fachjargon als Decidophobie bezeichnet. Menschen, die sich vor Veränderungen im Leben fürchten, haben oft Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen.

Die Angst vor dem Neuen und Unbekannten prägt die Zukunftsangst, eine Angstform, bei der Verunsicherung und die Furcht vor negativen Ereignissen im Mittelpunkt stehen.

Verbundenheit und Vertrautheit ist etwas Wunderschönes. Dennoch haben viele Menschen Angst vor Nähe. Bindungsangst entsteht meistens in der Kindheit. Wer in einer frühen Lebensphase lernen muss, dass Liebe und Vertrauen nicht selbstverständlich sind, wird später versuchen, Bindungen zu vermeiden.

Eine der häufigsten Ängste ist die Versagensangst. Die Angst, zu versagen, betrifft Schulkinder ebenso wie Studierende und Top-Manager*innen. Wenn die Angst, Fehler zu machen, zu groß ist, ist eine erfolgreiche Karriere kaum möglich. Versagensängste können sowohl die beruflichen Chancen als auch das Privatleben sehr einschränken.

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Das kannst du tun: 5 Tipps für mehr Leichtigkeit

Angst gehört zum Leben dazu. In Gefahrensituationen kann sie sich als lebensrettend erweisen. Übertriebene Ängste sind jedoch ungeeignet, um dich vor Gefahren zu schützen. Oft genügt eine realistische Bestandsaufnahme, um Angstgefühle umzuwandeln. Diese fünf Tipps helfen dir, deine Ängste zu anzunehmen:

  1. Konfrontiere deine Ängste
  2. Entspanne dich mit der richtigen Atemtechnik
  3. Betreibe Ursa­chen­for­schung
  4. Überprüfe deine Ängste auf ihren Realitätswert
  5. Lerne, mit deinen Ängsten umzugehen

Bei Ängsten kommt es oft zum sogenannten Vermeidungsverhalten. Dabei werden Situationen, die Angstgefühle auslösen oder verstärken können, gemieden. Willst du Angst bekämpfen, ist das keine Lösung!

Konfrontiere deine Ängste, indem du dich bewusst einer Situation aussetzt, die zu einem Angstzustand führen könnte. In der Verhaltenspsychologie wird die Konfrontation als wirksame Methode zum Angstabbau beschrieben. Hast du Angst, vor Menschen zu sprechen? Dann halte zunächst eine Rede im kleinen Kreis, beispielsweise vor Freunden oder Kollegen. Dadurch gewinnst du mehr Selbstsicherheit.

Atme tief durch und spüre in dich hinein. Du stellst schnell fest, dass die Angstgefühle immer kleiner werden. Nutze eine Atemtechnik, um dich zu entspannen. Meditieren hilft, einen Zustand innerer Ruhe und Gelassenheit zu erreichen. So kannst du bewusst deine Angst loslassen. Probier gleich die Meditation aus unserem Video aus.

Ursachenforschung

Betreibe Ursa­chen­for­schung, um die Hintergründe, die zu deiner Angst geführt haben, besser zu verstehen. Willst du deine Ängste loswerden, musst du zunächst die Gründe für dein ängstliches Verhalten kennen. Öffne dich dafür für eine Zeitreise in deine Kindheit: Seit wann begleitet dich die Angst schon? Was war damals die ausschlaggebende Situation? Gretaor Coaching eignet sich ideal, um deine alten Blockaden und Glaubenssätze aufzulösen und dich wieder positiv auszurichten.

Überprüfe deine Ängste auf ihren Realitätswert. Was passiert wirklich, wenn du dich in eine bestimmte Situation begibst? Erinnere dich an deine Erfolge. Positive Erfahrungen helfen, Ängste zu überwinden.

Akzeptiere deine Ängste. Es ist keine Schwäche, Angst zu haben. Erkenne, dass Angstgefühle ihre Daseinsberechtigung haben. Die Akzeptanz von Ängsten ist eine Grundvoraussetzung zur Angstbewältigung.

Was löst die Angst im Körper aus?

Ängste entstehen durch ein Zusammenspiel körperlicher und seelischer Faktoren. Angstgefühle sind Gefühlsreaktionen (siehe Video), die durch das sympathische (vegetative) Nervensystem übertragen werden.

Abhängig von Ursache oder Auslöser wird vom Gehirn ein Aktivierungsmuster eingeleitet, das zum Vermeidungs- und Fluchtverhalten oder zu aktiver Abwehr führt. Je nach Angstniveau werden im Körper eine Vielzahl an Symptomen ausgelöst.

Angst-Symptome können von einem mulmigen Gefühl oder leichter Panik bis zu heftigen Angstwellen reichen. Die durch das sympathische Nervensystem hervorgerufene Alarmreaktion hat folgende Auswirkungen:

  • Herzschlag erhöht sich
  • Blutdruck steigt
  • Muskeln werden stärker durchblutet
  • Stoffwechsel wird beschleunigt
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Kann man Ängste heilen?

Zwischen Angst und Ängsten gibt es einige Unterschiede. Während die Angst eine nützliche Warnfunktion hat, können irrationale Ängste das Leben beeinträchtigen. Bei krankhaft gesteigerten Angstgefühlen wie einer Angststörung, bei Phobien und Zwangsstörungen gibt es verschiedene verhaltenspsychologische Therapieansätze, die sich als sehr wirksam erwiesen haben.

Mit professioneller Unterstützung können auch länger bestehende Ängste gelöst oder zumindest minimiert werden. Der richtige Umgang mit der Angst hilft, Angstgefühle zu reduzieren. Die Angstbereitschaft wird durch unsere Lebenserfahrungen geprägt. Ängstlichkeit ist deshalb völlig normal. Wenn du dir schneller Sorgen machst als andere, bist du möglicherweise besonders empfindsam und reagierst sensibler.

Fazit

Angst ist eine Vorsichtsreaktion des Körpers, die uns vor Gefahren schützen soll. Sie unterscheidet sich dadurch von irrationalen Ängsten und Angststörungen, die das Leben stark einschränken können. Mit einfachen Maßnahmen, psychologischen Verfahren und professioneller Unterstützung in Form von Coaching, können Ängste behandelt werden. Dafür darfst du dich zuallererst mit alten Glaubenssätzen auseinandersetzen und sie in neue, positive verwandeln.

Es geht nicht darum, die Angst loszuwerden oder zu bekämpfen: Der erste Schritt ist immer, die Angst anzunehmen! Alles, was da ist und sich regelmäßig in uns zeigt, geht mit einer tieferen Botschaft einher. Verändere dein Verhältnis zur Angst. Statt sie zu kontrollieren und wegzudrücken, lass sie liebevoll da sein. Mach dir bewusst, dass die Angst nur ein Teil von dir ist und begegne ihr. Mit jedem Schritt, den du auf sie zugehst, wird sie immer kleiner und kleiner!

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