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Wenn sich die Bindungsangst zeigt – nicht klein beigeben!

Lesezeit von 8 Minuten
Wenn sich die Bindungsangst zeigt – nicht klein beigeben!

Komm mir nicht zu nah – oder vielleicht doch? Manche Menschen leiden unter Bindungsangst, die sie sich selbst nicht erklären können. Hast du Probleme, eine lange, tiefgehende Beziehung einzugehen? Fühlen sich die Ansprüche deines Partners für dich bedrohlich an? Wie geht es dir, wenn sich eine Bindung festigt – möchtest du dich vielleicht schon wieder distanzieren?

Die Angst vor zu engen Beziehungen ist keine Seltenheit. Hier erhältst du einen tiefen Einblick ins Thema und erfährst, wie sich Bindungsangst überwinden lässt.

Was genau ist Bindungsangst?

Was ist Bindungsangst überhaupt? Laut Stefanie Stahl, einer erfahrenen Psychotherapeutin, schrecken Menschen mit Bindungsangst vor einer tiefen, ausschließlichen Liebesbeziehung zurück. In ihrem Psychoblog befasst sich die Autorin des Bestsellers „Das Kind in dir mussl Heimat finden” mit den Hintergründen und den Anzeichen für Bindungsangst.

In jeder Beziehung wechseln sich die Bedürfnisse nach Nähe und Distanz ab. Wenn du jedoch schon vor dem eigentlichen Beginn der Liebesbeziehung auf Abstand gehst, hängt dies oft mit einer tief liegenden Angst zusammen. Das kann zu einem psychischen Problem werden und auch physische Symptome auslösen. Letztendlich leiden beide Partner unter der Bindungsphobie des einen.

Überwinde deine Angst 

Nicht immer ist diese Angst eindeutig zu erkennen. Vielleicht sind sich die Betroffenen nicht einmal bewusst, dass sie unter Bindungsangst leiden. Sie spüren zwar die Beklemmung, wissen diese aber nicht einzuordnen.

Doch mit einem Blick hinter die Fassade gelingt es dir, die Ursachen zu finden und die Bindungsphobie zu überwinden. Häufig liegen die Gründe in Kindheitserlebnissen. Vielleicht haben sich die Eltern abweisend verhalten oder das Kind mit übersteigerten Erwartungen erdrückt. Wenn du Angst hast, jemanden zu nerven oder zu enttäuschen, ziehst du dich automatisch zurück. In dem Moment, in dem du dieses Verhalten durchschaust, kannst du dagegen angehen und deine innere Angst vor Nähe überwinden.

Bindungsangst bei Männern

Du bist verliebt, hast aber Angst vor einer Beziehung? Männer befürchten oft, ihre Freiheit zu verlieren, wenn sie einer tollen Partnerin begegnen. Warum kann es nicht beim unverbindlichen Sex ohne weitere Verpflichtung bleiben? Bei einer Freundschaft Plus?

Immer wieder erlebt man, dass sich die Männer erdrückt fühlen oder Angst davor haben, dass die Beziehung scheitert und sie wieder allein sind. Da ist es doch besser, eigenständig und allein zu bleiben. Zu groß ist die Gefahr, dass die Partnerin den Mann verlässt und verletzt.

Was ist das: Bindungsangst oder keine Gefühle? Die Antwort ist klar, denn auch Männer haben sehr starke Gefühle. Schließlich sind es die verschiedenen Emotionen, die die Angst vor Beziehungen und auch vor Zurückweisung auslösen.

Bindungsangst bei Frauen

Du möchtest mehr wissen über weibliche Bindungsangst und was Frauen dagegen tun können? Ihre Selbstbestimmtheit nimmt immer weiter zu, sodass es inzwischen immer mehr Single-Frauen gibt. Das liegt an den steigenden Ansprüchen an den Traummann – und an der wachsenden Angst davor, verletzt zu werden.

Die Gründe sind also ähnlich wie bei Männern. Auch Frauen möchten ihren eigenen Freiraum haben. Sie geben ihre Angst vor Zurückweisung aber eher zu.

Außerdem tendieren Frauen dazu, sich in vergebene Männer zu verlieben. Ist das vielleicht ein Trick, um sich vor zu großer Nähe zu schützen? Doch nur, wenn du die Bindungsangst überwindest, kannst du eine glückliche Liebesbeziehung eingehen. Wenn Männer als auch Frauen in der Lage sind, die Ursache für ihre Bindungsangst selbstehrlich zu reflektieren, ist das oftmals der erste Weg zu Heilung.

Bindungsangst Hinweise

7 Hinweise zur Erkennung von Bindungsangst

Ist deine Angst vor einer Beziehung schon extrem oder noch im Normalbereich? Das erkennst du an den äußeren Anzeichen, die charakteristisch für verschiedene Angstreaktionen sind. Typische körperliche Symptome für Bindungsangst sind Kurzatmigkeit, Schwitzen, Herzrasen, Beklemmungsgefühl und Zittern. Das alles weist auf eine unterdrückte Panik hin. In der Partnerschaft kommt es zudem zu diesen sieben Anzeichen für Bindungsangst:

  1. Vermeidung bzw. Ausweichen von körperlichen Zuwendungen,
  2. kein Gespräch über die eigenen Gefühle,
  3. der spürbare innere Rückzug vom Partner,
  4. Abstandssuche durch eigene Wohnung oder zeitaufwendige Hobbys,
  5. keine gemeinsamen Zukunftspläne,
  6. geringe Erwartungshaltung bzw. Hoffnung,
  7. keine engen Freundschaften.

Schroffe Worte, ein ewiges Hin und Her zwischen intensiver Nähe und krasser Distanz, Ausweichmanöver, ein abruptes Ende der Beziehung – das sind typische Verhaltensmuster von Bindungsphobikern. Oft kommt es gerade dann zu Problemen, wenn sich die Beziehung verfestigt oder eine Entscheidung fordert.

Wollt ihr in eine gemeinsame Wohnung ziehen oder überlegt ihr, zu heiraten? Wenn du innerlich davor zurückscheust, ist dies ein deutliches Zeichen für Bindungsangst. Auch Machtspiele innerhalb einer Dauerbeziehung können auf Beziehungsangst hinweisen. Zum Beispiel lässt sich der bindungsängstliche und mächtige Partner auf keine verbindlichen Kompromisse ein, während sich der abhängige Partner mehr Nähe wünscht und leidet.

Wenn du ehrlich zu dir bist und dein Innenleben betrachtest, wird dir klar: Die Furcht vor Ablehnung und Verlust bestimmt das Verhalten bei Bindungsangst. Woher kommt diese Angst? Glaubst du, du hast die Liebe deines Partners nicht verdient? Fürchtest du, er könnte dich verlassen?

Genau darum schaffst du dir einen Halt außerhalb der Beziehung – die Arbeit oder ein Hobby, das dein Ein und Alles ist. So fühlst du dich nicht verloren, wenn dein Partner geht.

Und was ist mit Sex? Der ist etwas für Verliebte. Nach der ersten leidenschaftlichen Phase hat selbst die körperliche Nähe eine bedrohliche Aura. Um auf der sicheren Seite zu bleiben, suchen sich Bindungsphobiker oft ungewöhnliche Beziehungsformen, die viel Freiraum lassen. Affären, Dreiecksbeziehungen und On-Off-Beziehungen sind keine Seltenheit.

Die häufigsten Gründe für Bindungsangst

Der Hauptgrund für Bindungsangst und Beziehungsunfähigkeit ist die Angst vor Verlust. Wenn du keine feste Liebesbeziehung eingehst, kann dich niemand verlassen und unglücklich machen. Deine Ausweichmanöver sind ein Schutz vor dem möglichen Schmerz.

Oft sind es negative Kindheitserlebnisse, die die Bindungsangst auslösen. Eine schwierige Trennung der Eltern, anspruchsvolle oder erdrückende Eltern, auch zu viel Nähe der Eltern – dies sind typische Motive für Bindungsangst. Mit diesem Gepäck fällt es dir schwer, gute Freunde zu finden und eine vertrauensvolle Beziehung zu führen.

Durch schlechte Erfahrungen in der Kindheit und im späteren Leben, kann sich außerdem ein negatives Selbstbild entwickeln, das die Beziehungsangst verstärkt. Vielleicht empfindest du dich selbst als unzureichend: Wer kann dich schon mögen? Darum ist es wichtig, dich selbst schätzen und lieben zu lernen. Erst mit einem gewissen Selbstwertgefühl kannst du dich auf eine Liebesbeziehung mit einem anderen Menschen einlassen.

4 Tipps für den Umgang mit Bindungsangst

Wenn unterschwellige Ängste deine Beziehung bedrohen, ist kluges Handeln nötig. Ansonsten kann der falsche Umgang mit Bindungsangst Partner zu Gegnern machen. Umso wichtiger ist es, auf den anderen einzugehen und seine Angst ernst zu nehmen. Verdrängung hilft keinem von euch.

Dein Partner zeigt typische Symptome und du fragst dich: Wie kann ich ihm die Angst vor einer Beziehung nehmen? Zunächst einmal: Bindungsangst hat nichts mit fehlender Liebe zu tun. Die Ursachen liegen meistens woanders – nämlich in der Vergangenheit. DU kannst sie ihm nicht nehmen. Natürlich gibt es ihm Sicherheit, wenn du ihn spüren lässt, dass du ihn liebst. Aber das Thema darf dein Partner für sich auflösen. Nicht du.

Wie verhältst du dich nun richtig? Oft sind beide Partner stark verunsichert und haben das Gefühl, die Kontrolle über die Beziehung zu verlieren. Als Partner eines Bindungsphobikers fühlst du dich womöglich verantwortlich und deine eigene Verlustangst wächst. Du willst möglichst gut funktionieren und deinen Partner unterstützen – doch damit erhöht sich der Druck noch.

Experten raten deshalb dazu, genügend Freiräume zu lassen. Wie du geschickt mit der Bindungsangst deines Partners umgehst, zeigen die folgenden vier Tipps. Wenn diese nicht funktionieren, hilft eventuell eine professionelle Paartherapie.

• Tipp 1: Verständnis zeigen. Niemand von euch trägt die Schuld an der Beziehungskrise. Als eigenständiger, selbstbewusster Mensch kannst du deinem Lieblingsmenschen bedingungslose Liebe vermitteln. Das gibt ihm und dir selbst mehr Sicherheit.

• Tipp 2: Die Angst aufmerksam betrachten. Vorsichtig weist du deinen bindungsängstlichen Partner auf sein Problem hin. Frag ihn ruhig, wovor er sich fürchtet. Dann könnt ihr gemeinsam überlegen, ob diese Angst eine Berechtigung hat. Das nimmt der bedrohlichen Bindungs- und Verlustangst ihre Macht. Auch ein Blick in die Vergangenheit ist hilfreich.

• Tipp 3: Das Vertrauen stärken. Indem du die Angst ernst nimmst, fühlt sich dein Partner respektiert. Das baut sein Selbstbewusstsein auf. Im Gespräch findet ihr mehr über eure Motive heraus: Warum handelt jeder von euch gerade so? Wie ist dieser Streit entstanden? Woher kommt die oft unerklärliche Angst? Wenn ihr vertraut miteinander umgeht, seid ihr auf einem guten Weg – dann könnt ihr auch eure Verhaltensmuster überdenken.

• Tipp 4: Freiheit lassen. Wer unter Bindungsangst leidet, geht gelegentlich auf Distanz. Euer Partner braucht seine Rückzugsorte. Das heißt nicht, dass der Kontakt zwischen euch fehlt. Mit eigenen Aktivitäten und Freiräumen beweist ihr euer gegenseitiges Vertrauen – und das bringt euch in der Beziehung weiter.

 eigene Bindungsangst

Der Weg zur Selbsterkenntnis: Wie kann man die eigene Bindungsangst überwinden?

Du glaubst, dass du selbst bindungsängstlich bist? Ein Blick in den Spiegel reicht nicht aus, um das herauszufinden. Mit mutigen Gedanken zu deinem Innenleben machst du einen wichtigen Schritt zur Selbsterkenntnis. Die folgenden Fragen bringen dich dabei vorwärts:

• Habe ich wirklich Beziehungsangst – oder möchte ich einfach als Single leben?

• Welche Erwartungen habe ich an das Leben und an meine Beziehungen?

• Wovor habe ich Angst – vor Enttäuschung, vor Freiheitsverlust oder vor Abhängigkeit?

• Wo liegt der Auslöser für meine Ängste?

• Wie kann ich die Bindungsangst überwinden?

Eine Antwort führt dich zur nächsten. Manche Überlegungen sind sachlich – und nehmen dir damit die Angst vor unangenehmen Gedanken. Denk auch an positive Erinnerungen aus früheren Beziehungen. Dein eigenes Liebesleben hat sicherlich interessante Geschichten zu bieten.

Bei einer starken Bindungsangst ist möglicherweise professionelle, psychologische Hilfe nötig. Dann empfiehlt sich eine Therapie, die dir eine sichere Begleitung auf dem Weg in deine ängstliche Innenwelt bietet.

Wie hilfst du dir selbst aus dem Sumpf der Beziehungsangst? Mit nützlichen Tipps kannst du die Bindungsangst überwinden. Das beginnt damit, dass du dir deine Ängste bewusst machst. Du kannst nur etwas bekämpfen, das du auch siehst – oder eben fühlst. Stelle dich dieser Angst und bleibe optimistisch.

Vielleicht gelingt es dir, diesen Weg alleine zu gehen. Andernfalls wendest du dich an einen Therapeuten oder meldest dich bei einer Selbsthilfegruppe an. Der erste Schritt ist schwer. Doch nur, wenn du dich anderen öffnest, kannst du Vertrauen aufbauen. Dafür ist es wichtig, dass du deine eigenen Wünsche nicht aus den Augen verlierst. Setze ruhig Grenzen – aber glaub an dich selbst und stärke deine Hoffnung auf Besserung.

Die Bindungsangst erkennen und überwinden

Was macht dich aus? Warum handelst du genau so, welche Hoffnungen und Ängste leiten dich? Verspürst du Bindungsangst oder was ist es, das dich umtreibt? Wenn du dich selbst besser kennenlernst, begreifst du allmählich, was dir wichtig ist und wie dich deine Erinnerungen beeinflussen.

Bei unserer Greator Visions Challenge erfährst du eine Menge über dein Innenleben. Damit gewinnst du an Selbstvertrauen und Optimismus. Durch die Aufarbeitung von früheren Erlebnissen findest du die Kraft, dich weiterzuentwickeln. So verändert sich dein Charakter zum Positiven.

Die erfolgreiche Challenge wirkt sich auf deine ganze Lebenshaltung aus. Du fühlst dich mutiger, wenn du dich deinen Ängsten stellst. Die sichere Komfortzone war gestern: Ab heute blickst du nach vorne. Entscheidungen fallen dir leichter und du lässt mehr Nähe zu – genau so überwindest du deine Bindungsangst.

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Geprüft von Dr. med. Stefan Frädrich

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