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Methodenkompetenz – so eignest du dir ganz viel Wissen an

Lesezeit von 7 Minuten
Methodenkompetenz – so eignest du dir ganz viel Wissen an

Das gesamte Leben besteht aus Lernprozessen, die bereits im Kleinkindalter beginnen, sich in der Schule fortsetzen und selbst im fortgeschrittenen Berufsleben nicht enden. Um dir Wissen aneignen zu können, benötigst du jedoch methodische Kompetenz. Letztere ist der Baustein der Fachkompetenz. Im nachfolgenden Artikel erklären wir dir, was es mit der Methodenkompetenz auf sich hat und wie du sie dir aneignen kannst.

Was ist Methodenkompetenz?

Vereinfacht ausgedrückt beschreibt Methodenkompetenz die Fähigkeit zur Wissensaneignung. Hierzu zählen beispielsweise die elementaren Grundkenntnisse wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Ohne diese Fertigkeiten wäre niemand in der Lage, sich neues Wissen anzueignen. Weiterhin umfasst Methodenkompetenz die Fähigkeit, unwichtige von wichtigen Informationen zu unterscheiden.

Über methodische Kompetenz zu verfügen bedeutet außerdem, die Lerntechniken optimal einzusetzen. Einfaches Beispiel: Was nützt es dir, lesen zu können, wenn du nicht weißt, in welchem Buch du nachschlagen musst? Methodenkompetenz ist zudem von fachübergreifender Bedeutung. Du benötigst sie in jeder beruflichen Branche. Auch analytisches Denken ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Kernkompetenz.

Die methodische Kompetenz selbst ist dem Bereich Handlungskompetenz untergeordnet, welche wiederum auf folgenden vier Kompetenzen basiert:

  1. Persönlichkeitskompetenz: Fähigkeit zur Selbstreflexion.
  2. Sozialkompetenz: Fähigkeit zur konstruktiven Interaktion mit den Mitmenschen.
  3. Fachkompetenz: Vorhandensein von fachbezogenem Wissen.
  4. Methodische Kompetenz: Vermittlung von fachübergreifendem Wissen.

Warum ist methodische Kompetenz so wichtig?

Wir haben es einleitend bereits erwähnt: Methodische Kompetenz ist die Grundvoraussetzung, um Fachkompetenz zu erwerben. Über Letztere sollte jeder Arbeitnehmer in seinem Fachbereich verfügen. Insbesondere in der Berufsausbildung, aber auch danach, ist das Thema daher von großer Bedeutung.

Einfach ausgedrückt: Ohne methodische Kompetenz keine Wissensaneignung. Ohne Wissensaneignung keine Fachkompetenz. Ohne Fachkompetenz kein (beruflicher) Erfolg.

Wenn du über methodische Kompetenz verfügst, bist du in der Lage, Lernstrategien und Arbeitstechniken sachbezogen, zielgerichtet und situationsangepasst anzuwenden. Dies umfasst folgende Fähigkeiten:

  • Herausfiltern von wichtigen und unwichtigen Informationen
  • Fähigkeit zur Themenrecherche
  • Meinungsbildung inklusive Begründung des eigenen Standpunktes
  • Erkennen von Zusammenhängen
  • Analysefähigkeit komplexer Sachverhalte
  • Problemlösungskompetenz

Die oben genannten Fähigkeiten sind vor allem im Berufsleben (z. B. im Rahmen von Projektarbeiten) relevant, aber auch für deine privaten Ziele ist methodische Kompetenz nützlich.

methodenkompetenz beispiele

Über welche Methodenkompetenzen sollten Führungskräfte verfügen?

Von Führungskräften wird ein besonderes Maß an fachlicher Kompetenz erwartet. Allerdings ist die Berufswelt überaus schnelllebig. Ständig kommen neue Erkenntnisse und Arbeitsmethoden hinzu. Auch die technischen Möglichkeiten entwickeln sich stets weiter. Dies führt dazu, dass einmal erworbenes Fachwissen einige Jahre später bereits obsolet sein kann.

Als Führungskraft ist es daher zwingend notwendig, sich regelmäßig weiterzubilden. An dieser Stelle kommt erneut die Methodenkompetenz ins Spiel: Das Innehaben einer Führungsposition erfordert die Fähigkeit und Bereitschaft, schnell und effektiv zu lernen. Es ist unerlässlich, stets auf dem neuesten Stand zu bleiben. Ein Unternehmen, das an veralteten Standards festhält, ist nicht zukunftsfähig.

Die methodische Kompetenz setzt sich, wie sollte es auch anders sein, aus einem kompakten Bündel untergeordneter Kompetenzen zusammen. Folgende fünf Kompetenzen sind für Führungskräfte hierbei am wichtigsten:

1. Selbstmanagement

Zum Selbstmanagement gehört vor allem die zielführende Priorisierung von Aufgaben: Was muss zuerst erledigt werden? Wie viel Zeit benötige ich hierfür? Führungskräfte sollten in der Lage sein, vorausschauend zu planen. Wer genau weiß, was es wann zu erledigen gibt, der bleibt motiviert und versinkt nicht im Chaos.

2. Präsentationsstärke

Die Präsentationsstärke ist ein wesentlicher Bestandteil der methodischen Kompetenz. Hierzu gehört, das erworbene Wissen in einem größeren Kontext aufzubereiten und für andere Personen (z. B. die eigenen Mitarbeiter) verständlich vorzutragen. Die Führungskraft muss dementsprechend genau wissen, welche Inhalte sie vermitteln möchte.

Die klar strukturierte Präsentation von Lerninhalten sorgt dafür, dass die Zuhörer bis zum Schluss aufmerksam bleiben. Jeder Mitarbeiter sollte nach der Präsentation genau wissen, wie er die Informationen praktisch anwenden kann.

3. Kommunikationsfähigkeit

Kommunikationsfähigkeit umfasst weitaus mehr als die Gabe, sich gewählt auszudrücken. Vielmehr geht es darum, die verbalen und nonverbalen Signale des Umfelds wahrzunehmen und korrekt zu interpretieren. Hierzu ist es notwendig, dass die Führungskraft offen und unvoreingenommen auf ihre Mitarbeiter zugeht.

Der methodenkompetente Vorgesetzte erkennt Signale, die auf Unzufriedenheit, Ablehnung, Interesse oder Motivation hindeuten und reagiert hierauf situationangepasst. Auf diese Weise lassen sich Konflikte schnell beilegen – manchmal sogar, bevor sie überhaupt entstehen.

4. Entscheidungsfähigkeit

Führungskräfte treffen tagtäglich zahlreiche wichtige Entscheidungen. Zögerlichkeit kann mitunter schwerwiegende Folgen für das Unternehmen nach sich ziehen, wie z. B. den Verlust eines Auftrags. Es ist nicht immer möglich, jede Entscheidung bis ins kleinste Detail zu erörtern.

Eine methodenkompetente Führungskraft verfügt über aktuelles Fachwissen und zahlreiche Erfahrungswerte, sodass sie sich in vielerlei Hinsicht auf ihre Intuition verlassen kann. Dies spart Zeit und mitunter auch (Firmen-)Geld.

5. Fähigkeit zur Delegation

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass eine Führungskraft alles können und alleine erledigen muss. Viel wichtiger ist die Fähigkeit zu erkennen, wenn ein Mitarbeiter besser für die Bearbeitung einer bestimmten Aufgabe qualifiziert ist. Eine methodenkompetente Führungskraft würde in diesem Fall den Arbeitsauftrag delegieren, damit das bestmögliche Endergebnis erreicht wird.

Die Delegation bringt zudem den Vorteil der Zeitersparnis mit sich: In der Zeit, in der ein fähiger Mitarbeiter den jeweiligen Auftrag bearbeitet, kann die Führungskraft sich ihren eigentlichen Aufgaben widmen.

Wie kann ich Methodenkompetenz erlernen?

Bei der methodischen Kompetenz handelt es sich um eine Fähigkeit, die auf zahlreichen untergeordneten Kompetenzen (s. o.) basiert. Aus diesem Grunde gestaltet es sich ein wenig schwierig, sie gezielt zu fördern. Es ist jedoch möglich!

Sofern du vielseitig interessiert bist und dich in verschiedenen Lebensbereichen stets weiterbildest, schulst du deine methodische Kompetenz automatisch. Das Lesen von Fachbüchern und Fachartikeln allein genügt allerdings nicht: Du musst das theoretische Wissen auch anwenden. Hierzu ist es notwendig, sich Herausforderungen zu stellen und die eigene Komfortzone immer mal wieder zu verlassen.

Eine weitere Möglichkeit, um deine methodische Kompetenz aktiv auszubauen, ist die Inanspruchnahme spezieller Coachingangebote. Hierauf gehen wir später noch gesondert ein.

5 Tipps zur Entwicklung von Methodenkompetenz

Du möchtest beruflich erfolgreicher werden und daher deine methodischen Kompetenzen ausbauen? Dann können dir folgende fünf Tipps helfen:

1. Blicke über den Tellerrand hinaus

Beschäftige dich nicht nur mit deinem Aufgabenbereich, sondern versuche stets, das große Ganze zu erfassen: Auf welches Ziel arbeitet das Unternehmen hin? Wie könnten die einzelnen Abteilungen noch effektiver und effizienter zusammenarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen? Wie könnte dein konkreter Beitrag hierzu aussehen?

Entwickle Konzepte und trage diese abteilungsübergreifend vor. Möglicherweise sagen deine Vorschläge nicht jedem zu. Traue dich dennoch, deine Komfortzone zu verlassen. Solltest du dich bereits in einer Führungsposition befinden, wird es einfacher sein, dir Gehör zu verschaffen. Aber auch – oder gerade wenn – dies (noch) nicht der Fall ist, solltest du das Risiko eingehen.

2. Bleibe neugierig

Methodische Kompetenz setzt Lernwillen voraus. Erstelle am besten eine Liste mit allen Themen, die dich begeistern. Hierbei kann es sich sowohl um berufliche als auch um private Interessen handeln. Suche dir ein neues Thema pro Quartal aus, mit dem du dich theoretisch und praktisch (!) intensiv beschäftigen möchtest: Wie wäre es z. B. mit einem Sprachkurs?

Wichtig ist es, dass du die Themen ernst nimmst. Halbherzige Aktionen werden dich nicht weiterbringen. Je nachdem, wie komplex das jeweilige Thema ist, kann die Wissensaneignung mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen. Der Tipp, dich quartalsweise neuen Themen zuzuwenden, ist dementsprechend nicht in Stein gemeißelt, sondern nur eine ungefähre Leitlinie.

3. Übe dich im Zeitmanagement

Gehörst du zu den Personen, die sich gerne mal verzetteln? Dann solltest du gezielt gegensteuern: Besorge dir einen Kalender und notiere alle deine Termine und Aufgaben sorgfältig. Anschließend nimmst du eine Priorisierung vor, an die du dich strikt hältst.

4. Schule deine rhetorischen Fähigkeiten

Wie du bereits weißt, gehört zur methodischen Kompetenz nicht nur die Aneignung von Wissen, sondern auch die Fähigkeit, die eigenen Erkenntnisse an andere Menschen weiterzuvermitteln. Lesen kann dich dabei unterstützen, deinen Wortschatz zu erweitern. Vielleser sind wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge außerdem kreativer.

Sollte das Sprechen vor Publikum für dich ein Problem darstellen, ist es empfehlenswert, im geschützten Rahmen zu üben: Bitte Freunde und Familie, deinen Vorträgen zuzuhören und dir eine ehrliche Rückmeldung zukommen zu lassen.

5. Pflege eine positive Fehlerkultur

Zur Methodenkompetenz gehört, konstruktiv mit Misserfolgen umzugehen. Verurteile dich (und andere) also nicht für Fehlentscheidungen, sondern versuche, sie zu analysieren: Welche Informationen haben gefehlt? Wie lässt sich ein ähnliches Ärgernis in der Zukunft vermeiden?

methodenkompetenz definition

Die Bedeutung von Methodenkompetenz im Coachingbereich

Die Vermittlung methodischer Kompetenz ist Bestandteil zahlreicher Coachingkonzepte. Vor allem im Bereich des Karriere- und Businesscoachings kommt sie zum Einsatz. Im ersten Schritt erklärt der Coach seinem Klienten, um was es sich bei Methodenkompetenz überhaupt handelt und warum diese für seinen künftigen (beruflichen) Erfolg wichtig ist.

Unter Bezugnahme auf die konkreten Fragestellungen des Klienten wird anschließend geschaut, auf welche Weise dieser die Methoden anwenden kann. Um die Fähigkeiten zu trainieren, kann der Coach seinem Klienten Übungsaufgaben zuteilen, die nur mit der Anwendung methodischer Kompetenz zu lösen sind. Auch Rollenspiele sind eine gute Option. Im Anschluss werden die Resultate besprochen.

Die Bedeutung von Methodenkompetenz in der Coachingausbildung

Jeder, der eine Ausbildung zum Business Coach absolviert, kommt hierbei mit dem Thema der methodischen Kompetenz in Berührung. Zahlreiche Klienten werden sich später an dich wenden, um ein glücklicheres und erfolgreicheres Leben zu führen. Daher musst du als Coach in der Lage sein, ihnen das nötige Handwerkszeug zu vermitteln. Hierbei ist es völlig unabhängig, auf welche Coachingrichtung du dich spezialisierst.

Um anderen Menschen methodische Kompetenz zu lehren, musst du natürlich selbst dazu fähig sein, diese anzuwenden. Daher wird in den meisten Coachingausbildungen erst einmal Wert darauf gelegt, dass die Auszubildenden ihre eigenen Lebensthemen mithilfe von Methodenkompetenz bearbeiten. Dies ist eine sehr lehrreiche Praxisübung, von der du auch privat profitierst.

Als ausgelernter Coach kannst du später einzelne Klienten betreuen und / oder Gruppentrainings durchführen. Viele Firmen stellen mittlerweile Coaches fest ein, die ihre Mitarbeiter regelmäßig in methodischer Kompetenz schulen sollen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass du dich auf Methodenkompetenz für Führungskräfte spezialisierst.

Fazit

Methodenkompetenz ist unerlässlich, um sich neues Wissen anzueignen. Da das Leben einem stetigen Lernprozess gleicht, bleibt ohne diese Kompetenz der Erfolg in vielen Lebensbereichen (vor allem im Beruf) auf der Strecke. Wer nicht effektiv lernen kann, erwirbt auch keine Fachkompetenz. Letztere bildet aber die Grundvoraussetzung für das Erklimmen der Karriereleiter.

Aus diesem Grunde wird bereits in der Schule Wert darauf gelegt, den Kindern methodische Kompetenz zu vermitteln. Schüler, die diese Fähigkeit beherrschen, haben nachweislich bessere Noten. Dies ist im Fachbuch „Zeitgemäße Methodenkompetenz im Unterricht“ von Roland Heppler praxisnah beschrieben.

Glücklicherweise lässt sich Methodenkompetenz auch im Erwachsenenalter noch erlernen bzw. ausbauen. Oftmals lohnt es sich, ein professionelles Coaching in Anspruch zu nehmen. Aber auch in deinem Alltag kannst du eine Menge dazu beitragen, um deine Kompetenzen zu schulen. Dies gelingt sogar ganz spielerisch: Bleibe neugierig und interessiert, lese viel und wende theoretisch erworbenes Wissen praktisch an.

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