Verantwortung übernehmen: der Schlüssel zu mehr Selbstbestimmung

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Verantwortung übernehmen: der Schlüssel zu mehr Selbstbestimmung

Verantwortung ist ein komplexes Thema. Nehmen wir das Berufsleben als Beispiel: Die meisten Arbeitnehmer geben an, gerne mehr Verantwortung übernehmen zu wollen. Schließlich geht dies mit Entscheidungsfreiheit und größerer Flexibilität einher. Auch das persönliche Ego dürfte eine Rolle spielen: Wer Verantwortung trägt, wird von seinen Kollegen und Vorgesetzten leichter respektiert.

Die Medaille hat jedoch auch eine Kehrseite, nämlich dann, wenn etwas nicht nach Plan verläuft: „Wer ist dafür verantwortlich?“ Sobald dieser Satz im beruflichen Kontext fällt, sind die meisten Arbeitnehmer froh, die Frage nicht bejahen zu müssen. Verantwortung übernehmen bedeutet, nicht nur die damit einhergehenden Vorzüge zu genießen, sondern auch für Fehlentscheidungen einzustehen.

Was bedeutet es, Verantwortung zu übernehmen?

Verantwortlich zu sein heißt, eigenständige Entscheidungen zu treffen und diese nach außen hin zu vertreten. Du benötigst keine Erlaubnis, sondern beschließt das, was du für richtig hältst. Eine Rückversicherung (z. B. beim Chef) erfolgt nicht. Verantwortung ist gleichbedeutend mit Macht und Einfluss, daran besteht kein Zweifel. Im Job geht größere Verantwortlichkeit in der Regel mit einer Beförderung einher.

Verantwortung zu tragen bedeutet ebenfalls, gewissenhaft mit dem neuen Entscheidungsspielraum umzugehen. Es geht darum, Entscheidungen im Sinne des Unternehmens zu treffen. Machtspielchen und Willkür sind fehl am Platze. Daher sollten Personen in Führungspositionen nicht nur die fachliche, sondern auch die notwendige zwischenmenschliche Kompetenz besitzen.

Wie eingangs bereits erwähnt, wirst du in einer verantwortungsvollen Position nicht nur für Erfolge gelobt, sondern haftest auch allein für Rückschläge. Wenn du mehr Verantwortung übernehmen möchtest, solltest du dich unbedingt damit auseinandersetzen, wie du konstruktiv mit Misserfolgen umgehen kannst.

Wann entwickelt sich das Verantwortungsbewusstsein und wie kann man es fördern?

Verantwortung zu übernehmen ist ein Lernprozess, der im frühen Kindesalter beginnt und sich bis zum Lebensende fortsetzt. Bereits Kita-Kinder können in einem gewissen Rahmen Verantwortung übernehmen, wie aus diesem Fachartikel hervorgeht.

Das Verantwortungsbewusstsein von Kindern lässt sich fördern, indem man ihnen z. B. Taschengeld zuteilt und sie altersgerecht Aufgaben übernehmen lässt. Auch die Schule trägt ihren Teil bei: Das Kind lernt, sich eigenständig auf Prüfungen vorzubereiten und Hausaufgabenroutinen zu entwickeln. Ebenfalls ist erwiesen, dass die Verantwortung für ein Haustier sich positiv auswirkt.

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Beispiele für Verantwortungsübernahme

Im Erwachsenenalter sind die meisten Menschen in der Lage, ihr Leben eigenverantwortlich zu führen. Das bedeutet natürlich keinesfalls, dass du dich nicht doch vor der einen oder anderen notwendigen Erledigung scheuen magst. Fehlentscheidungen gehören ebenfalls dazu.

„Wäre ich damals doch nur nicht so verantwortungslos gewesen!“ Diese Äußerung hört man ziemlich häufig von älteren Menschen, wenn sie auf ihre Zeit als junge Erwachsene zurückblicken. Wichtig ist, dass du aus negativen Erfahrungen lernst und vergangene Fehler nicht wiederholst.

Nachfolgend haben wir ein paar Beispiele zusammengetragen, die zeigen, wie Verantwortungsübernahme konkret aussehen kann.

Im Berufsleben: Du

  • Erledigst die dir zugeteilten Aufgaben gewissenhaft.
  • Erscheinst pünktlich an deinem Arbeitsplatz.
  • Meldest dich freiwillig, um Projekte zu betreuen.
  • Arbeitest neue Kollegen oder Auszubildende ein.
  • Fehler verschleierst du nicht, sondern gibst sie offen zu.
  • Stellst Fragen, wenn dir etwas unklar ist.
  • Nimmst Chancen und Herausforderungen an (z. B. eine Beförderung).
  • Unterbreitest konstruktive Verbesserungsvorschläge.
  • Leitest ein Team / eine Abteilung oder bist sogar erster Vorgesetzter.
  • Wenn dich dein Job unglücklich macht, traust du es dir zu, Alternativen zu finden.

Im Privatleben: Du

  • Hast deine Finanzen stets im Blick und bezahlst Rechnungen pünktlich.
  • Unterstützt Familienmitglieder (emotional und ggf. finanziell).
  • Investierst Zeit und Liebe in deine Partnerschaft.
  • Achtest auf eine gute Erziehung deiner Kinder.
  • Führst deinen Haushalt ordentlich.
  • Heftest deine Papiere / Post sorgfältig ab.
  • Übernimmst Verantwortung für deine Gesundheit: Du ernährst dich ausgewogen, treibst Sport und verzichtest auf Nikotin sowie auf Alkohol.
  • Nimmst regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahr.

Wie kannst du lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen?

Die Antwort auf obige Frage ist recht einfach: Verantwortung übernehmen lässt sich erlernen, indem du es immer wieder machst. Im Idealfall wird bereits in der Kindheit damit begonnen, dem Kind altersgerechte Aufgaben zuzuteilen, für die es allein die Verantwortung übernimmt. Auf diese Weise erleben junge Menschen ihre Selbstwirksamkeit und trauen sich auch als Erwachsene mehr zu.

Nun gibt es jedoch Familien, die ihren Kindern aus falsch verstandener Fürsorge jede Art der Verantwortung abnehmen – manchmal sogar weit über den 18. Geburtstag hinaus. Sollte deine Mutter noch deinen Haushalt führen oder dir täglich Essen vorbeibringen, da du nicht kochen kannst, ist es an der Zeit, etwas zu ändern. Selbiges gilt, wenn dein Partner dir die Entscheidungen in allen wichtigen Angelegenheiten abnimmt.

Oftmals hilft nur der Sprung ins kalte Wasser: Probiere die Dinge aus, von denen du glaubst, sie ohne Unterstützung nicht schaffen zu können. Indem du erlebst, dass du sehr wohl Verantwortung übernehmen kannst, wird dir Letzteres immer leichter fallen. Dies gilt für den beruflichen und privaten Lebensbereich gleichermaßen. Beginne mit kleineren Herausforderungen und steigere dich dann allmählich.

Verantwortung übernehmen: 8 Tipps, wie es dir gelingt

Verantwortung übernehmen kostet dich große Überwindung? Folgende acht Tipps können dir helfen, damit es dir künftig leichter fällt.

1. Fehler sind kein Weltuntergang

Die Angst vor Verantwortung ist gleichbedeutend mit der Angst, Fehler zu machen. Dabei sind Fehler vollkommen menschlich. Sie unterlaufen jedem. Auch du musst nicht perfekt sein! Diese Erkenntnis zu verinnerlichen erleichtert es dir, künftig mehr Verantwortung übernehmen zu können.

2. Male dir den Katastrophenfall aus

Konkretisiere deine Ängste: Was könnte im allerschlimmsten Fall passieren, wenn du die Verantwortung übernimmst und etwas schiefläuft? Meist sind die Konsequenzen gar nicht so dramatisch wie befürchtet. Sicherlich, eine Zurechtweisung aus der Führungsetage ist unangenehm. Aber ist die Vorstellung wirklich so schlimm, dass du lieber von vornherein mögliche Aufstiegschancen versäumst?

3. Bemühe dich aktiv um mehr Verantwortung

Woher soll dein Chef wissen, dass du mehr Verantwortung übernehmen möchtest, wenn du es ihm nicht sagst? Die größten Erfolgsaussichten bestehen, wenn du deine Vorstellungen im Gespräch mit deinem Vorgesetzten konkretisierst: In welchem Bereich hast du dir mehr Verantwortung vorgestellt? Wie soll die größere Verantwortungsübernahme im Detail aussehen? Auf welche Weise profitiert das Unternehmen davon?

4. Setze dir ehrgeizige Ziele

Verantwortung übernehmen ist als Ziel allein nicht konkret genug. Stelle dir bildlich vor, was du erreichen möchtest: Eine Beförderung im Job? Einen neuen interessanteren Aufgabenbereich? Verantwortung für Mitarbeiter? Je genauer du deine Zielvorstellungen benennen kannst, umso leichter lassen sie sich in die Realität umsetzen.

Natürlich sollten deine Ziele nicht utopisch, aber auch keineswegs zu bescheiden sein: Traue dir ruhig etwas zu! Wenn du selbst nicht an deine Stärken glaubst, kannst du dies auch nicht von anderen Menschen erwarten.

5. Bilde dich fachlich weiter

Wenn du größere Verantwortung übernehmen möchtest, ist vor allem im Job eine weitreichende fachliche Expertise unerlässlich. Setze dich in der Theorie mit deinem gewünschten Verantwortungsbereich auseinander. Die Aneignung von Fachwissen hilft dir, später in der Praxis verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

6. Stehe zu deinen Entscheidungen

Selbstverständlich solltest du erklären können, warum du eine Entscheidung fachlich und menschlich für richtig hältst. Das bedeutet aber nicht, dass du dich endlos rechtfertigen musst. Stehe zu deinen einmal getroffenen Entscheidungen und setze sie exakt so um, wie du es dir vorgestellt hast. Ratschläge sind zwar erwünscht und wichtig, aber du sprichst dennoch das letzte Wort.

Begehe nicht den Fehler, es allen anderen recht machen zu wollen und somit faule Kompromisse einzugehen. Ansonsten läufst du schnell Gefahr, an Glaubwürdigkeit und Respekt einzubüßen.

7. Verlasse deine Komfortzone

Die Komfortzone hat ihren Namen nicht umsonst: Innerhalb dieser Zone fühlst du dich sicher und geschützt. Allerdings hast du dort keine Möglichkeit, dich weiterzuentwickeln oder vielleicht sogar über dich hinauszuwachsen. Versuche schrittweise, dich von deinen festgefahrenen Routinen am Arbeitsplatz zu lösen.

Schaue über den viel zitierten Tellerrand und überlege dir, ob sich einige Abläufe nicht verbessern ließen. Indem du im Job Eigeninitiative zeigst, wird dich dein Vorgesetzter eher berücksichtigen, wenn es um die Zuteilung von Verantwortung geht. Die Komfortzone zu verlassen bedeutet weiterhin, Herausforderungen anzunehmen.

8. Sei geduldig mit dir selbst

Wenn du die Übernahme von Verantwortung bisher gemieden hast, wird es eine Weile dauern, bis sich deine innere Einstellung verändert. Mache dir bewusst, dass es sich um einen allmählichen Lernprozess handelt. Indem du mutig bist und immer wieder kleinere Herausforderung annimmst, wächst du innerlich, bis du irgendwann auch große Verantwortung übernehmen kannst.

Lasse dich nicht entmutigen, wenn du beizeiten in alte Verhaltensmuster zurückfallen solltest. Dies bedeutet keinesfalls, dass du generell unfähig bist! Rückschritte gehören zum Lernprozess dazu. Wichtig ist, dass du immer wieder auf die Beine kommst und deine Ziele weiterverfolgst.

Fazit: Verantwortung übernehmen und beruflich aufsteigen

Wer eine große Karriere anstrebt, muss bereit sein, Verantwortung zu tragen. Je nach deinem persönlichen Hintergrund kann es sich hierbei um einen anstrengenden Lernprozess handeln. Manchmal sind Impulse von außen hilfreich, um dich neu zu ermutigen und zu inspirieren. In diesem Zusammenhang möchten wir dir unser Business Coaching Workbook empfehlen.

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