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Dieter Lange 3/3: So wirst du zum Gestalter deiner Heldengeschichte

Dieter Lange weiß, dass es auf der Welt eigentlich nur eine einzige Herausforderung gibt, und zwar das Prinzip der Trennung. Im Interview erzählt er: „Wir fühlen uns nicht mehr eins mit Gott oder dem Universum. Dadurch haben viele Menschen vergessen, dass wir eigentlich alle eins sind. Doch wir müssen lernen, wieder eins zu sein mit dem anderen. Denn das ist das höchste aller Gefühle. Wenn wir Glücksgefühle der tiefsten, innersten Erfüllung haben, erleben wir kein Ego.“

Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass wir alle eins sind – eins mit schrecklichen Ereignissen, Verbrechen und Kriegen, die es auf der Welt gibt. Eins mit Politikern, Machthabern, Herrschern und diesen Zustand fördern. Doch auch dafür gibt es eine Erklärung: Die Dämonen, die wir bei uns nicht sehen wollen, projizieren wir in andere hinein. Dieter Lange: erklärt: „Das sind unsere großen Lehrmeister. Die, mit denen wir innerlich im Widerstand stehen, sind unsere Meister. Denn mit diesen Menschen sind wir nicht versöhnt. Menschen, die du nicht magst, triggern etwas in dir, weil sie das tun, was du selbst in dir unterdrückst. Wir machen es uns leicht, indem wir diese Menschen ablehnen. Aber ihr Verhalten steckt auch tief in uns. Wenn uns mächtige Politiker triggern, dann wollen wir tief ins uns drin selbst Herrscher sein.“

Dieter Lange: „Mach dieHeldenreise deines Lebens”

Bei Selbstverwirklichung geht es für Dieter Lange darum, einen übergeordneten Zweck für dein Leben zu finden und diesen zu verfolgen. Er erklärt: „Auf welche Frage möchtest du die Antwort sein? Welchen Beitrag möchtest du leisten zu einer Welt, in der du leben möchtest? Geben ist seliger als Nehmen. Wir haben immer mehr Freude am Geben als am Nehmen. Das Selbst ist das Gegebene, mit dem wir geboren wurden. Die große Reise des Lebens führt aus dem Verlust zurück zur Selbstfindung. Denn bei jeder Heldenreise geht es am Ende darum, zu sich selbst zurückzufinden.“

Jede Reise im Leben hat daher auch nur ein Ziel: bei sich selbst anzukommen. Denn wir gehen immer nach Hause – und das ist Selbstverwirklichung. Was Selbstverwirklichung hingegen nicht ist, sind Ego-Trips. Ist man Meister in einer Disziplin, muss man Schüler in einer anderen werden. Die Reise zu uns selbst ist die große Reise des Lebens. Dieter Lange: „Man kommt im Leben immer dort an, wo man schon immer war. Man verliert sich nur selbst und muss diesen Umweg gehen. Als Kind handelt man unbewusst, dann verliert man sich in der Welt und findet am Ende hoffentlich wieder zurück zu sich selbst. Dadurch schließt sich der Kreis.

Dieter Lange: „Bilde Momente der Monotonie”

Das funktioniert laut dem Experten am besten, indem du Momente verdichtest, in denen du eins mit dir selbst bist. Momente, in denen es keine Spannung gibt. Dieter Lange: „Unser Verstand lebt von Spannung. Wir verfolgen eifrig Ziele, was quasi nichts anderes bedeutet als: Dort, wo ich jetzt gerade bin, ist es nicht gut genug. Wir Erwachsenen sind im Leben komplett auf das Erreichen von Zielen programmiert. Kinder hingegen genießen, was immer sie tun. Sie leben im Moment. Wie die Lösung lautet? Wir müssen die Spannung rausnehmen und monotone Momente kreieren. Dadurch spürt man echte Glücksgefühle.“

Wenn du ganz bei dir sein willst, brauchst du Ruhe und Monotonie. Denn Glück ist, wenn der Körper frei von Schmerzen ist und der Geist ohne Verwirrung. Dieter Lange: „Du bist der Himmel, aber du bist nicht die Wolke deiner Gedanken.“ Wir brauchen also viel mehr Ruhe im Leben, denn in der Ruhe liegt die Kraft. Den meisten von uns fällt dies allerdings extrem schwer, weil wir endlos viele Ziele haben und fürchten, etwas zu verpassen. Dieter Lange erklärt: „Wenn man sich in sich selbst zurückzieht, steht man vor einer tiefen, inneren Leere. Das halten viele nicht aus, ohne von zahllosen Gedanken überflutet zu werden. Aber je mehr diese Gedanken nachlassen, desto wohler fühlt man sich. Darum beginnt Meditation immer mit Monotonie.“

Das Dach deines Tempels

Im Leben geht es darum, loszulassen und Zyklen zu durchlaufen. Doch wie findet man die richtige Balance, wenn man sich neu erfinden, sich aber gleichzeitig treu bleiben möchte? Dieter Lange: „Wenn Menschen mit einem Ende konfrontiert werden, müssen sie fünf Stadien durchlaufen: Schock, Widerstand, Trauer, Akzeptanz und Kreativität. Das ist bei allen Change-Prozessen der Fall. Der Wandel ist ein qualitatives Element. Veränderungen lösen Unsicherheiten aus, aber diesen Prozess auszuhalten, ist irrsinnig wichtig. Und dann wird man kreativ.“

Treu bleibt man sich außerdem, indem der Nordstern, also der übergeordnete Sinn, der gleiche bleibt. Im Interview gibt Dieter Lange ein spannendes Beispiel: „Stell dir das Ganze wie einen Tempel vor: Die Säulen sind die messbaren Ziele. Sie definieren das Wie. Über den Säulen liegt ein Balken, der diese Säulen zusammenhält. Er definiert das Was. Und dann hat der Tempel noch ein Dach. Dieses definiert das Warum, also die Frage nach dem Kontext.“

Gesetz der Polarität

Dieter Lange selbst befasst sich aktuell mit dem Thema Presence Awareness, einer Art Gleichmut, die das Angekommensein fördert. Dabei geht es darum, totale Präsenz in jedem Moment zu spüren. Er erklärt: „Heitere und spielerische Gelassenheit – das ist der Weg. Alles ist perfekt wie es ist. Man muss begreifen, dass die Polarität immer dies und das ist. Es gibt niemals Glück ohne Leid, es gibt nie Tag ohne Nacht. Nichts ist getrennt. Wenn es dir gelingt, das ständige Hinzufügen von Bedeutung zu unterlassen, dann bist du ganz bei dir selbst und in deiner Selbstverwirklichung.“

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