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Lernmotivation steigern: Mit diesen Tipps gelingt es dir

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Lernmotivation steigern: Mit diesen Tipps gelingt es dir

Lernen bedeutet, sich neues Wissen und neue Fähigkeiten anzueignen. Dieser Prozess ist keineswegs nach der Schulzeit vorüber, sondern erstreckt sich auf das gesamte Leben. Ein möglichst hohes Maß an Lernmotivation ist wichtig, um den Lernprozess erfolgreich zu gestalten.

Doch nicht immer haben wir Lust auf die geforderten Lerninhalte, auch wenn sie von Bedeutung sind. Häufig ist der viel zitierte innere Schweinehund im Spiel, den es zu überwinden gilt. Glücklicherweise gibt es einige bewährte Tipps und Tricks, um diesen unangenehmen Zeitgenossen auszutricksen und deine Lernmotivation zu steigern.

Welche Faktoren sind für die Lernmotivation entscheidend?

Die Definition der Lernmotivation ist weitaus komplexer, als es auf den ersten Blick den Anschein erwecken mag. Der bekannte Erziehungswissenschaftler und Psychologe Andreas Krapp bringt in seinen Publikationen verschiedene Faktoren ins Gespräch, die die Lernmotivation positiv oder negativ beeinflussen können.

Der Grundstein für erfolgreiches Lernen wird Andreas Krapp zufolge bereits in der frühen Kindheit gelegt. Die Art und Summe unserer Kindheitserfahrungen sowie die individuellen Entwicklungsbedingungen prägen unsere spätere Lernbereitschaft erheblich. Hierzu zählen Erfolgserlebnisse in Bezug auf das Lernen ebenso wie der Umgang mit Misserfolgen.

Das Lernumfeld spielt für die Lernmotivation ebenfalls eine entscheidende Rolle. Kinder, die von ihrem schulischen und häuslichen Umfeld bestärkt und unterstützt werden, lernen nachweislich schneller, bereitwilliger und effektiver. Selbstverständlich ist auch der Lernstoff selbst entscheidend. Hier schließt sich der Kreis zu den persönlichen Interessen.

Wollen und Können: Für erfolgreiches Lernen ist beides entscheidend

All die oben genannten Faktoren ergeben zusammen die aktuelle Lernmotivation einer Person. Um den gewünschten (Lern-)Erfolg zu erzielen, müssen jedoch die notwendigen kognitiven Fähigkeiten vorhanden sein. Nur so können die jeweiligen Lerninhalte erfasst und das angeeignete Wissen produktiv umgesetzt werden.

Es reicht also nicht aus, etwas unbedingt erlernen zu wollen: Derjenige muss dazu intellektuell auch in der Lage sein. Ist dies nicht der Fall, ist die größte Motivation belanglos.

Der Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Lernmotivation

Handelt es sich um intrinsische Lernmotivation, geht der Wunsch, etwas Neues zu lernen, von dir selbst aus. Du schätzt die zu erlernenden Inhalte oder Fähigkeiten für dich persönlich als nützlich, relevant und spannend ein. Demzufolge macht dir die Lernaktivität Spaß. Kurz gesagt: Du lernst freiwillig und aus eigenem Antrieb, was den Erfolg wesentlich beschleunigen kann.

Im Falle von extrinsischer (von außen kommender) Lernmotivation beschäftigst du dich hingegen mit den Lerninhalten, um eine Belohnung zu erhalten oder um negative Konsequenzen zu vermeiden.

Das beste Beispiel sind ungeliebte Schulfächer: Nehmen wir an, du kannst naturwissenschaftlichen Themen überhaupt nichts abgewinnen und hast keinerlei berufliche Ambitionen in diese Richtung. Überspitzt ausgedrückt, ist der Lernstoff für dich „nutzlos“. Dennoch lernst du für die Prüfungen in diesen Fächern, um deinen guten Zeugnisdurchschnitt nicht zu gefährden.

Ist extrinsische Lernmotivation die „schlechtere“ Motivation?

Grundsätzlich können sowohl die intrinsische als auch die extrinsische Lernmotivation zum gewünschten Ergebnis führen. Extrinsische Impulse generell als schlecht oder gar schädlich zu bezeichnen, wäre daher zu kurz gedacht. Manchmal bedarf es ebenjenen Druck von außen, um Menschen zu Höchstleistungen anzuspornen. Dies ist jedoch auch von den Charakteren abhängig.

Dennoch wird das Lernen, das auf Eigenantrieb basiert, ohne Zweifel als angenehmer empfunden. Daher ist es sinnvoll, die intrinsische Motivation zu steigern. Hierauf kommen wir später noch einmal zurück.

Weitere Formen der Lernmotivation im Überblick

Neben intrinsischer und extrinsischer Lernmotivation existieren noch zwei weitere Motivationsformen, die wir näher aufgreifen möchten: Leistungsmotivation und Interesse.

Erwartest du von deiner Lernleistung einen bestimmten Nutzen (z. B. eine berufliche Beförderung), so ist von Leistungsmotivation die Rede. Die Abgrenzung zur intrinsischen Lernmotivation besteht darin, dass nicht der Lerninhalt im Fokus deines persönlichen Interesses steht, sondern das von dir angestrebte Ziel.

Wer hingegen aus reinem Interesse lernt, der verspricht sich von der Aneignung des Wissens bzw. der neuen Fertigkeiten keinerlei konkreten Vorteile – noch möchte derjenige jegliche Nachteile abwenden. Lernen um des Themas Willen wäre eine treffende Beschreibung. Interesse kann sich übrigens im Laufe des intrinsisch motivierten Lernprozesses entwickeln.

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10 Tipps für Eltern: Wie motivierst du dein Kind zum Lernen?

Dein Kind ist lustlos und könnte ein wenig Lernmotivation gebrauchen? Dann können dir die folgenden 10 Tipps weiterhelfen:

1. Fördere die Neugierde deiner Kinder

Vor allem jüngere Kinder sind von Natur aus wissbegierig. Dies kann man sich auch für den schulischen Erfolg zunutze machen. Lasse deine Kinder ruhig verschiedene Lösungswege und Experimente ausprobieren. Auf diese Weise wird auch trockener Schulstoff spannend.

Beispiel: Dein Kind liest nicht gerne? Dann sucht euch gemeinsam ein Buch einem Thema heraus, das es interessiert und lest abwechselnd immer einen Satz. Ihr habt einen Garten? Dann erkundet gemeinsam die verschiedenen Pflanzen und Insekten.

2. Lob und Zuspruch

Erkenne gute Leistungen deiner Kinder an und lobe sie dafür. Bestärke dein Kind und ermutige es, an sich selbst zu glauben. Aber Achtung: Hier beginnt eine Gratwanderung. Mache deine Zuneigung nicht von Noten abhängig!

Geeignete Motivationssätze sind:

  • „Du schaffst das.“
  • „Ich glaube an dich.“
  • „Ich bin stolz auf dich.“

3. Trost bei Misserfolg

Misserfolge gehören insbesondere bei Kindern zu den größten Motivationskillern. Von daher ist es umso wichtiger, dein Kind nicht zu tadeln, wenn es eine schlechte Note geschrieben hat. Viel effektiver ist es, sich zusammenzusetzen und gemeinsam zu schauen, wo das Problem gelegen hat und was man beim nächsten Mal besser machen könnte: Wurde zu wenig gelernt? Hat das Kind den Stoff nicht verstanden?

Mache deinem Kind bewusst, dass deine Zuneigung nicht an Schulnoten geknüpft ist. Ermutige dein Kind: „Eine schlechte Note ist kein Weltuntergang. Beim nächsten Mal wird es besser. Ich weiß, dass du das kannst.“

4. Erkläre deinen Kindern, warum Lernen vorteilhaft ist

Grundschüler verstehen noch nicht, dass sie zur Schule gehen, um später eine gute Ausbildung und einen gut bezahlten Beruf zu bekommen. Mache deinen (kleinen) Kindern das Lernen durch Etappenziele schmackhaft, die ihrer aktuellen Lebensrealität entsprechen: „Wenn du schreiben lernst, kannst du deiner Oma zum Geburtstag eine Karte schicken.“

5. Greife nicht zu schnell ein

Du als Erwachsener siehst natürlich schneller, wenn dein Kind einen umständlichen Weg einschlägt, um eine Schulaufgabe zu lösen. Korrigiere es jedoch nicht sofort, auch wenn du es besser weißt. Lasse dein Kind zunächst ausprobieren, ob es alleine zum Ziel gelangt. Biete deine Unterstützung nicht vorschnell an, sondern warte, bis dein Kind sie aktiv einfordert.

6. Sei geduldig

Die Lernmotivation ist nicht zuletzt von der Tagesform abhängig. Auch dein Kind darf mal einen schlechten Tag haben. Verliere auf gar keinen Fall die Geduld, sondern bleibe möglichst gelassen. Überfordere dein Kind nicht. Schalte einen Gang zurück, wenn du bemerkst, dass dein Kind sich nicht (mehr) richtig konzentrieren kann. Möglicherweise ist eine Pause sinnvoll.

7. Zeige Interesse an den Lerninhalten

Stelle nicht die Zensuren in den Vordergrund, sondern die Lerninhalte. Begeistere dich für die Themen, die dein Kind gerade im Unterricht vermittelt bekommt. Stelle Fragen und lasse dir von deinem Kind den Lernstoff erklären. Auf diese Weise förderst du sein Selbstbewusstsein sowie die intrinsische Motivation.

8. Der richtige Ort

Eine laute und unordentliche Umgebung stört die Lernmotivation erheblich. Sorge dafür, dass dein Kind ungestört ist, wenn es seine Hausaufgaben macht oder lernt. Etwaiges Chaos sollte ebenfalls beseitigt sein. Im Idealfall hat das Kind einen Schreibtisch in seinem eigenen Zimmer.

9. Ablenkungen vermeiden

Sicherlich kennst du es von dir selbst: Man möchte während der Arbeit nur eben kurz etwas im Internet nachschauen und schon ist eine halbe Stunde vergangen. Handy und Internet sollten während des Lernens absolut tabu sein. Auch der Fernseher sollte nicht im Hintergrund laufen. Sprich mit deinem Kind darüber und setze diese Maßnahme konsequent durch.

10. Der richtige Zeitpunkt

Jedes Kind ist anders: Manche sind direkt nach dem Mittagessen motiviert, mit den Hausaufgaben zu beginnen. Andere Kinder möchten erst einmal spielen und sind erst später am Nachmittag wieder dazu bereit, Lernstoff aufzunehmen. Richte dich in dieser Hinsicht nach den Bedürfnissen deines Kindes. Respektiere die geforderte Auszeit. Umso motivierter wird dein Kind hinterher sein.

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Keine Lernmotivation: Warum geht die Motivation zum Lernen bei Kindern verloren?

Dass ein Kind manchmal keine Lust zum Lernen hat, ist vollkommen normal. Sicherlich erinnerst du dich diesbezüglich noch an deine eigene Schulzeit. Problematisch wird es erst dann, wenn das Kind eine konstante Ablehnungshaltung gegenüber der Schule entwickelt. Hierfür kann es mehrere Gründe geben.

Ein möglicher Grund sind wiederholte Misserfolge und Demütigungen. Ein Kind, das schlechte Noten schreibt und daraufhin von den Lehrern oder Eltern gesagt bekommt, dass es dieses oder jenes ohnehin nicht könne, verliert selbsterklärenderweise die Motivation und den Glauben an sich selbst. Solche Äußerungen gilt es daher unbedingt zu vermeiden!

Auch das schulische Umfeld kann die Lernmotivation beeinträchtigen. Fühlt sich das Kind in seiner Klasse nicht wohl oder ist sogar ein Opfer von Mobbing geworden, kann es nicht effektiv lernen. Übertrage die Situation doch mal auf deinen Arbeitsplatz: Würdest du noch gute Leistungen erbringen, wenn die Kollegen dich meiden oder verspotten?

So förderst du die Lernmotivation von Kindern

Die Lernmotivation von Kindern lässt sich am besten fördern, indem man die natürliche Neugier mit ausreichend Anerkennung und Spaß kombiniert. Lernen darf und soll Spaß machen! Viele Schulaufgaben lassen sich spielerisch lösen. Lasst eurer Kreativität freien Lauf.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass du selbst geduldig bleibst, auch wenn dein Kind mal nicht wie gewünscht vorankommt. Umso gelassener du bist, um motivierter bleibt dein Kind. Deine innere Ruhe bzw. Unruhe überträgt sich unwillkürlich. Akzeptiere, dass die Lernmotivation nicht jeden Tag konstant sein kann und gehe auf die Bedürfnisse deines Kindes ein.

Bedenke, dass Kinder grundsätzlich viel lernwilliger und lernfähiger sind als wir Erwachsenen. In einer harmonischen Lernumgebung (siehe obige Tipps) sollte es mit der Lernmotivation keine großen Probleme geben. Wichtig ist, dass dein Kind das Lernen mit etwas Positivem verknüpft. Angst, Zwang und Liebesentzug sind keine geeigneten Maßnahmen, um die Lernmotivation zu fördern.

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Fazit

Im Idealfall macht dir das Lernen Spaß, woran du dich an weniger motivationsreichen Tagen stets erinnern kannst. Je interessanter du das Thema findest, umso größer ist selbsterklärender Weise die Lernmotivation. Sollte es sich um Themen handeln, die dich nicht begeistern, hilft der Gedanke an die langfristigen Vorteile.

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