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Wann ist Nachhilfe sinnvoll und wie finde ich das richtige Konzept für mich?

Lesezeit von 7 Minuten
Wann ist Nachhilfe sinnvoll und wie finde ich das richtige Konzept für mich?

In einer Schulklasse werden oftmals mehr als 25 Kinder gleichzeitig unterrichtet. Da ist es kaum möglich, sich auf das Lerntempo einzelner Schüler einzustellen. Wer ein wenig mehr Zeit braucht, um Inhalte zu verstehen, kann Lernrückstände entwickeln. Nachhilfeunterricht dient dazu, dies zu vermeiden oder bereits bestehende Defizite aufzuholen.

Allerdings ist Nachhilfe nicht gleich Nachhilfe. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Konzepte. Nachfolgend möchten wir dir einen umfassenden Überblick verschaffen.

Was ist Nachhilfe?

Als Nachhilfe bezeichnet man die außerschulische Lernunterstützung von Schülern, die entweder einzeln oder in Gruppen stattfinden kann. Der Nachhilfeunterricht erfolgt durch ausgebildete Lehrkörper (professionelle Nachhilfe) oder aber durch andere Schüler sowie Studenten (semiprofessionelle Nachhilfe). Letzteres ist häufig die kostengünstigere Variante.

Selbstverständlich können auch Familienmitglieder und ältere Geschwister den Schüler beim Lernen unterstützen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Nachhilfeunterricht im klassischen Sinne.

Nachhilfe definiert sich durch folgende Merkmale:

  • Findet außerschulisch statt.
  • Stellt die Wissenssicherung in einem oder mehreren Schulfächern sicher.
  • Findet über einen gewissen Zeitraum regelmäßig statt, ist jedoch nicht auf Dauer angelegt.
  • Wird privat finanziert.
  • Stellt eine Ergänzung zum regulären Schulunterricht dar.

Wie funktioniert Nachhilfe?

Das Ziel der Nachhilfe besteht darin, Wissensdefizite vorzubeugen oder bestehende Lücken zu schließen. Vereinfacht ausgedrückt wird im Rahmen des Nachhilfeunterrichts der Schulstoff wiederholt, mit dem der Schüler Schwierigkeiten hat.

Nachhilfeunterricht kann entweder als Einzelunterricht oder in Gruppen stattfinden. Beide Optionen bringen ihre spezifischen Vor- und Nachteile mit sich. Für Einzelunterricht spricht, dass sich der Nachhilfelehrer ausschließlich auf die Bedürfnisse eines einzelnen Schülers konzentrieren kann. Je zielgerichteter die Unterstützung erfolgt, umso schneller lassen sich Lernlücken schließen.

Für Gruppennachhilfe spricht hingegen, dass sich die Schüler gegenseitig unterstützen können. Darüber hinaus wirkt die Gruppendynamik oftmals motivierend. Wichtig zu beachten ist jedoch, dass die Gruppe nicht zu groß ist. Sie sollte maximal aus fünf Schülern bestehen, die sich alle auf einem ähnlichen Wissensstand befinden.

Der Ablauf einer Nachhilfestunde

Eine Nachhilfestunde dauert normalerweise 45 bis 60 Minuten. Wie der konkrete Ablauf sich gestaltet und welche Aufgaben es zu bearbeiten gibt, ist letztendlich fächerabhängig verschieden.

Eine häufige Vorgehensweise im Rahmen des Nachhilfeunterrichts besteht darin, sich vergangene Klassenarbeiten gemeinsam mit dem Schüler anzuschauen und diese zu korrigieren. Auf diese Weise lassen sich die Defizite genauestens bestimmen. Durch die Korrektur bekommt der Schüler die Möglichkeit, seine Wissenslücken im jeweiligen Unterrichtsfach zu schließen und an darauf aufbauende Themen anzuknüpfen.

Sind die Wissenslücken aufgeholt, gilt es dem aktuellen Lehrstoff zu folgen. Dies kann z. B. gelingen, indem man sich gemeinsam den Hausaufgaben widmet. Darüber hinaus sucht der Nachhilfelehrer weitere Aufgabenstellungen heraus, die zum Unterrichtsstoff passen. Wie im normalen Unterricht wechseln sich schriftliche und mündliche Aufgaben ab.

Wie lange die Nachhilfe in Anspruch genommen wird, ist individuell verschieden. Manche Schüler benötigen die Unterstützung nur wenige Stunden, andere brauchen ein gesamtes Schuljahr über Hilfe. Sobald sich die Zensuren wieder in einem guten Bereich stabilisiert haben, kann die Nachhilfe beendet werden.

Nachhilfe Wirkung

Welche Formen der Nachhilfe gibt es?

Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen kommerzieller und privater Nachhilfe. Das bedeutet, dass Nachhilfeunterricht sowohl von gewinnorientierten Anbietern, freien Trägern als auch von Privatpersonen angeboten wird. Welche Variante besser oder schlechter ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es kommt auf die individuellen Bedürfnisse des Schülers an.

Nachhilfeinstitute werben oftmals damit, einen professionelleren Service anzubieten, den eine Privatperson nicht zu leisten vermag. Zusätzlich zur Nachhilfe, die meist in Kleingruppen erfolgt, bieten zahlreiche Institute Hausaufgabenbetreuung, spezielle Förderkurse sowie gezielte Prüfungsvorbereitungen an.

Freie Träger arbeiten im Gegensatz zu Nachhilfeinstituten nicht gewinnorientiert. Das bedeutet, dass je nach Organisation kein oder nur ein geringer Zuzahlungsbetrag fällig wird. Dies ist insbesondere für Familien von Vorteil, die sich ansonsten keinen Nachhilfeunterricht leisten könnten.

Um private Nachhilfe handelt es sich, wenn Privatpersonen den Schüler unentgeltlich unterstützen. Hierbei kann es sich um die Eltern, Geschwister, Verwandte oder Freunde handeln. Wenn von klassischem Nachhilfeunterricht die Rede ist, so sind damit jedoch meist die obigen Varianten gemeint.

Die Hans-Böckler-Stiftung hat sich in einer wissenschaftlichen Ausarbeitung mit der Thematik der verschiedenen außerschulischen Nachhilfeformen auseinandergesetzt.

Die rechtlichen Grauzonen des Nachhilfeunterrichts

Viel häufiger als die Nachhilfeangebote von Instituten oder freien Trägern wird die Unterstützung von (pensionierten) Lehrern, älteren Schülern oder Studenten in Anspruch genommen. Diese kommen oftmals zu dem Schüler nach Hause und erhalten eine zuvor vereinbarte Entlohnung. Diese bewegt sich häufig im moderaten zweistelligen Bereich, z. B. 10 bis 20 € pro Stunde.

Insbesondere Schüler und Studenten, die mit dem kleinen Nebenverdienst ihr Taschengeld aufbessern, melden weder ein Gewerbe an, noch schreiben sie Rechnungen. Oftmals handelt es sich um privat getroffene Vereinbarungen. Normalerweise müssen alle Einkünfte dem Finanzamt gemeldet werden. Aufgrund der Geringfügigkeit handelt es sich hier jedoch um eine rechtliche Grauzone.

Sofern du regelmäßig haupt- oder nebenberuflich als Nachhilfelehrer tätig bist, besteht selbstverständlich Handlungsbedarf. Bist du nebenberuflich selbstständig, kannst du von der Kleinunternehmerregelung profitieren. Hauptberufliche Nachhilfelehrer müssen unter Umständen ein Gewerbe anmelden. Dies gilt es jedoch im Einzelfall zu besprechen.

Wann ist Nachhilfe notwendig? Woran erkenne ich den Bedarf?

Spätestens wenn die Zensuren immer weiter absinken und letztendlich die Versetzung gefährdet ist, sollten der Schüler bzw. die Eltern Nachhilfeunterricht in Betracht ziehen. Im Idealfall lässt man es jedoch gar nicht erst so weit kommen.

Je nach Alter des Schülers ist eine gewisse Eigenverantwortung notwendig, um rechtzeitig zu intervenieren. Ältere Kinder und Jugendliche können ihren Eltern und Lehrern mitteilen, wenn sie das Gefühl haben, im Unterricht den Anschluss zu verlieren. Bei jüngeren Schülern obliegt es dem Lehrer, dies frühzeitig zu erkennen.

Grundsätzlich gilt: Werden in einem oder mehreren Fächern wiederholt schlechte Noten geschrieben, so deutet dies auf ein vorliegendes Wissensdefizit hin, das es zu schließen gilt. Hierfür eignet sich außerschulische Nachhilfe.

Wichtig zu wissen: Geht der Nachhilfewunsch vom Schüler aus, ist die Unterstützung um ein Vielfaches effektiver. Kinder und Jugendliche, die die Nachhilfe als Bestrafung empfinden, machen selbsterklärender Weise weniger Fortschritte.

Evidenzbasiertes Wissen rund um das Thema Nachhilfe ist in der wissenschaftlichen Ausarbeitung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung nachzulesen.

Wie finde ich die passende Nachhilfe?

Das Angebot an Nachhilfemöglichkeiten ist vielfältig. Wer sucht, wird also schnell fündig. Bevor du dich auf die Suche machst, solltest du dir im Vorfeld Gedanken machen, welche Kriterien für dich beziehungsweise für dein Kind wichtig sind. Selbstverständlich steht die fachliche Kompetenz des Nachhilfelehrers im Vordergrund. Darüber hinaus spielen jedoch noch weitere Aspekte eine Rolle.

An folgender Checkliste kannst du dich orientieren:

  • Für welche Fächer suche ich Nachhilfe?
  • Darf es sich bei dem Nachhilfelehrer um einen älteren Schüler oder Studenten handeln? Oder kommt nur ein Lehrer infrage?
  • Soll der Nachhilfelehrer nach Hause kommen oder nehmen wir Fahrzeiten in Kauf?
  • Ist die Anfahrt lang?
  • Wie viel Geld können wir für Nachhilfe ausgeben?
  • Wie häufig soll der Nachhilfeunterricht wöchentlich stattfinden?
  • Sollte der Unterricht einzeln oder in Gruppen stattfinden?

Hast du diese Fragen für dich geklärt, kann die konkrete Suche starten.

Ein Nachhilfeangebot zu finden ist, wie bereits erwähnt, nicht schwer. In jeder Schule gibt es ein sogenanntes schwarzes Brett, das dir sicherlich noch aus deiner eigenen Schulzeit bekannt ist. Dort hängen oftmals Aushänge für Nachhilfeunterricht aus, der von Schülern und Studenten angeboten wird.

Auch in Bibliotheken, Supermärkten oder sogar an Litfaßsäulen wird man diesbezüglich fündig. Ein Blick in Anzeigenblätter deiner Region lohnt sich ebenfalls.

Eine weitere unverzichtbare Anlaufstelle, um Nachhilfeunterricht zu finden, ist das Internet. Dies gilt insbesondere dann, wenn du dich über Nachhilfeinstitute informieren möchtest.

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Hat Nachhilfe auch Nachteile?

Nachhilfe an sich hat keine Nachteile. Dennoch bleibt der gewünschte Erfolg manchmal aus. Dies kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein: Entweder hat man sich für das falsche Konzept entschieden, die Zusammenarbeit mit dem Nachhilfelehrer harmoniert nicht oder der Schüler sträubt sich innerlich gegen die Nachhilfe. Die ersten beiden Möglichkeiten lassen sich mit ein wenig Mühe jedoch gut beheben.

Wer das erste Mal Nachhilfe in Anspruch nimmt, weiß manchmal noch nicht so genau, welche Art von Unterstützung zielführend ist. Hier hilft lediglich ausprobieren:

  • Stellen der Schüler oder seine Eltern nach einer Weile fest, dass die Unterstützung durch den Studenten aus dem Bekanntenkreis nicht ausreicht, könnte ein Nachhilfeinstitut die bessere Wahl sein.
  • Fühlt sich der Schüler in einer Nachhilfegruppe unwohl, lohnt sich ein Wechsel zum Einzelunterricht – oder umgekehrt.
  • Harmoniert es zwischen dem Schüler und seinem Nachhilfelehrer nicht, ist ein Wechsel ebenfalls empfehlenswert.

Je motivierter der Schüler ist, umso höher die Erfolgswahrscheinlichkeit.

Fazit: So kannst du dein Kind noch besser unterstützen

Fast jeder zweite Schüler nimmt im Laufe seiner Schulzeit Nachhilfe in Anspruch. Sofern man das richtige Konzept für sich findet, lassen sich Lerndefizite effektiv schließen. Sofern du dein Kind noch besser unterstützen möchtest und dich allgemein für die Themen Lernen und Pädagogik interessierst, könnte unsere dreimonatige Ausbildung zum Lerncoach genau das richtige für dich sein.

Im Rahmen dieser Ausbildung lernst du, wie du die Motivation deines Kindes steigern kannst, sodass sich Lernblockaden überwinden lassen. Unterstütze dein Kind dabei, wieder Spaß am Lernen zu finden und sein Selbstbewusstsein zurückzugewinnen. Hierzu bekommst du bewährte Tools aus dem Coachingbereich sowie wichtige pädagogische Grundkenntnisse an die Hand.

Selbstverständlich ist die Ausbildung auch dann für dich geeignet, wenn du kein Elternteil bist, sondern dich generell als Lerncoach selbstständig machen möchtest. Informiere dich noch heute über unsere Ausbildung zum Lerncoach.

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