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Routine im Alltag einführen – mehr Struktur in deinem Leben

Lesezeit von 7 Minuten
Routine im Alltag einführen – mehr Struktur in deinem Leben

Das haben wir immer so gemacht – dieser Spruch macht dir eine Gänsehaut. Gute Gewohnheiten schaffen Ordnung – das klingt schon etwas besser. Was hat es nur mit den Routinen auf sich? Manche wirken langweilig, andere scheinen sinnvoll zu sein. Aber du willst dich nicht zu sehr einschränken lassen. Kreativität braucht eine gewisse Unordnung. Da stören Automatismen nur. Ist das wirklich so? Tatsächlich bringen Routinen mehr Struktur in deinen Alltag – und das kann durchaus praktisch sein.

Bedeutung: Was ist eine Routine?

Was ist die genaue Bedeutung von Routine? Die Definition bezieht sich auf mehrfache Wiederholungen, die eine bestimmte Handlung zur Gewohnheit machen. Zusammen mit den Erfahrungswerten lässt sich die Tätigkeit zügig und sicher ausführen. Darauf weist auch die französische Herkunft des Wortes hin: Routine heißt wörtlich übersetzt „Wegerfahrung“.

In vielen Situationen sind Routinen hilfreich. Manchmal können sie aber auch der Weiterentwicklung im Weg stehen. Das zeigt sich in schwierigen Phasen, zum Beispiel bei einem persönlichen Verlust oder Misserfolg. Doch lang eingeschliffene Gewohnheiten sind nicht so einfach abzulegen.

Dennoch können Menschen aus bisherigen Routinen ausbrechen, sie verändern oder neue antrainieren. Das ist gut zu wissen, wenn du an deiner persönlichen Entwicklung arbeitest oder einen festen Vorsatz realisieren willst.

Wie entstehen Routinen?

Eine Routine entwickelst du nicht von heute auf morgen. Das siehst du, wenn du einen genauen Blick auf die Entstehung einer Gewohnheit wirfst. Mehrere Elemente kommen dabei zusammen:

  • Ein Auslöser – ein Anruf, das Weckerklingeln oder ein Auftrag – macht den Anfang.
  • Auf den Auslöser folgt eine Aktion – du stehst auf oder antwortest auf eine Nachricht.
  • Nach erfolgter Aktion kommt die Belohnung, die gleichzeitig die Motivation für die Handlung darstellt. Bei dieser Belohnung kann es sich beispielsweise um ein pünktliches Erscheinen oder um ein Dankeschön handeln.
  • Nach einigen Wiederholungen dieses Kreislaufs kommt die Routine.
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Routinen entwickeln: Struktur in den Alltag bringen

Manchmal fällt es dir schwer, deine Tage zu strukturieren. Doch mit den geeigneten Auslösern (Triggern) und Belohnungen (Rewards) gelingt es dir, deine eigenen Routinen zu entwickeln.

Das beginnt mit einer Morgen-Routine, die zu deiner Persönlichkeit passt. Bist du ein Frühaufsteher oder eher eine Nachteule? Möglicherweise hilft dir ein positives Mantra am Morgen.

Wenn du motiviert bist, fällt es dir leichter, Routinen zu schaffen. Das heißt, dass du deine eigenen Ziele kennen solltest. Was willst du erreichen und aus welchem Grund möchtest du deine Gewohnheiten ändern? Welche guten Vorsätze hast du?

Viele Menschen planen, gesünder zu leben und fleißiger zu sein. Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben – es ist auf jeden Fall sinnvoll, deine Motive aufzuschreiben.

Passend zu deiner angestrebten Routine brauchst du einen Auslöser. Diesen definierst du selbst. Du möchtest regelmäßig Fitnesstraining machen? Dann setz dich nach der Arbeit gar nicht erst auf die Couch oder stell deinen Wecker: Wenn er klingelt, schnappst du deine Sporttasche und machst dich auf den Weg ins Studio. Du willst nicht jeden Abend vor dem Fernseher sitzen, sondern eine Fremdsprache lernen? Dann mach dir einen Wochenplan und trage deine Lernstunden ein.

Wenn du auf diese Weise mehr Struktur in deinen Alltag bringst, schaffst du Routinen. Das heißt, dass du nicht jedes Mal wieder überlegen musst, was du tust. Es ist zur Gewohnheit geworden – du gehst automatisch zum Sport oder greifst zum Spanisch-Buch.

Vor- und Nachteile von Routinen

Klar, es gibt gute und schlechte Routinen. Das Problem ist, dass auch ursprünglich gute Gewohnheiten nach einer gewissen Zeit einen negativen Touch kriegen. Das hängt von den Gewohnheiten selbst ab und auch von deiner persönlichen Entwicklung.

Routinen im Berufsleben geben dir Sicherheit. Routinierte Arbeitsabläufe sorgen für eine gleichbleibende Qualität. In einigen Berufen muss jeder einzelne Handgriff sitzen, beispielsweise bei Ärzten und Sanitätern. Wer routiniert vorgeht, vermeidet Chaos und schafft Vertrauen. Das ist vor allem für Berufseinsteiger ein wichtiger Punkt. Mit der nötigen Routine sind die Herausforderungen nicht mehr so groß, sodass der Stresspegel sinkt.

Die Vorteile von Routinen im kurzen Überblick:

  • Eine Tagesstruktur gibt dir einen guten Halt.
  • Du bist organisierter.
  • Wenn weniger Entscheidungen nötig sind, sparst du Zeit und Energie.
  • Gleichmäßige Resultate sind gewährleistet.
  • Du fühlst dich sicherer.

Allerdings haben routinierte Prozesse auch einige Nachteile:

  • Eingeschliffene und vorhersehbare Abläufe wirken auf Dauer ermüdend.
  • Durch mangelnde Konzentration treten eher Unachtsamkeiten auf.
  • Die Gefahr von einseitigen Belastungen erhöht sich.
  • Bei unvermuteten Änderungen fehlt es an Flexibilität und Reaktionsfähigkeit.

Gute und schlechte Routinen

Jeden Tag das Gleiche: Du stehst auf, machst dich im Bad fertig, ziehst dich an, trinkst einen Kaffee, fährst zur Arbeit, ohne darüber nachzudenken. Alles läuft automatisiert ab: Das wirkt auf den ersten Blick langweilig, doch es erhöht deine Effizienz und stresst dich nicht unnötig.

Für mehr Struktur im Alltag sind Routinen also gut. Doch es können sich auch schlechte Gewohnheiten einschleichen. Gelegentlich ein Bier zum Feierabend ist noch eine bewusste Entscheidung, doch wenn du das regelmäßig machst, wird es zur Gewohnheit. Diese lässt sich nicht so leicht abtrainieren. Eine schlechte Routine wird womöglich zum Hindernis.

Ein paar Beispiele für schlechte Gewohnheiten:

  • Den Feierabend mit einem Bier vor dem Fernseher verbringen.
  • Bei Stress ungesunde Süßigkeiten naschen.
  • Mit jedem Ton auf das Smartphone schauen.
  • Bei bewölktem Himmel die Runde im Park auslassen.

Im Gegenzug folgen einige gute Routinen:

  • Jeden Morgen die To-do-Listen zurate ziehen.
  • Nach jedem Arbeitstag eine Trainingseinheit einbauen.
  • Ein- oder zweimal pro Woche eine Fremdsprache lernen.
  • Jeden Abend eine halbe Stunde lesen.

5 Schritte, um eine sinnvolle Routine zu schaffen

Wie kannst du eine sinnvolle Routine in dein Leben integrieren? Forschungen zeigen, dass es sechs bis acht Wochen braucht, eine Gewohnheit zu etablieren. Manchmal ist das schwer, denn dein innerer Schweinehund liegt dir gerne im Weg. Doch mit den folgenden 5 Tipps kann es dir gelingen.

  1. Nimm dir Zeit für die Planung. Mach einen Wochenplan und lege die Zeiten fest, in denen du trainierst oder für eine Prüfung lernst.
  2. Bleib realistisch bei deinen Zielen. Wenn du zu viel auf einmal verändern willst, kommen bald die ersten Rückschläge. Vielleicht verträgst du morgens kein reichhaltiges Essen: Dann solltest du dir nicht vornehmen, den Tag mit einem Frühstück zu beginnen. Lass dir genügend Freizeit, sonst macht der Sport kein Spaß. Kleine Veränderungen sind ebenfalls eine positive Entwicklung.
  3. Ersetze alte, negative Verhaltensmuster durch neue. Wenn du eine schlechte Gewohnheit ablegen willst, brauchst du etwas, um die Lücke zu füllen. Das heißt beispielsweise: Lies ein Buch, anstatt den Gaming-PC einzuschalten. Nimm ein zuckerfreies Kaugummi anstelle von Süßigkeiten.
  4. Setze auf gemeinsame Aktionen. Vielleicht haben auch deine Kollegen Interesse am Fitnesstraining. Wenn du mit dem Rauchen aufhören möchtest, kannst du einer Selbsthilfegruppe beitreten.
  5. Sei nicht zu streng mit dir. Wenn deine geplante Routine nicht so funktioniert, wie du es dir vorgestellt hast: Gib nicht auf, sondern passe sie an deine Bedürfnisse an. Dann sportelst du eben etwas weniger oder gönnst dir zweimal die Woche einen Fernsehabend mit Chips und Bier.
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10 Strategien zur Entwicklung von Routinen

Gute Gewohnheiten schaffen – das klingt einfach, doch du brauchst dafür Geduld. Die folgenden Strategien bringen dich auf den richtigen Weg. Die Tipps sind eine gute Orientierungshilfe – so kannst du deine Tage entspannt angehen und stresst dich nicht unnötig. Lass dir Zeit dabei, denn es dauert eine Weile, neue Routinen zu schaffen.

  1. Bleib konzentriert bei einer Sache und trainiere diese neue Routine. Erst, wenn sie dir in Fleisch und Blut übergegangen ist, beginnst du mit dem nächsten Vorsatz.
  2. Starte klein, setz dir nicht zu hohe Ziele. Wenn du zum Beispiel eher aufstehen willst, stell den Wecker nicht gleich eine Stunde früher, sondern nur 10 Minuten. Oder beginne mit kleinen Trainingseinheiten, wenn du an deiner Fitness arbeitest.
  3. Mach es dir einfach. Leg die Sportsachen schon bereit, bereite abends schon den nächsten Tag vor – dann lässt sich der innere Schweinehund leichter überwinden.
  4. Nutze alte Gewohnheiten und verbessere oder verändere sie. Du trinkst nach Feierabend gerne ein Bierchen? Hol dir stattdessen ein anderes Getränk. Du machst dir jeden Morgen einen schnellen Kaffee? Iss ein Joghurt oder Müsli dazu, und schon wird ein kleines Frühstück daraus, das dich für den Tag stärkt.
  5. Halte dich an deine selbst definierten Zeiten. Dabei kannst du dir aber ein wenig Spielraum lassen. Plane deinen Arbeitsbeginn beispielsweise zwischen 8 und 8:30 Uhr.
  6. Bleibe deiner neuen Routine für mindestens drei Wochen treu, damit sie wirklich zur Gewohnheit wird. Danach bist du einen großen Schritt weiter. Das merkst du daran, dass du nicht mehr darüber nachdenkst.
  7. Sei nicht zu streng zu dir – Fehler sind erlaubt. Wenn du eine gerade erlernte Routine verpasst, ist das kein Problem. Setz für diesen Tag aus und mach morgen weiter.
  8. Schreib auf, was du täglich machst – so findest du mehr über deine Gewohnheiten heraus. Der Kaffee am Morgen, der Weg zur Arbeit, die Tabletten am Abend, all das sind Abläufe, die sich täglich wiederholen. An deiner Auflistung erkennst du, wo du noch routinierter werden kannst.
  9. Setz dir ein bestimmtes Ziel. Möchtest du produktiver werden? Deine Fitness steigern, gesünder leben? Wenn du das weißt, lässt du dich nicht mehr von deinem Schweinehund abhalten.
  10. Checke deine Veränderungen – funktioniert die neue Routine? Einmal in der Woche prüfst du, ob du vorankommst. Möglicherweise ist eine Anpassung nötig: Schreib dir deine Gedanken dazu auf, um den Überblick zu behalten.

Fazit: Routinen entwickeln für mehr Struktur im Leben

Dein Leben läuft so vor sich hin und du kommst zu nichts? Der Persönlichkeitstest von Greator macht dir bewusst, wo es hapert. Ganz klar: Du brauchst mehr Routinen. Wenn du lernst, deinen Alltag zu strukturieren, kommst du automatisch besser voran. Mit der Zeit gewöhnst du dich an deine neue, positive Haltung. Das bringt dich nicht nur beruflich weiter, sondern auch im Privatleben. Nutze deine neuen Routinen und genieße die gute Zeit.

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Geprüft von Dr. med. Stefan Frädrich

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