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Nicht gut genug: So löst du diesen Glaubenssatz auf

Lesezeit von 6 Minuten
Nicht gut genug: So löst du diesen Glaubenssatz auf

Die Angst, nicht gut genug zu sein, beschäftigt viele Menschen. Dies gilt unabhängig von Aussehen, Beruf und Bildungsstand. Ganz gleich, was man erreicht hat: Irgendwie bleibt stets ein Gefühl der Unzulänglichkeit zurück. Dies kann auf Dauer psychisch sehr belastend sein und das Selbstbewusstsein weiter schmälern.

Kommen dir diese Gedankengänge bekannt vor? Dann wirst du nachfolgend erfahren, welche möglichen Ursachen es gibt und wie du dich Schritt für Schritt von diesem destruktiven Glaubenssatz lösen kannst.

Was kann ich tun, wenn ich mich nicht gut genug fühle?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um dich von dem Gefühl, nicht gut genug zu sein, zu lösen. In diesem Artikel werden wir dir verschiedene Methoden vorstellen. Grundsätzlich solltest du jedoch wissen, dass dieser Glaubenssatz in nahezu allen Fällen aus mangelndem Selbstwertgefühl resultiert. Der Fokus sollte demzufolge auf einer Stärkung deines Selbstwertgefühls liegen.

Unter dem Selbstwertgefühl versteht man die Bewertung der eigenen Person: Wie nimmst du dich selbst wahr? Welche Fähigkeiten, Talente und Eigenarten schreibst du dir zu? Die Selbstwahrnehmung ist nicht immer mit der Außenwahrnehmung konform. Menschen, die sich nicht gut genug fühlen, stellen an sich selbst oftmals besonders hohe Ansprüche.

Um deine innere Balance zu finden, solltest du außerdem herausfinden, was dich unabhängig der gesellschaftlichen Erwartungen glücklich macht. Angeblich nicht gut genug zu sein ist nämlich eine recht unkonkrete Definition: Gut genug wofür und für wen? Die Antwort lautet: für dich selbst.

ich bin nicht gut genug

Woher das Gefühl kommt, nicht gut genug zu sein?

Die Überzeugung, nicht gut genug zu sein, beschäftigt zahlreiche Betroffene schon seit ihrer Kindheit. Tatsächlich stellen Kindheitserlebnisse sowie die Erziehung die Grundweichen für das spätere Selbstwertgefühl. Hat ein Kind die Erfahrung gemacht, seine Eltern niemals zufriedenstellen zu können, verinnerlicht es die Überzeugung, nicht gut genug zu sein.

Beispiel: Ein Kind macht leidenschaftlich gerne Sport und hat in einem Wettbewerb die Bronzemedaille gewonnen. Statt sich nun mit dem Kind über seinen Erfolg zu freuen, fragen die Eltern: „Und, wann holst du Gold?“

Auch wenn die Ursachen für geringes Selbstwertgefühl und die daraus resultierenden Glaubenssätze oftmals in der Kindheit liegen, geht es keineswegs darum, einen Schuldigen zu finden. Vielmehr ist es wichtig, dass du den Ursprung deiner negativen Gedanken ergründest, um sie aus deiner heutigen Sicht eines Erwachsenen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen zu können.

Weiterhin wichtig zu betonen ist, dass zielgerichtete Motivation Kindern nicht schadet. Seine Kinder zu besseren Leistungen anzuspornen, führt nicht zwangsläufig zu dem Gefühl, nicht genug zu sein. Es kommt jedoch auf den Ton und die Methodik an. Wenn Eltern die Motivation positiv formulieren („Ich glaube an dich, du schaffst das!“) wird das kindliche Selbstwertgefühl sogar gestärkt.

Welche Faktoren das kindliche Selbstwertgefühl außerdem beeinflussen, geht aus folgender wissenschaftlicher Ausarbeitung des Leibniz-Zentrums für psychologische Information und Dokumentation hervor.

Geringes Selbstbewusstsein aufgrund negativer zwischenmenschlicher Erfahrungen

Manchmal entwickelt sich der Glaubenssatz, nicht gut genug zu sein, auch aufgrund wiederholter negativer Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich. Dies ist auch im späteren Leben möglich. Vor allem toxische Partnerschaften stellen ein Risiko dar. Gibt ein geliebter Mensch dir ständig das Gefühl, du würdest nichts alleine schaffen oder wärst nicht klug oder begehrenswert genug, beginnst du irgendwann an dir zu zweifeln.

Zwischenmenschliche Enttäuschungen fernab von Partnerschaften, z. B. im Berufsleben sowie im Familien- oder Freundeskreis, können die negativen Überzeugungen weiter verstärken. Besteht bereits eine latente innere Unzufriedenheit mit den eigenen Lebensumständen, bist du umso empfänglicher für negative Impulse. Dies gilt vor allem dann, wenn du beginnst, dich mit anderen Menschen zu vergleichen.

Bestätigen sich deine Ängste hinsichtlich deiner vermeintlichen Unzulänglichkeit durch Worte oder Handlungen von anderen Personen, gerätst du immer tiefer in eine verheerende Gedankenspirale. Diese zu durchbrechen ist nicht einfach, doch es ist möglich und es lohnt sich.

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Wie gehst du mit diesem Glaubenssatz um?

Der Gedanke, nicht gut genug zu sein, kann sich so quälend anfühlen, dass er dich regelrecht lähmt. Dies ist fatal, denn um ihn zu überwinden, musst du aktiv ins Handeln kommen. Folgende fünf Strategien können dir dabei helfen:

1. Stelle dir die Frage: Was bedeutet eigentlich „gut genug“?

Wenn du darüber nachdenkst, was es eigentlich bedeutet, gut genug zu sein, wird es dir vermutlich schwerfallen, eine konkrete Antwort zu finden. Schließlich gibt es diesbezüglich keine allgemeingültigen Maßstäbe. Es handelt sich demzufolge um einen relativen Begriff. Die Frage sollte also eher lauten: Welche Ansprüche stellst du an dich selbst? Was möchtest du im Leben erreichen?

Hierbei ist es wichtig, dass du wirklich bei dir und deinen Wünschen und Bedürfnissen bleibst. Oftmals resultiert die Überzeugung, nicht gut genug zu sein, aus den gesellschaftlichen Erwartungen unseres westlichen Kulturkreises: Man sollte bestenfalls Abitur machen, ein Studium abschließen und möglichst vor dem dreißigsten Lebensjahr heiraten und anschließend eine Familie gründen.

Solche Erwartungen üben Druck aus. Verläuft das Leben in anderen Bahnen, entsteht schnell ein Gefühl von Minderwertigkeit. Wenn du dich jedoch auf dich selbst konzentrierst und dein Leben nach deinen Wünschen gestaltest, kannst du dich von dem Erwartungsdruck lösen. Mache dir immer wieder bewusst: Es ist dein Leben und du lebst es nicht, um andere Menschen zufriedenzustellen. Bleib bei dir!

2. Auf deine inneren Werte kommt es an

Zugegeben, der Spruch mag bereits ein wenig verbraucht, wenn nicht gar abgedroschen klingen. Dennoch ist es sinnvoll, sich mit den Hintergründen dieser Aussage zu befassen. Höre auf, dich über deinen Besitz, dein Aussehen oder deine beruflichen Leistungen zu definieren. In alledem wärst du ersetzbar: Es gibt immer jemanden, der reicher, schöner und erfolgreicher ist, als du es jemals sein wirst.

Es sind deine menschlichen Qualitäten, die dich einzigartig machen: Möglicherweise bist du ein guter Zuhörer, der immer ein offenes Ohr für die Sorgen seiner Mitmenschen hat? Oder bist du derjenige, der in einer angespannten Situation immer die richtigen Worte findet? Die Interaktion mit anderen Menschen sowie deren Zuneigung sind viel mehr wert als die Anerkennung aufgrund materieller Dinge oder Leistungen.

3. Niemand ist perfekt

Gibt es in deinem Umfeld auch diese eine Person mit dem scheinbar perfekten Leben? Wie bereits erwähnt, entsteht das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Oftmals dann, wenn wir uns mit anderen Menschen zu vergleichen beginnen. Bedenke jedoch, dass du niemals wissen kannst, ob das makellose Auftreten nicht doch nur eine Fassade ist. Es gibt keinen perfekten Menschen, der niemals Fehler macht.

Wenn du dich gerne mit jemandem vergleichen möchtest, um dich anzuspornen, dann vergleiche dich lediglich mit einer früheren Version von dir selbst: Was hast du alles erreicht? Wie nah bist du deinen Zielen gekommen, wenn du fünf oder gar zehn Jahre zurückblickst?

Jeder Mensch hat andere Voraussetzungen. Dies gilt für alle Lebensbereiche. Der Vergleich mit fremden Personen ist somit gänzlich kontraproduktiv für dein Selbstbewusstsein.

4. Behandle dich wie einen guten Freund

Sich nicht gut genug zu fühlen, bringt häufig Scham- und Schuldgefühle mit sich. Neigst du auch dazu, in Selbstvorwürfen zu versinken, wenn etwas nicht nach deinen Vorstellungen gelaufen ist? In diesem Fall kann es helfen, sich zu fragen, wie man in derselben Situation mit einem guten Freund sprechen würde. Würdest du mit ihm auch so hart ins Gericht gehen, wie mit dir selbst? Vermutlich nicht.

Du würdest deinem Freund höchstwahrscheinlich sagen, dass er zu streng mit sich ist und dass du ihn unabhängig von seinen Leistungen gern hast. Sei mit dir selbst so gnädig, wie du es mit einem guten Freund wärst. Dich selbst als Versager zu betiteln, bringt dich deinen Zielen keinen Schritt näher.

5. Begegne deinem negativen Glaubenssatz mit Neugier

Auch wenn sich der Glaubenssatz der Unzulänglichkeit quälend anfühlt, ist das Gefühl nicht gegen dich. Grundsätzlich möchte dir jede Emotion, die du empfindest, etwas Wichtiges mitteilen. Nutze also die Chance und spüre tief in dich hinein: In welchen Situationen tritt das unangenehme Gefühl besonders häufig auf? Mit welchen Aspekten deines Lebens bist du unzufrieden? Und am wichtigsten: Was kannst du daran ändern?

Versuche nicht, das Gefühl mit Gewalt loswerden zu wollen. Je mehr du dich gegen deine Empfindungen, nicht gut genug zu sein, zur Wehr setzt, umso penetranter rücken sie in dein Bewusstsein.

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So stärkst du dein Selbstwertgefühl

Wie bereits einleitend erwähnt, ist es von elementarer Bedeutung, dein Selbstwertgefühl zu stärken, wenn du dich nicht gut genug fühlst. In unserem Fachartikel zum Thema findest du zahlreiche nützliche Impulse.

Fassen wir noch einmal zusammen, welche Maßnahmen du konkret gegen den Glaubenssatz, nicht gut genug zu sein, ergreifen kannst:

  1. Ergründe die Ursachen: Woher kommt dieses Gefühl?
  2. Setze dich mit deiner aktuellen Lebenssituation auseinander: Wann tritt das Gefühl besonders häufig auf?
  3. Mache dir bewusst: „Nicht gut genug“ gibt es eigentlich gar nicht! Es kommt auf deine persönlichen Maßstäbe an, nicht auf die Erwartungen der Gesellschaft.
  4. Entwickle einen Plan: Was macht mich unglücklich? Was kann ich verändern?
  5. Komme ins Handeln: Nur du hast die Macht, deine Situation zu verändern. Es wird in Zukunft immer wieder herausfordernde Situationen geben, in denen dir dieser alte Glaubenssatz begegnet. Nehme das wahr, reflektiere und bestärke dich abermals positiv!

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