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Beziehungskrise – hat unsere Partnerschaft noch eine Chance?

Lesezeit von 7 Minuten
Beziehungskrise – hat unsere Partnerschaft  noch eine Chance?

Du hast deinen Traumpartner gefunden und bist dir sicher, den Rest deines Lebens mit diesem Menschen verbringen zu wollen. Ihr schwebt auf Wolke 7, alles ist wunderbar. Die Macken des Partners werden als liebenswert empfunden und nichts kann eurer junges Glück trüben. Doch irgendwann sind die Schmetterlinge im Bauch verschwunden und die rosarote Brille wird abgesetzt. Besagte Macken nerven dich jetzt plötzlich, die Auseinandersetzungen häufen sich, du hast das Gefühl, dich immer weiter von deinem Partner zu entfernen. Das verunsichert und belastet. Ist das nur eine Phase oder steckt ihr bereits in einer Beziehungskrise?

Daran erkennst du eine Beziehungskrise

Eine Beziehungskrise schleicht sich meist auf leisen Sohlen in die Partnerschaft. Sie ist das Resultat von Konflikten, die bereits seit längerem bestanden haben, denen ihr beide aber in der Hektik des Alltags keine große Beachtung geschenkt habt. Wenn du dich in deiner Beziehung alleine und unverstanden fühlst, nur noch genervt von deinem Partner bist und gar über eine Trennung nachdenkst, dann sind das sichere Anzeichen für eine Beziehungskrise. Diese Erkenntnis ist zunächst einmal ein Schock und du fragst dich wahrscheinlich, warum gerade euch das passiert.

Es mag ein schwacher Trost sein, doch Krisen sind Teil einer Beziehung und stellen sich in jeder Partnerschaft mindestens einmal ein. Auch bei vermeintlichen Traumpaaren herrscht nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Tatsächlich sind Beziehungskrisen viel häufiger als du vielleicht glaubst und treten oftmals relativ spät auf.

Beziehungskrise kündigt sich in mehreren Phasen an

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bern aus dem Jahr 2021. Wissenschaftler des Instituts für Psychologie haben dafür in 16 Ländern mehr als 165.000 Menschen über ihre Beziehungen befragt. Die Studienteilnehmer, deren Partnerschaften zwischen drei Monaten und 46 Jahren andauerten, waren im Alter von 20 bis 75 Jahren.

Wie sich herausstellte, zeichnete sich die erste Krise meist nach etwa zehn Jahren ab. Danach stieg die Beziehungszufriedenheit der Paare wieder an, um nach ungefähr 20 Jahren Zusammensein einen erneuten Tiefpunkt zu erleben. Du siehst also, Krisen sind in einer Beziehung ganz normal. Das Leben lässt sich nun einmal nicht planen und eine Veränderung der Umstände kann durchaus eine Beziehungskrise auslösen, die sich meist in mehreren Phasen ankündigt.

phasen einer beziehungskrise

Die 5 Phasen einer Beziehungskrise

Es gibt Signale, die darauf hindeuten, dass es in deiner Partnerschaft kriselt. Die Alarmglocken sollten schrillen, wenn du erkennst, dass ihr in einer der folgenden Phasen einer Beziehungskrise steckt:

1. Gereiztheit

Egal, was dein Partner tut oder sagt, du reagierst genervt oder gereizt. Umgekehrt gilt das natürlich ebenso.

2. Kein Interesse mehr füreinander

Früher habt ihr Anteil genommen am Alltag des anderen, doch nun ist euch egal, was der Partner macht und erlebt.

3. Funkstille

Ihr sprecht kaum noch oder überhaupt nicht mehr miteinander. Dabei konntet ihr früher über alles reden.

4. Fehlender Respekt

Ihr wertschätzt euch nicht mehr und sprecht bei anderen abfällig über den Partner.

5. Keine Lust mehr auf Zärtlichkeiten

Sex ist nur noch eine lästige Pflichtübung oder findet gar nicht mehr statt. Wann ihr euch das letzte Mal geküsst oder umarmt habt, weißt du schon gar nicht mehr.

Konntest du dich und deinen Partner in einer dieser Phasen einer Beziehungskrise wiederfinden? Dann stellst du dir wahrscheinlich die Frage, wie es soweit kommen konnte.

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Häufige Ursachen für eine Beziehungskrise

Es gibt viele Auslöser, denn jeder Mensch reagiert anders auf Herausforderungen, die in einer Partnerschaft auftreten können. Einige der häufigsten Ursachen für eine Beziehungskrise sind nachfolgend aufgeführt:

1. Midlife-Crisis

Die berühmte Midlife-Crisis kann durchaus zu einer Beziehungskrise führen. Wie die Düsseldorfer Psychologin und Paartherapeutin Carina Holthoff aus ihrem Praxisalltag weiß, tritt sie meist zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr auf und betrifft sowohl Frauen als auch Männer. Die hormonelle Umstellung spielt dabei jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

Viel schwerwiegender sind psychologische Gründe. Die Betroffenen hinterfragen sich und ihr gesamtes Lebensmodell. In dieser Phase fällt dann oft der vielzitierte Satz: „Das kann doch nicht schon alles gewesen sein!“ Partner, die schon in relativ jungen Jahren zusammengekommen sind und schnell Kinder bekommen haben, können laut Holthoff schneller in eine solche Krise geraten als Paare, die noch mehr Zeit für ihr Berufs- und Privatleben hatten, bevor sie Eltern wurden.

2. Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Die Frau durchlebt hormonelle und körperliche Veränderungen, die das Gefühls- und Sexleben gehörig aus dem Rhythmus bringen und die Partnerschaft auf die Probe stellen können. Besonders häufig kann eine Beziehungskrise auftreten, wenn sich das erste Baby ankündigt – egal, ob es geplant war oder nicht.

Während Frauen in der Regel mit ihren Freundinnen sprechen, neigen Männer häufig dazu, ihre Sorgen und Ängste für sich zu behalten. Das kann zu Missverständnissen und einer Beziehungskrise in der Schwangerschaft führen. Kurz vor der Geburt werden Frauen oft von Zweifeln geplagt, ob sie der Herausforderung als Mutter gewachsen sind und ziehen sich möglicherweise zurück. Männer stellen sich vielleicht die Frage, ob sie ein guter Vater sein werden und ob das Geld für die Familie ausreichen wird. Wenn beide Partner jetzt nicht miteinander reden, kann aus diesen Zweifeln schnell eine Beziehungskrise kurz vor der Geburt werden.

3. Geburt

Eine Geburt ist eines der prägendsten Erlebnisse im Leben eines Paares. Doch aus der großen Euphorie und Freude über den Familienzuwachs wird schnell Ernüchterung, wenn sich der Alltag einstellt. Gerade beim ersten Kind ist den frisch gebackenen Eltern nicht wirklich klar, wie viel Aufmerksamkeit und Zuwendung ein Baby braucht. Stress und Schlafmangel lassen wenig bis gar keine Zeit für Zweisamkeit. Oft fühlen sich Männer vernachlässigt, weil die Frau in ihrer Mutterrolle aufgeht und für Sex und Zärtlichkeiten zu müde ist. Eine Beziehungskrise kurz nach der Geburt ist deshalb keine Seltenheit.

4. Untreue

Ein Seitensprung ist ein schwerer Vertrauensbruch. Der betrogene Partner ist wütend und verletzt, häufig nagen Selbstzweifel an der Psyche. Der fremdgehende Partner ist meist geplagt von Schuldgefühlen.

5. Grundlose Eifersucht führt zur Beziehungskrise

Wenn ein Partner ständig unbegründet eifersüchtig ist, beschwört er damit eine Beziehungskrise herauf. Zu wissen, dass einem der eigene Partner kein Vertrauen entgegenbringt, tut weh und belastet.

6. Geld

Sie ist zu geizig, er gibt das Geld mit vollen Händen aus – der Streit um die Finanzen kann sich zu einer handfesten Beziehungskrise ausweiten, wenn beide Partner unterschiedliche Vorstellungen vom Umgang mit Geld haben.

7. Streitereien um Alltägliches

Wer sich ständig über Kleinigkeiten wie eine offene Zahnpastatube, Schnarchen oder herumliegende Socken aufregt, kann eine Beziehungskrise vom Zaun brechen. Denn oftmals sind diese Banalitäten Stellvertreter für tieferliegende Probleme.

8. Beziehungskrise wegen Corona

Die Pandemie und der damit verbundene Lockdown haben wohl viele Beziehungen ins Wanken gebracht. Von einem Tag auf den anderen gab es den gewohnten Alltag nicht mehr. Es wurde zu Hause gearbeitet, Unternehmungen waren nicht mehr möglich. Die Partner waren Tag und Nacht zusammen, was für viele eine ganz neue Erfahrung war. Eine solche Extremsituation kann sehr belastend sein, schwelende Konflikte zutage fördern und eine Beziehungskrise auslösen.

Was tun gegen die Beziehungskrise?

Wenn du dich mit deinem Partner in einer Beziehungskrise befindest, ist es höchste Zeit, zu reagieren. Ihr solltet euch jetzt dringend zusammensetzen und die Situation besprechen. Eine Beziehungskrise muss nicht gleich das Ende bedeuten. Versucht, in einem ehrlichen, sachlichen Gespräch zu klären, wo ihr beide steht und was ihr euch für die Zukunft vorstellt. Seid dabei nicht verletzend.

Anstatt dem Partner Vorhaltungen zu machen, ist es besser, die eigenen Wünsche und Vorstellungen mitzuteilen. Versuche auch, dich in deinen Partner hineinzuversetzen. Dadurch wird dir klarer, warum er sich so verhält und was er sich von dir wünscht. Wenn ihr euch beide einig seid, dass ihr zusammenbleiben wollt, dann könnt ihr die Beziehungskrise meistern, allerdings erfordert das viel Arbeit von beiden Seiten.

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So könnt ihr die Beziehungskrise überwinden

Es ist nicht leicht, eine Beziehungskrise zu meistern und es kann lange dauern, bis ihr wieder zu einer gewissen Normalität zurückfindet. Doch wenn ihr beide fest entschlossen seid, wird es euch gelingen. Die nachfolgenden Tipps zum Überwinden der Beziehungskrise können euch dabei helfen:

1. Miteinander sprechen

Kommunikation auf Augenhöhe ist das A und O für eine funktionierende Partnerschaft und kann viele Missverständnisse vermeiden. Wartet nicht, bis die Probleme unüberwindlich scheinen, sondern sprecht Dinge, die euch stören, gleich an.

2. Erinnerung

Denkt an die Zeit zurück, als ihr euch ineinander verliebt habt. Schwelgt gemeinsam in den schönen Erinnerungen und sagt einander, was euch damals am anderen fasziniert hat. Das bringt die Vertrautheit wieder zurück.

3. Beziehungskrise: Mehr Zeit zu Zweit

Auch wenn der Alltag stressig ist, nehmt euch Zeit füreinander. Legt einen Tag oder Abend in der Woche fest, der nur euch beiden gehört. Oma und Opa oder die besten Freunde können auf die Kinder aufpassen, während ihr gemeinsam etwas unternehmt, das euch Spaß macht.

4. Bleibt in Kontakt

Wann hast du deinem Partner zuletzt geschrieben? Tauscht auch tagsüber, wenn ihr bei der Arbeit seid, kleine Nachrichten aus. Das schafft ein neues Gefühl der Verbundenheit.

5. Berührt euch wieder

Wenn die Lust auf körperliche Nähe verloren gegangen ist, fangt mit kleinen Berührungen an. Nehmt euch mal wieder in die Arme oder geht Hand in Hand spazieren. Gegenseitige Berührungen kreieren ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Nach und nach stellt sich dann auch das sexuelle Verlangen wieder ein.

Eine neue Chance

Eine Beziehungskrise kann jede Partnerschaft treffen und ist gerade bei langjährigen Beziehungen absolut nicht ungewöhnlich. Die gute Nachricht ist: Das muss nicht bedeuten, dass euer gemeinsames Leben vor dem Aus steht. Wenn ihr beide es wollt, könnt ihr viel tun, um eure Beziehungskrise zu überwinden und gestärkt daraus hervorgehen. Sie kann sogar eine ganz neue Chance für eure Liebe sein.

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