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Kein Bock auf Schule: So motivierst du dein Kind wieder

Lesezeit von 7 Minuten
Kein Bock auf Schule: So motivierst du dein Kind wieder

Die Schulzeit ist längst nicht für alle Kinder die schönste Zeit des Lebens. Tatsächlich gibt es zahlreiche Schüler, die vorübergehend oder dauerhaft kein Bock auf Schule haben. Die Ursachen hierfür können vielfältiger Natur sein. Eltern stehen jedoch vor einem großen Problem, denn mit monotonen Appellen erreicht man je nach Alter des Kindes meist wenig.

Aber was können Eltern unternehmen, um die Schulverweigerung ihres Kindes in den Griff zu bekommen? Auf welche Weise finden Kinder ihre Motivation und Lernfreude wieder? Mit diesen Fragen möchten wir uns im nachfolgenden Artikel beschäftigen.

Warum haben Kinder manchmal keine Lust, in die Schule zu gehen?

Genau wie du nicht jeden Tag voller Euphorie ins Büro fährst, ist es vollkommen normal, dass Kinder beizeiten keine Lust haben, in die Schule zu gehen. Problematisch wird es jedoch, wenn sich eine hartnäckigere Verweigerungshaltung einstellt. Diese ist z. B. daran zu erkennen, dass das Kind keine Hausaufgaben macht, die schulischen Leistungen absinken und letztendlich sogar die Versetzung gefährdet ist.

Unterforderung oder Überforderung

Die Gründe für diese negative Entwicklung sind für Lehrer und Eltern nicht zwingend offensichtlich. Eine mögliche Ursache kann Überforderung, aber auch Unterforderung sein. Überforderte Kinder fürchten sich davor, zu versagen und wiederholt schlechte Noten zu schreiben. Sie spüren, dass sie mit dem Unterrichtsstoff und dem Lerntempo nicht mithalten können. Die Folge sind Resignation und Verweigerung.

Bei stetigen schulischen Misserfolgen könnte eine Lernschwäche die Ursache sein. Dies gilt besonders dann, wenn vor allem bestimmte Fehlerquellen auffallen. Bekommt dein Kind ständig schlechte Noten, weil es mit der Rechtschreibung Probleme hat? In diesem Fall lohnt es sich, abzuklären, ob eine Legasthenie vorliegt. Ist hingegen Mathematik das Problemfach, lohnt sich ein Test auf Dyskalkulie.

Allerdings kann auch genau das Gegenteil der Fall sein. Nicht wenige hochbegabte Kinder fallen in der Schule durch schlechte Noten sowie durch Rebellion auf. Dies ist auf die Langeweile und den mangelnden Bezug zu den Unterrichtsthemen zurückzuführen. Hochbegabte Kinder benötigen eine besondere Art der Förderung. Wie diese aussehen könnte, ist in folgender wissenschaftlicher Ausarbeitung zusammengefasst.

Mobbing und Auseinandersetzungen mit Lehrern

Hat dein Kind kein Bock auf Schule, können auch zwischenmenschliche Probleme dahinterstecken. In einem Umfeld, das von Zwang oder gar Erniedrigung geprägt ist, möchte sich niemand gerne aufhalten. Dies gilt auch für Kinder. Wer Opfer von Mobbing durch Mitschüler oder Lehrkräfte wird, kann selbsterklärender Weise nicht (mehr) gut lernen. Es wird versucht, möglichst viel Abstand zwischen sich und die Schule zu bringen.

Kein Bock auf Schule: Nur eine Phase?

Insbesondere im Teenageralter scheint plötzlich alles andere wichtiger zu sein als die Schule: die Clique, neue Freiheiten, die erste Verliebtheit und der erste Liebeskummer. Dies ist vollkommen normal und meist vorübergehend. Im Leben von jungen Menschen verändert sich viel, sodass die schulischen Leistungen zeitweise absinken können. Hinzu kommt ein gewisses Maß an Rebellion, das oft typisch für die Teenagerjahre ist.

was tun wenn man kein bock auf schule hat

Was kann man unternehmen, wenn Kinder kein Bock auf Schule haben?

Dein Kind hat gerade kein Bock auf Schule? Auch wenn es schwerfällt, ist es wichtig, dass du als Elternteil in dieser Situation möglichst gelassen bleibst. Bestrafungen führen nicht zum gewünschten Ziel, sondern verstärken die Unlust noch zusätzlich. In erster Linie geht es nun darum, die Ursachen herauszufinden. Hierzu suchst du am besten das Gespräch mit deinem Kind sowie mit den Lehrkräften.

Sofern du deinem Kind nicht mit einer Vorwurfshaltung, sondern mit Verständnis und ehrlichem Interesse begegnest, wird es sich dir möglicherweise anvertrauen, warum es momentan kein Bock auf Schule verspürt. Je älter das Kind ist, umso einfacher gelingt dies. Sollte dein Kind noch sehr jung sein, kann es helfen, die Unlust genau zu beobachten: Tritt sie z. B. immer an denselben Tagen oder in denselben Fächern auf?

Spätestens, wenn die Versetzung gefährdet ist, stehen Gespräche mit den Lehrern an. Lasse dir von den Lehrkräften die Beobachtungen schildern, die sie bezüglich des Lernverhaltens deines Kindes gemacht haben. Manchmal erschließen sich hieraus die möglichen Ursachen für die Schulverweigerung. Wichtig ist, dass Eltern und Lehrer gemeinsam an einem Strang ziehen.

10 Tipps, um Kinder zu motivieren, die nicht zur Schule gehen wollen

Welche Tipps helfen, wenn dein Kind kein Bock auf Schule hat, hängt in erster Linie von der Ursache ab. Daher ist es so wichtig, diese herauszufinden. Nur so kannst du zielgerichtet agieren. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Tipps für mehr Motivation zusammengefasst, welche verschiedene mögliche Ursachen abdecken.

Tipps für Eltern

1. Lob und Anerkennung

Insbesondere bei schulischem Misserfolg ist Anerkennung, wenn doch mal etwas gut gelaufen ist, umso wichtiger. Ein ehrliches Lob motiviert dazu, weiterhin fleißig zu sein, um das Erfolgserlebnis zu wiederholen. Dies gilt für Erwachsene im Berufsleben und für Schüler gleichermaßen.

Achte jedoch darauf, dass deine Zeichen der Anerkennung für das Alter angemessen sind. Ein Teenager freut sich über andere Belohnungen als ein Grundschulkind. Kleine Geldgeschenke sind in Ordnung, allerdings sollte es sich nicht um allzu große Summen handeln.

2. Ausbruch aus der Routine

Kein Bock auf Schule und Langeweile gehen meist Hand in Hand. In diesem Fall gilt es, das Lernen spielerisch zu gestalten. Gerade bei Grundschulkindern hat man hiermit oft großen Erfolg. Lese gemeinsam mit deinem Kind Bücher zu Themen, die es interessieren, um seine Lese- und Rechtschreibkenntnisse zu verbessern. Oder gehe mit deinem Kind in die Natur und erkundet den Wald mit seiner Tier- und Pflanzenwelt.

Bei älteren Kindern kann es hilfreich sein, über die tägliche Routine zu sprechen: Braucht das Kind vielleicht einen anderen Rhythmus, um wieder besser lernen zu können? Möchte es nach der Schule erst eine Pause machen oder sich gleich an die Hausaufgaben setzen? Teenagern sollte hier ein gewisses Maß an Eigenverantwortung überlassen werden.

3. Realistische Ziele setzen

Motiviere dein Kind dazu, sich schulische Ziele zu setzen, die ihr beispielsweise auf einer Pinnwand festhaltet. Ist das Ziel erreicht, gibt es eine zuvor vereinbarte Belohnung. Gerade bei einem großen Lernpensum kann es helfen, dieses in kleine Etappenziele aufzuteilen. Auf diese Weise fühlt dein Kind sich nicht überfordert und kommt schneller zu Erfolgserlebnissen.

4. Gesprächsbereitschaft anbieten

Wie bereits erwähnt ist es überaus wichtig, dass du deinem Kind keine Vorhaltungen machst, sondern ihm Gesprächsbereitschaft signalisierst. Nicht immer ist kein Bock auf Schule eine reine Trotzreaktion. Manchmal stecken vielschichtige Probleme dahinter, die Handlungsbedarf erfordern. Wird dein Kind möglicherweise von seinen Mitschülern gemobbt und ausgegrenzt? Gibt es Probleme mit den Lehrern?

Lasse dein Kind wissen, dass du es unterstützt. Schaut gemeinsam, wie es deinem Kind in der Schule wieder besser ergehen kann. In extremen Fällen sind sogar ein Klassen- oder gar Schulwechsel zu diskutieren.

5. Elterliche Kontrolle

Bei allem Verständnis und aller Gesprächsbereitschaft obliegt dir dennoch die Verantwortung für die Zukunft deines Kindes. Das bedeutet, dass du nicht zulassen kannst, dass die Schule komplett schleifen gelassen wird. Erkundige dich wenn nötig bei den Lehrern oder bei den Eltern von Klassenkameraden, was den aktuellen Lernstoff sowie die Hausaufgaben anbetrifft.

Eine Möglichkeit wäre es z. B., dass die Lehrer das Hausaufgabenheft des Kindes auf Vollständigkeit prüfen und die Eltern dies bei Erledigung gegenzeichnen. Zugegeben, so viel Kontrolle mag niemand. Sie ist aber ein guter Motivator für mehr Eigeninitiative. Sobald das Kind wieder mehr Engagement zeigt und sich als zuverlässig erweist, können die Kontrollmaßnahmen selbstverständlich wieder gelockert werden.

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Tipps für Schüler

Du hast momentan kein Bock auf Schule und möchtest wieder motivierter sein? Folgende Tipps können dir zu mehr Lernfreude sowie zu besseren Noten verhelfen:

6. Ein guter Start in den Tag

Du wirst am Morgen vom schrillen Piepton deines Weckers aus dem Tiefschlaf gerissen, eilst mürrisch ins Bad und schlingst dein Frühstück hastig hinunter, weil du schon wieder zu spät dran bist. Kommt dir dieses Szenario bekannt vor? Dass sich deine Motivation in Grenzen hält, ist kein Wunder. Auf eine solche Weise startet niemand gut in den Tag.

Achte daher darauf, dir deinen morgendlichen Ablauf ruhig und entspannt zu gestalten. Stelle dir eine angenehme Weckmelodie ein und stelle den Wecker ruhig 15 Minuten früher. Eine Viertelstunde kann am Morgen viel ausmachen! Genieße eine warme Dusche und bereite dir ein gesundes Frühstück zu. Du wirst feststellen, dass deine Laune viel besser sein wird und du dementsprechend motivierter zur Schule gehst.

7. Lerne gemeinsam mit Freunden

Gemeinsames Lernen macht viel mehr Spaß, als allein über dem Unterrichtsstoff zu brüten. Außerdem könnt ihr euch gegenseitig unterstützen, da jeder seine individuellen Stärken und Schwächen hat. Du kommst in Mathematik nicht zurecht? Möglicherweise können dir deine Freunde weiterhelfen. Du bist ein Ass in Naturwissenschaft? Dann erkläre deinen Freunden das neue Thema, das sie nicht verstanden haben.

8. Setze dir Zukunftsziele

Es mag sein, dass sich die Schule für dich im Moment absolut überflüssig und belastend anfühlt. Daher kann es helfen, wenn du dir vor Augen hältst, für welches größere Ziel sich das Durchhalten lohnt.

Du möchtest einmal Arzt oder Pilot werden? Dann benötigst du Abitur und ein Studium, um diese Pläne zu verwirklichen. Du willst eines Tages finanziell unabhängig sein? Auch für Selbstständige bildet eine gute schulische Ausbildung die Basis.

9. Sorge für einen Ausgleich in der Freizeit

Du hast kein Bock auf Schule, aber gleichzeitig scheint sich dein ganzes Leben nur um diese zu drehen? Vielleicht liegt genau hier das Problem. Auch Erwachsene brauchen einen Ausgleich, um im Berufsleben erfolgreich zu sein. Bei Schülern verhält sich das nicht anders. Daher solltest du dir ein Hobby suchen, das dich erfüllt und aus dem du neue Kraft schöpfen kannst.

10. Führe ein Erfolgstagebuch

Kein Bock auf Schule zu haben verschlimmert sich, wenn sich die Misserfolge häufen. Ist die Grundeinstellung ohnehin negativ, neigst du außerdem dazu, die kleinen Erfolge zu übersehen. Dabei gibt es diese bestimmt. Aus diesem Grunde lohnt es sich, ein Erfolgstagebuch zu führen.

Du hast als einziger Schüler die Antwort auf eine schwierige Frage gewusst? Dann schreibe dies auf. Deine Lehrer loben dich für deine Hilfsbereitschaft deinen Mitschülern gegenüber? Auch dies gehört ins Erfolgstagebuch.

Fazit: Kein Bock auf Schule muss kein Dauerzustand werden

Jedes Kind hat früher oder später mal kein Bock auf Schule. Als Elternteil liegt es jedoch in deiner Verantwortung, die Ursachen herauszufinden und dein Kind bestmöglich dabei zu unterstützen, eine Lösung zu finden. In unserer dreimonatigen Ausbildung zum Lerncoach werden dir die notwendigen Kompetenzen vermittelt.

Weiterhin möchten wir dir unser kostenloses E-Book mit dem Titel „Die 10 besten Tipps für Spaß und Erfolg beim Lernen“ empfehlen. In diesem kompakten Ratgeber erfährst du, auf welche Weise du dein Kind mit Spaß und Motivation durch seine Schulzeit begleiten kannst. Die 10 vorgestellten Tipps sind in der Praxis mehrfach erprobt.

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