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Die häufigsten Gründe einer Ehekrise und wie ihr sie überwinden könnt

Lesezeit von 8 Minuten
Die häufigsten Gründe einer Ehekrise und wie ihr sie überwinden könnt

Differenzen kommen in jeder Ehe vor. Dies ist vollkommen normal, schließlich können zwei Menschen niemals in allen Belangen einer Meinung sein. Bei einer ernsten Ehekrise gehen die Meinungsverschiedenheiten jedoch weit über das normale Maß hinaus.

Im nachfolgenden Artikel erfährst du, welche Ursachen einer solchen Krise zugrunde liegen können, mit welchen Maßnahmen ihr die Ehekrise überwindet und in welchen Fällen eine Trennung die vernünftigste Option ist.

Die häufigsten Anzeichen einer Ehekrise

Möglicherweise hast du das Gefühl, dass die Stimmung zwischen dir und deinem Partner angespannt ist, ohne dass du eine konkrete Erklärung dafür finden kannst. Viele Ehekrisen entstehen schleichend, bevor sie dann eskalieren. Bahnt sich bei euch gerade eine Ehekrise an? Folgende Anzeichen können darauf hindeuten:

1. Keine gemeinsamen Aktivitäten

Kannst du dich nicht mehr daran erinnern, wann du das letzte Mal gemeinsam etwas mit deinem Partner unternommen hast? Beziehst du ihn oder sie in deine Freizeitplanung überhaupt noch mit ein? Oder unternimmt dein Partner ständig etwas allein, ohne dich zu fragen, ob du mitkommen möchtest? Dies könnte auf eine (beginnende) Ehekrise hindeuten.

Grundsätzlich ist es wichtig und richtig, sich zeitweilig auf die eigenen Bedürfnisse zu fokussieren. Findet ihr außerhalb des Wohnalltags aber gar nicht mehr zusammen, solltet ihr darüber nachdenken, woran das liegen könnte.

2. Nachlassendes Interesse am Partner

Ist die Frage, wie der Tag deines Partners gewesen ist, mittlerweile nur noch eine Höflichkeitsfloskel für dich? Interessieren dich seine Träume und Sehnsüchte nicht mehr? Oder ist es umgekehrt der Fall, dass du dich nicht mehr gesehen fühlst? Lässt das Interesse an der Person nach, sollten die Alarmglocken schrillen.

3. Ehekrise wegen fehlender Intimität

Insbesondere in einer langjährigen Partnerschaft sind andere Werte wichtiger als leidenschaftlicher Sex. Dennoch gehört ein gewisses Maß an Intimität für die meisten Menschen zu einer Partnerschaft dazu. Fehlt die Zärtlichkeit gänzlich, ist dies niemals ein gutes Zeichen. Fühlt sich ein Partner von dem anderen nicht mehr sexuell angezogen, kann das eine Ursache oder Begleiterscheinung einer Ehekrise sein.

4. Ständige Auseinandersetzungen

Streit ist in einer Ehe vollkommen normal. Wer sich regelmäßig konstruktiv mit dem Partner auseinandersetzt, kann die Harmonie in der Partnerschaft sogar verbessern.

Ein häufiges Anzeichen für eine Ehekrise ist es jedoch, den Partner wegen Belanglosigkeiten zu kritisieren. Bist du bereits von einer zerdrückten Zahnpastatube oder Kaugeräuschen beim Essen genervt? Dann befindet ihr euch höchstwahrscheinlich in einer Ehekrise.

5. Trennungsfantasien

Ertappst du dich dabei, dass dein Partner in deiner Zukunftsplanung gar nicht mehr auftaucht? Bist du manchmal der Ansicht, eine Trennung könne einer Befreiung gleichkommen? Oder äußert dein Partner Zukunftspläne, die mit eurer Ehe nicht zu vereinbaren wären? Trennungsfantasien sind oftmals der Anfang vom Ende, sofern nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.

Grundsätzlich gilt: Je früher ihr erkennt, dass ihr euch in einer Ehekrise befindet, umso besser stehen die Chancen, dass ihr euch wieder versöhnt. Die Augen vor einem bestehenden Eheproblem zu verschließen ist also absolut kontraproduktiv.

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5 Tipps, um eine Ehekrise zu vermeiden

Mit den Anzeichen einer möglichen Ehekrise haben wir dich bereits vertraut gemacht. Im Idealfall lässt du es jedoch gar nicht erst so weit kommen. Natürlich ist es kaum möglich, jedwede Krise zu vermeiden. Indem du dich jedoch mit den häufigsten Ursachen für Ehekrisen auseinandersetzt, kannst du dennoch vorbeugend aktiv werden.

1. Seid einander treu

Der Seitensprung ist der Klassiker unter den Ursachen für eine Ehekrise. Verlockungen sind menschlich. Wenn du ihnen jedoch nachgibst, ist dies ein Anzeichen dafür, dass dir in deiner Ehe etwas fehlt. Von daher ist es wichtig, auch in langjährigen Ehen Romantik und Sexualität nicht auszuklammern. Vielleicht ist es Zeit für ein wenig Abwechslung?

2. Sprecht gemeinsam über eure Zukunftswünsche

Ein weiterer häufiger Grund für eine Ehekrise sind differierende Zukunftspläne. Klaffen die Vorstellungen weit auseinander, ist eine Krise praktisch vorprogrammiert. Sprecht also regelmäßig über die Zukunftsplanung in allen Lebensbereichen (Beruf, Familie, Wohnort). Sind eure Vorstellungen konform?

Je eher Kompromisse gefunden werden, umso besser. Ist es erst einmal zum Streit gekommen, sind beide Parteien meist weniger kompromissbereit.

3. Veränderungen gemeinsam bewältigen

Veränderungen müssen nicht zwingend negativer Natur sein, um eine Ehekrise auszulösen. Auch positive Veränderungen geben manchmal den Ausschlag. Hierbei kann es sich beispielsweise um die Geburt eines Kindes handeln. Wenn plötzlich nichts mehr so ist, wie es einmal war, müsst ihr als Ehepaar neu zueinanderfinden. Manche Paare scheitern an dieser Herausforderung.

Die wichtigste Grundregel lautet: Übt keinen Druck aufeinander aus! Nach einer großen Veränderung dauert es eine Weile, bis ihr einen neuen Rhythmus gefunden habt. Am besten beschäftigt ihr euch schon im Vorfeld damit, wie die bevorstehenden Veränderungen konkret aussehen könnten und wie ihr damit umgehen wollt.

4. Ehekrise: gegenseitige Rücksichtnahme und Wertschätzung

Auch nach vielen Jahren der Ehe wollen Ehepartner vom jeweils anderen wertgeschätzt werden. Wertschätzung hat in diesem Fall nichts mit teuren Geschenken oder aufwendigen Gesten zu tun. Vielmehr geht es darum, menschlich füreinander da zu sein. Schenkt einander Aufmerksamkeit und hört zu. Nehmt im Alltag Rücksicht aufeinander und enttäuscht das Vertrauen des anderen nicht.

5. Pflegt eure Partnerschaft

Wenn man Ehepaare fragt, warum sie sich haben scheiden lassen, bekommt man häufig folgende Antwort zu hören: „Wir haben uns einfach auseinandergelebt.“ Das gesamte Leben ist ein Entwicklungs- und Lernprozess. Aus diesem Grunde kann es durchaus passieren, dass eine ehemals intakte Beziehung plötzlich nicht mehr funktioniert, weil ein oder beide Partner sich verändert haben.

Vorbeugen kann man dieser Entwicklung kaum und dies wäre auch nicht sinnvoll. Dennoch gilt: Eine Partnerschaft muss gepflegt werden! Hört nicht auf, euch umeinander zu bemühen, sobald ihr verheiratet seid. Nehmt aktiv Anteil an den Wünschen und Bedürfnissen des anderen.

Ist eine Ehekrise wirklich ein Trennungs- und Scheidungsgrund?

Ob eine Ehekrise ein Grund für eine Scheidung darstellt, kommt selbstverständlich auf den Einzelfall an. Ist ein begangener Vertrauensbruch zu schwerwiegend gewesen oder haben sich beide Ehepartner in komplett verschiedene Richtungen entwickelt, ist eine Trennung manchmal die beste Lösung.

Das bedeutet aber keineswegs, dass jede Ehekrise beim Scheidungsanwalt enden muss. Ganz im Gegenteil: Werden die Probleme konstruktiv gemeinsam bewältigt, könnt ihr als Paar sogar gestärkt daraus hervorgehen. Sicherlich kennst du die alte Weisheit, dass jeder Krise eine Chance innewohnt. Dies ist durchaus zutreffend. Indem ihr eure Probleme analysiert und an ihnen arbeitet, könnt ihr die Qualität eurer Ehe verbessern.

Weiterhin ist es wichtig, die Ehe als ein Versprechen zu betrachten. Ein solches bricht man nicht, nur weil sich Schwierigkeiten einstellen. Als ihr euch das Ja-Wort gegeben habt, war dies mit dem Versprechen verbunden, auch in schlechten Zeiten füreinander da zu sein. Diese Sichtweise kann euch motivieren, die Ehekrise gemeinsam durchzustehen, statt vorschnell aufzugeben.

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10 Schritte zur Überwindung einer Ehekrise

Die meisten Ehekrisen lassen sich überwinden, sofern beide Partner dazu bereit sind und sich entsprechend engagieren. Das Ziel besteht darin, wieder eine stabile und vertrauensvolle Basis zu schaffen. Folgende zehn Tipps können euch dabei helfen:

1. Verzeiht euch eure Fehler

Verzeihen ist der erste Schritt zur Überwindung einer Ehekrise. Ist dies nicht möglich, besteht leider kaum noch Hoffnung. Verzeihen bedeutet hierbei keinesfalls, dem anderen für seine Fehler (z. B. ein Seitensprung) eine Absolution zu erteilen. Vielmehr geht es darum, seine eigenen Themen aufzuräumen und zu reflektieren, warum der Partner einen mit seinem Verhalten triggert. Welche Ängste oder Glaubenssätze in dir kitzelt der andere in dir wach? Und wer hat sich womöglich in deiner Kindheit dir gegenüber schon so verhalten? Wer Neues beginnen möchte, muss zuvor Altes aufräumen.

2. Gebt euch Zeit

Sich zu verzeihen und neu aufeinander zuzugehen, ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Dieser Prozess kann mehrere Monate, manchmal sogar einige Jahre in Anspruch nehmen. Kleine Rückschritte gehören dazu. Lasst euch davon keinesfalls entmutigen. Sofern ihr beide bereit seid, für eure Ehe zu kämpfen, lohnt sich der Einsatz.

3. Führt Zwiegespräche

Diese Empfehlung geht auf die Erkenntnisse des bekannten deutschen Psychotherapeuten Michael Lukas Möller zurück. Bei einem Zwiegespräch handelt es sich um einen tiefgründigen Gedankenaustausch, der sich lediglich um die Gefühlswelt dreht. Organisatorische Themen haben hierbei keinen Platz.

Reserviert euch einen festen Termin pro Woche und nehmt euch mindestens eine Stunde Zeit. Unterbrechungen und Kommentare sind bei einem Zwiegespräch übrigens verboten. Jeder hat das Recht, auszureden, während der andere lediglich zuhört.

4. Respektvolle Streitkultur

Streit wird sich auch künftig nicht vermeiden lassen. Entscheidend ist, wie ihr streitet. Ganz gleich, wie wütend ihr aufeinander seid: Beleidigungen und Herabwürdigungen sind absolut tabu! Selbiges gilt selbstverständlich für Handgreiflichkeiten. Verlasse lieber die Situation und mache einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft, bevor du etwas sagst, was du hinterher bereust.

5. Quality-Time hilft gegen Ehekrise

Wir haben es bereits kurz erwähnt: Die meisten Paare leben im Alltag nebeneinander her, was im schlimmsten Fall zu einer Entfremdung führen kann. Um dies zu vermeiden, solltet ihr euch regelmäßig Quality-Time füreinander reservieren. Wie ihr diese gestalten wollt, ist selbstverständlich euch überlassen. Wie wäre es mit einem Ausflug oder einem romantischen Abendessen?

6. Lernt einander neu kennen

Erinnerst du dich noch an die Schmetterlinge in deinem Bauch, die du bei der ersten Verabredung mit deinem heutigen Ehepartner gespürt hast? Dieses Gefühl lässt sich wiederbeleben. Stelle dir vor, du würdest deinen Partner gerade neu kennenlernen. Stelle ihm Fragen, von denen du glaubst, die Antwort bereits zu kennen. Du wirst überrascht sein, wie oft sich neue Facetten entdecken lassen.

7. Respektiert eure Eigenständigkeit

Auch wenn ihr verheiratet seid, bleibt jeder von euch ein eigenständiger Mensch mit eigenen Wünschen, Träumen und Interessen. Gesteht einander Freiräume zu. Ihr müsst nicht 24 Stunden des Tages miteinander verbringen. Übertriebene Eifersucht, weil dein Partner mal etwas alleine unternimmt, verschärft die Ehekrise nur noch.

8. Zukunftsträume gemeinsam schmieden

Weißt du eigentlich, welche Zukunftsträume dein Partner verfolgt? Oder gehst du stillschweigend davon aus, dass ihr dieselben Ziele habt? Es lohnt sich, miteinander im Austausch zu bleiben. Möglicherweise könnt ihr euch gegenseitig mit euren Zukunftsträumen inspirieren und sie gemeinsam umsetzen.

9. Paartherapie

Spitzt sich die Ehekrise zu, ist die Inanspruchnahme professioneller Hilfe manchmal der einzige Weg, um eine Trennung zu vermeiden. Ein Paartherapeut kann neutral zwischen den Parteien vermitteln und neue Lösungswege aufzeigen. Wichtig ist, dass sich beide Partner auf die Therapie einlassen.

10. Der letzte Schritt in einer Ehekrise: Die Trennung

Nicht jede Ehekrise lässt sich meistern. Wenn das Leid für einen oder beide Partner zu groß wird, solltet ihr über eine Trennung nachdenken. Überlege dir, wie dein Leben ohne deinen Partner aussehen könnte. Verspürst du neben Trauer auch Erleichterung? Dann ist die Trennung der richtige Weg.

Fazit

Eine Ehekrise muss nicht zwangsläufig zur Trennung führen. Sofern beide Partner bereit sind, für ihre Beziehung zu kämpfen, stehen die Chancen in den meisten Fällen gut. Idealerweise lässt man es jedoch gar nicht erst so weit kommen. In unserem kostenlosen Webinar zum Thema „Die 5 größten & häufig unbemerkten Beziehungs-Fehler“ lernst du, wie du Krisen bestmöglich vorbeugst. Auch Lösungsstrategien sind natürlich inbegriffen.

Das Webinar eignet sich sowohl für Paare als auch für Singles, die vergangene Beziehungsfehler nicht wiederholen möchten. Melde dich noch heute an und profitiere vom Fachwissen unser Beziehungs-Experten.

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