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Lernbehinderung: So unterstützt du dein Kind in der Schule

Lesezeit von 7 Minuten
Lernbehinderung: So unterstützt du dein Kind in der Schule

Träumt dein Kind, anstatt in der Schule zuzuhören? Beschweren sich die Lehrkräfte womöglich? Niemand möchte zugeben, dass sich der eigene Nachwuchs in der Schule schwertut. Aber vielleicht gibt es wirklich eine Lernbehinderung. Was bedeutet das für dein Kind – wie wirkt sich eine solche Lernschwäche auf das weitere Leben aus?

Wer langsamer lernt als die anderen, braucht gezielte Hilfe. Einfach nur pauken reicht nicht mehr. Mach dich lieber mit den typischen Merkmalen für Lernbehinderung vertraut. Nur so kannst du dein Kind in der Schulzeit unterstützen. Und nur so findet es die Kraft, jetzt und auch in späteren Lebensphasen klarzukommen.

Lernbehinderung Definition: was ist das eigentlich?

Meistens geht es in der Grundschule los: Einigen Schülern fliegt das Wissen nur so zu, doch andere haben Probleme. Sie brauchen viel Zeit, um lesen und schreiben zu lernen. Es fällt ihnen schwer, sich an den täglichen Schultrott zu gewöhnen. Sie können nicht lange still sitzen und zappeln stattdessen herum. Teilweise stören sie den Unterricht. Eine gewisse Unruhe bei Erstklässlern ist normal. Doch wenn die Probleme in späteren Schuljahren anhalten, kann es sich um Anzeichen für eine Lernbehinderung handeln.

Manche Kinder kommen in bestimmten Schulfächern nicht richtig mit. Sie müssen sich zum Beispiel stark konzentrieren, um eine Rechenaufgabe zu lösen. Beim Lesen und Schreiben zeigen sie hingegen keine Auffälligkeiten. In einem gewissen Rahmen sind kleine Schwächen unproblematisch. Doch wenn sich die Schwierigkeiten verstärken oder auf weitere Schulfächer ausweiten, sprechen Experten von einer Lernbehinderung.

Ein wichtiges Merkmal für die Feststellung einer Lernbehinderung ist der Intelligenzquotient. Kinder haben üblicherweise einen IQ von 85 bis 115. Bei einem Wert zwischen 70 und 84 gelten sie als lernbehindert. Liegt der IQ unter 70, handelt es sich um eine geistige Behinderung.

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Häufige Ursachen für eine Lernbehinderung

Warum kommen einige Kinder nicht mit den anderen mit? Woher kommt die Lernbehinderung – gibt es dafür einen bestimmten Grund? Wer sich mit dem Thema befasst, erkennt die typischen Begleiterscheinungen und auch die erschwerenden Bedingungen.

Meistens sind es mehrere Faktoren, die zusammenkommen. Sie beeinflussen die geistigen Fähigkeiten, die seelische Verfassung und auch die körperliche Resilienz. Je nach Umgebung können sich die Faktoren auch gegenseitig verstärken.

Oft hat die Lernbehinderung organische und neurologische Ursachen. Diese basieren auf angeborenen, genetischen Faktoren, manchmal auch auf hirnorganischen Schädigungen.

Die Ursachen für die Lernbehinderung oder Lernschwäche lassen sich nicht immer feststellen. In bestimmten Fällen, zum Beispiel bei einer Stoffwechselerkrankung oder bei einem Erbgutdefekt, ist jedoch eine genaue Analyse möglich.

Schädigungen im Laufe der Schwangerschaft

Teilweise sind Schädigungen im Laufe der Schwangerschaft für die Behinderung verantwortlich. Dabei kann es sich um eine schwere Infektion handeln, um Medikamente oder um Einflüsse durch andere Schadstoffe.

Nicht nur biologische Ursachen sind eine Gefahr. Auch psychosoziale Faktoren wie eine schwierige Umgebung können Lernprobleme auslösen und verstärken. Schon bei Babys und Kleinkindern kommt es aufgrund von mangelnder emotionaler Zuwendung zu Verzögerungen in der Entwicklung. Solche Rückstände setzen sich später fort. Oft wachsen solche Kinder langsamer und leiden unter psychischen Erkrankungen. Eine gesunde, kognitive Entwicklung braucht Anreize und Zuwendung.

5 verschiedene Arten von Lernbehinderung

Eine Lernbehinderung kann verschiedene Ausmaße und Merkmale haben. Typischerweise zeigt sie sich in einer spezifischen Lernschwäche. Einige Schulen bieten Förderprogramme an, die den betroffenen Kindern helfen sollen.

Hier erhältst du einen Überblick der häufigsten Problemfälle.

  1. Die Lese-Rechtschreib-Schwäche und Legasthenie zeigt sich in gehäuften Schreibfehlern und einem stockenden Lesefluss.
  2. Die Rechenschwäche, auch Dyskalkulie, bezieht sich auf die Schwierigkeit, mit Zahlen umzugehen. Mathematische Lösungswege sind für Kinder mit Dyskalkulie schwer verständlich und schon einfache Rechenaufgaben bereiten ihnen Probleme.
  3. Lernschwierigkeiten durch ADHS hängen mit fehlender Konzentrationsfähigkeit zusammen. So kommt es zu Lernstörungen, die den schulischen Alltag erheblich erschweren. Manchmal kommen Stress und Schulangst hinzu, unter denen die Kinder leiden, ohne dass sie das eigentliche Problem begreifen.
  4. Bei Dyspraxie handelt es sich um eine Störung der Koordination und Entwicklung, die sich negativ auf das Alltagsleben und auch auf das Lernen auswirkt. Die motorischen Schwierigkeiten halten das ganze Leben lang an, doch es gibt Förderungsmöglichkeiten.
  5. Eine nonverbale Lernstörung zeigt sich in besonderen Fähigkeiten, die allerdings mit auffälligen Defiziten einhergehen. Das neuropsychologische Syndrom beeinflusst die Motorik der Kinder und auch ihre räumlich-visuelle Wahrnehmung. Zudem haben sie Schwierigkeiten, nonverbale Kommunikation richtig zu interpretieren. Die Diagnostik ist sehr komplex und erfordert eine ausgefeilte, individuelle Förderung.

5 Tipps, um Kindern mit Lernbehinderung zu helfen

Du befürchtest, dass dein Nachwuchs nicht nur ein Träumer ist, sondern unter einer Lernbehinderung leidet? Dann solltest du nicht lange fackeln, sondern schnell handeln. Je eher du etwas tust, desto besser sind die Chancen für dein Kind. Im besten Fall verhinderst du, dass sich dein Kind überfordert fühlt und sich dem Schulalltag komplett verweigert. Oft fühlen sich Kinder mit Lernbehinderung als Opfer und sind entsprechend ängstlich. Doch solche Komplexe müssen nicht sein – wie du in diesem Artikel erfährst.

Die folgenden 5 Tipps zeigen dir, wie du dein Kind gezielt unterstützen kannst.

  • Bei Schulangst darfst du aber nicht versuchen, dein Kind rundum zu beschützen. Es soll sich ruhig etwas anstrengen und mit dem Schulwissen auseinandersetzen. Wenn Kinder unterfordert sind, leidet ihr Lernverhalten darunter – und das wäre nicht zielführend. Besser ist es, die richtige Lernweise zu trainieren.
  • Das Lernen erlernen – ja, das geht. Bei den Hausaufgaben kannst du deinem Nachwuchs natürlich helfen. Das heißt aber nicht, dass du die Aufgaben erledigst: Zeig einfach, wie es geht. Oder lass dir die Hausaufgaben vom Kind erklären. Das ist sowieso eine gute Möglichkeit, die Lernmotivation zu steigern. Mit kleinen Lernerfolgen kommt es allmählich voran und hat wieder mehr Spaß in der Schule. Das merkst du auch dann, wenn dein Kind es nicht offen zugibt.
  • Redet nicht ständig über die schulischen Leistungen. Es gibt auch andere wichtige Dinge im Leben. Macht einen Familienausflug, besucht Freunde, schaut euch gemeinsam einen Film an. Das Thema Schule soll nicht ständig zur Sprache kommen: Gönnt euch eine Auszeit.
  • Beobachte dein Kind und erkenne seine Talente. Vielleicht begeistert es sich für Fußball oder ein besonderes Handwerk, für Musik oder Kunst. Gib ihm die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten auszuleben. Schon kleine Erfolgserlebnisse stärken das Selbstbewusstsein.
  • Zeig deinem Kind, dass du es liebst und anerkennst. Unabhängig von den schulischen Leistungen bist du auf seiner Seite. Kümmere dich aber nicht um alle seine Probleme: Kleine Streitigkeiten lösen Kinder am besten unter sich. Auch das ist wichtig für die Selbstsicherheit. Natürlich suchen kleine Kinder oft Schutz bei ihren Eltern. Den sollst du deinem Nachwuchs auch geben. Aber in bestimmten Fällen ist es besser für die Entwicklung, wenn die Kinder selbst klarkommen.

Mögliche Förderungen für lernbehinderte Kinder

Für die Förderung von Kindern mit Lernbehinderungen gibt es zwei Ansätze. Die erste Möglichkeit besteht in der Integration in eine Regelschule mit einer zusätzlichen Individualförderung. Dafür bieten einige Schulen einen sonderpädagogischen Dienst an, der für die betroffenen Kinder Förderstunden abhält. Als zweite Option kommt eine spezielle Schule mit Lernförderung infrage. Das heißt, dass Kinder mit ähnlichen Lernschwierigkeiten einen gemeinsamen Unterricht bekommen. In kleinen Klassen mit reduziertem Lerntempo geht es los. Bei einer guten Schulleistung können die Kinder später auf eine Regelschule wechseln.

Wenn schon vor der Einschulung Hinweise auf eine Lernbehinderung auftreten, kannst du einen Kinderpsychologen aufsuchen. Teilweise gibt es auch Diagnose-Förderklassen für die ersten zwei Schuljahre. Die erfahrenen Lehrkräfte informieren dich über die Möglichkeiten der Förderung und geben eine Schulempfehlung. Je nach Situation kann es sinnvoll sein, die Lernbehinderung anerkennen zu lassen.

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Wie erkenne ich, ob mein Kind eine Lernbehinderung hat? 7 Anzeichen, die darauf hinweisen

Wie stellt sich dein Kind in der Schule an? Die Zeugnisnoten allein sind keine große Hilfe. Auch die Beurteilungen und Einschätzungen der pädagogischen Fachkräfte reichen oft nicht aus, um eine Lernbehinderung festzustellen. Vielleicht ist eine ärztliche Untersuchung nötig oder ein Besuch beim Schulpsychologen. Auf jeden Fall lohnt es sich, mit den Lehrkräften zu sprechen, um eventuell notwendige Fördermaßnahmen einzuleiten.

Wenn dein Kind von der ersten Klasse an Schwierigkeiten hat und sich das nicht verbessert, ist es eventuell lernbehindert. 

Die folgenden Warnzeichen sollten dich aufmerksam machen.

  • Lernschwierigkeiten und unterdurchschnittliche Schulleistungen in mehreren Fächern,
  • fehlende Konzentrations- und Merkfähigkeit,
  • beeinträchtigte oder vereinfachte Vorstellungsfähigkeit,
  • keine erfolgreiche Lernstrategie,
  • Probleme in der motorischen und sprachlichen Entwicklung,
  • negative Glaubenssätze und Minderwertigkeitskomplexe,
  • emotionale Instabilität bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten und Aggressionen.

In welchem Alter wird eine Lernschwäche diagnostiziert?

Je eher du merkst, dass dein Kind nicht richtig lernt, desto früher kannst du etwas tun. Und je früher die Förderung beginnt, desto besser sind die Chancen. Gelegentlich fallen die Probleme schon im Kindergarten auf, doch meistens zeigt sich die Lernschwäche erst in der Schule. Am Anfang können auch die lernschwachen Kinder noch halbwegs mithalten, doch wenn die ersten Beurteilungen kommen, solltest du genau hinschauen.

Die Diagnose einer Lernbehinderung kann also bei vier-, sechs- oder achtjährigen Kindern erfolgen. Spezielle Lernschwächen wie Dyskalkulie werden jedoch oft erst später erkannt, zum Beispiel mit zehn oder 12 Jahren. Das ist besonders problematisch, wenn die Kinder ihre Schwächen geschickt verbergen.

Solange die Schule noch Spaß macht, sind die Kinder motiviert. Doch mit den Jahren bekommt das Lernen oft einen negativen Beigeschmack. Umso wichtiger ist es, eine Lernschwäche oder Lernbehinderung frühzeitig zu erkennen. Ohne Förderung leiden die Kinder unter den Problemen und entwickeln eine starke Schul- und Prüfungsangst.

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So kannst du dein Kind bei Lernschwierigkeiten unterstützen

Wieder bringt dein Kind schlechte Noten nach Hause: Sind das nur Lernprobleme oder handelt es sich um eine Lernbehinderung? Fehlt es an der intrinsischen Motivation oder gibt es womöglich andere Gründe, warum sich die Schulkinder nicht konzentrieren können?

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